“Der Tonfilm hat die Stille erfunden”, schrieb seiner Zeit der Regisseur Robert Bresson in seinen “Notizen zum Kinematographen”. Spärlich tauchen in jenen Notizen immer wieder Anmerkungen und Gedanken zum Ton auf, die deutlich machen, welche ungeheure Wichtigkeit der Regisseur im Ton im ansonsten eher vom Bild dominierten Medium Film erkannt hat. Leider ist die Bedeutung des Tons im Film aber abgesehen davon kaum großartig untersucht worden. Selbst die Filmwissenschaften stellen den Ton nur allzu gern unter das Primat des Bildes. Den Ton untersuchen heißt dann eben immer, seine Relation zum Bild zu untersuchen.
Bressons Anmerkungen in seinen Notizen, aber vielmehr natürlich noch seine Filme selbst, verdeutlichen jedoch, dass der Ton damit nicht hinreichend benannt werden kann. Sein Ton, der Ton in Bressons Filmen eben, weiß oftmals mehr als das Bild und umgekehrt. Bild und Ton sind Fremde, die sich auf der Leinwand eher zufällig treffen und zu Freunden, mindestens aber zu Bekannten werden, um sich wenig später vielleicht schon wieder zu trennen. Die nachfolgend verlinkte Arbeit versucht, den Fokus auf den Ton zu richten, und ihn dabei zugleich von der Dominanz der Bilder zu lösen. Exemplarisch geschieht dies anhand vier ausgewählter Bresson-Filme: “Mouchette”, “Les Dames du Bois-de-Bologne”, “Lancelot Du Lac” und “Le diable probablement”.
Diese vier Beispiele aus dem Schaffen Bressons sollen aber zugleich auch einen Anreiz darstellen, das hier zum Ton Ausgesagte nicht nur auf das Werk von Bresson zu beziehen, sondern zugleich auch andere Filme zukünftig auch im Hinblick auf den Ton unter neuen Gesichtspunkten zu lesen und zu verstehen. Denn zweifelsfrei dürfte klar sein, dass Bresson nicht der einzige Regisseur war, der derart mit dem Ton umgegangen ist, wie der nun folgende Text deutlich machen wird: Hier gehts zur Untersuchung.
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[...] erreichen lässt, als mit permanentem, pseudo-gruselig-atmosphärischem Gedudel auf der Tonspur? Bresson hat es doch immer schon gesagt: “Der Tonfilm hat die Stille erfunden”, wieso kommt man in den großen Studios nicht auf Idee, die Stille als DAS Geräusch der Angst zu [...]