Ein Haus aus Sand und sein Film aus Zeit

Brasilianische Filme sind hierzulande kaum bekannt. Der ganze Stolz der brasilianischen Filmwelt – “City of God” – ist vielleicht der einzige Film aus Brasilien, der weltweit, so auch in Deutschland, ein nennenswertes Publikum gefunden hat. Gleichsam ist dies dann aber auch wieder die Art von Film, die im eigenen Land kritisiert wird. Ivana Bentes etwa wirft dem Film eine transnationale Ästhetik vor – ökonomische Verwertbarkeit weltweit, die die Ästhetik des brasilianischen Films, geprägt etwa durch Glauber Rocha und das von ihm mitbegründete Cinema Novo, mit Füßen tritt. Doch ist Bentes, wie auch die anderen Kritiker des zeitgenössischen brasilianischen Films nicht etwas vorschnell und tut dem aktuellen Filmgeschehen des Landes Unrecht an?

Zweifelsfrei ja, denn ein konzentrierter Blick auf den brasilianischen Film von heute gibt nach wie vor die Sicht auf eine ganz eigene, landesspezifische Ästhetik frei, die man in dieser Art tatsächlich nur im brasilianischen Film vorfinden kann. Exemplarisch soll hier der Film “Casa de Areia” (Haus aus Sand) von Andrucha Waddington benannt werden – ein Film der auf wundervolle Weise Brasilien zu repräsentieren weiß, das Verhältnis des Menschen zur Natur und in seiner Eigenart ein auch heute noch unberührtes, gewissermaßen un-kolonialisiertes Brasilien zu zeigen vermag.

Eine umfassende Auseinandersetzung mit dem Film “Casa de Areia” finden Sie unter HIER

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