Vor gar nicht allzu langer Zeit hatte ich bereits auf die erste große Überraschung aus den USA hingewiesen: “The Hangover” machte zumindest was seine in kürzester Zeit generierten Umsätze an den Kinokassen anbelangte, auf sich aufmerksam und inzwischen kann wohl auch mit Fug und Recht behauptet werden, dass das Ansehen dieses Films sich ohne jede Einschränkung lohnt.
Und schon kündigt sich das zweite Highlight dieses Sommers an, welches so sicherlich niemand auf seiner Liste hatte: “District 9″, in den USA gerade angelaufen, in Deutschland für den 22. Oktober vorgesehen, spielte an seinem Startwochenende schonmal locker seine Kosten wieder rein. Nun muss dabei natürlich erwähnt werden, dass der Film ohnehin nur lächerliche 30 Mio US-$ gekostet hat. Am Startwochende kamen an den Kinokassen der USA aber immerhin beachtliche 37.4 Mio US-$ zusammen, was somit auch gleich direkt auf Platz 1 der dortigen Charts führte. Da hatte selbst der große Hype um “G.I. Joe” keine Chance mehr. Der Film erstaunt umso mehr, da dies mal wieder ein atemberaubendes Beispiel dafür ist, wie man Filme auch noch preiswert herstellen kann und diese dennoch gut aussehen können. Zumindest muss dieser Film allein mit Blick auf dessen Optik und Design keine Vergleiche mit Hollywoods Blockbustern scheuen. Und wenn man bedenkt, dass dieser Film hier gerade einmal 30 Millionen gekostet hat, “Transformers 2″ aber locker 230 Mio. US-$ verbraten hat, dann muss man sich, abgesehen von den sicherlich hohen Stargagen doch fragen, wo all die Gelder hinwandern, die Effekte allein können es definitiv nicht sein.
Aber worum geht es eigentlich: 30 Jahre ist es nun schon her, als Aliens auf der Erde gelandet sind. Aber der sonst im Sci-Fi-Genre übliche Angriff auf die Menschheit bleibt aus. Genau genommen passiert nichts, denn die Aliens selbst sind Flüchtlingen, die als letzte Überlebende ihres Planetens Zuflucht auf der Erde suchen. Die Erdlinge reagieren, wie Erdlingen offensichtlich reagieren müssen: Das Raumschiff wird inklusive Aliens nach Südamerika gebracht und dort in einem abgesperrten Gebiet – dem Distric 9 – von der übrigen Menschheit abgeschirmt. Eine eigens für dieses Gebiet abgestellte Spezialeinheit, die Multi-National United (MNU) übernimmt die Kontrolle über District 9. Diese Gruppe verfolgt jedoch ganz eigene Ziele, man will sich die Waffen der Aliens einverleiben. Das Problem: Diese Waffen lassen sich nur mit der DNA der Aliens aktivieren. Als sich ein Agent der MNU mit einem Virus aus dem Raumschiff infiziert, verändert dies dessen DNA. Eine folgenschwere Veränderung, denn er wird somit zum Schlüssel für die Technologien der Aliens…
Einen großen Namen hat “District 9″ immerhin zu bieten: “Herr Der Ringe”-Regisseur Peter Jackson steht als Produzent hinter dem Projekt. Abgesehen davon setzt man auf neue, unbekannte Gesichter, was inzwischen durchaus sinnvoll ist, wenn man einem Film mehr Qualität verleihen will. Die etablierten Mimen aus Hollywood vermögen in letzter Zeit offensichtlich nur noch sich selbst zur Darstellung zu bringen. Auch der Regisseur liefert hier sein Debüt ab: Neil Blomkamp ist 29 Jahre jung, geboren in Johannisburg und steht den etablierten Regiegrößen in Hollywood offensichtlich in nichts nach. Aber genug der Worte. Lasst die Bilder sprechen: