Michael Bay ist seit Jahren schon ein Garant für Filme, in denen die Handlung eher nebensächlich ist, Mitdenken durch den Zuschauer bewusst unerwünscht ist und die vor allen Dingen laut sind: “bang, bang, buff” sind vielleicht die besten Wörter, die man finden kann, um das Kino des Michael Bay zu beschreiben. Mit Transformers, Teil 1 und erst Recht Teil 2, hat Bay nun das Kino von Grund auf revolutioniert, eine wahre Wende vollzogen. Fraglich bleibt nur, ob der Zustand seines neuen, revolutionierten Kinos nun besser ist, oder gar durch den Konsumenten erwünscht war. Schaut man sich das Ergebnis in Form zweier unglaublich langer und ebenso unglaublich leerer Computeranimationen an, dann ist die Antwort klar.
Einstmals war es so, dass ein Film Ursprung für neue Einnahmequellen war. Längst verdient die Filmwelt nicht mehr nur an den Kinokassen, sondern auch anderswo, z.B. im Spielzeugladen. George Lucas hat es mit seinem StarWars-Merchandising-Universum ja vorgemacht. Und auch Walt Disney, zuletzt mit “Cars” im Kino, wie auch in den weltweiten Kinderzimmern ungeheuer erfolgreich, zeigt eindrucksvoll, wie ein Film manchmal auch zu Spielzeug werden will. Bay dreht den Spiess um, bei ihm wird Spielzeug zu Film, nichts anderes ist Transformers und allein diese Skurrilität muss man sich nur mal kurz durch den Kopf gehen lassen: Man verfilmt ein Kinderspielzeug aus den 80er Jahren; keine Geschichte, keine Buchvorlage, keine Filmvorlage – überhaupt keine Vorlage, ausser eben ein Ding aus dem Kinderzimmer von damals. Dieses Manko, eben nur ein Ding zu sein, merkt man dem Film in jeder Sekunde an, der plötzlich auch nichts weiter zu sein scheint als ein Ding, es läuft zwar im Kino, man kann es auf der großen Leinwand sehen, aber es ist kein Film!
Blech, Blech und dazu jede Menge Blech, dass sich ständig verformt, umformt, zerformt und dann wieder neu formt, ohne dass der Betrachter, ob der Hektik in all der Formerei auch irgendwas Konkretes erfassen könnte. Was auch? All das Blech, die gigantischen, in den Himmel wachsenden Blechberge, verdecken jede Sicht auf irgendwas. Der wenig hinterfragende, unkritische Betrachter übersieht bei all dem Blech dann auch noch, dass die Bilder an sich völlig leer sind. Eine Computeranimation frei von Sinn, Handlung, Logik und Hirn. Blech für die Müllhalde nicht mehr und nicht weniger.
Eine weitere Wende vollzieht Bay eindrucksvoll: Das Verschwinden des Menschen. Es gab zu meiner Zeit Filme, die kamen ohne Computer aus. Hier war die Kulisse gefragt, all das glaubhaft zu vermitteln, was heute mit dem Computer eher schlecht als recht ins Bild gerechnet wird. Die Kulisse unterstützte den Menschen in seinen Handlungen im Film, gab dem Film sein je spezifisches Aussehen und, wenn sie gut gemacht war, natürlich seine Schönheit und seinen Charme. Was ist aber bei Bay die Kulisse, wo doch Alles aus dem Computer zu stammen scheint? Der Mensch. Bay wählt offensichtlich schöne Kulissen aus, damit auch sein Film von der Schönheit der Kulisse profitieren kann: Es sind Megan Fox und Shia LaBoef die zur Kulisse für die Effekte werden, die selbst den Status des Hauptdarstellers übernehmen.
Die Verfilmung von Gegenständen verkommt auf der Leiwand zum größten Unsinn, den es seit 1896, der Geburtsstunde der bewegten Bilder, eben dort, auf der Leinwand, jemals zu sehen gab.
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[...] bei denen man den Atem anhält, man zusammenzuckt, man erstaunt und überrascht ist. Ein Film wie “Transformers”, bei dem immer schon klar ist, dass Alles nur virtuell am Computer existiert, kann man auf diese [...]