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	<title>FilmDenken &#187; DVD</title>
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		<title>Wer hat Lust zu denken? Vom bewussten Umgang mit Medien&#8230;</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Apr 2011 14:10:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir hätten möglicherweise weitaus weniger Probleme, wenn wir nur endlich mal anfangen würden, wieder das Gehirn beim Konsum von Medien einzuschalten. Zugegeben: Fernsehen und Zeitungen hätten damit natürlich umso größere Probleme, ist das Ansehen von RTL oder das Lesen der Bildzeitung bei bewusster gleichzeitiger Benutzung des Hirns und sämtlicher zur Verfügung stehender geistiger Fähigkeiten doch inzwischen eigentlich nicht mehr vorstellbar. Genau hierbei offenbart sich jedoch das Dilemma und die Sorge der Wenigen, die noch beherzt die Existenz ihres Kopfes zur Kenntnis genommen haben und diesen hier und da auch mal einzusetzen versuchen &#8211; sie haben ein schweres Leben. Denn die Medien haben ganze Arbeit geleistet, ihren Nutzern in all den Jahren beizubringen, jegliche geistige Aktivität nach Möglichkeit zu unterlassen &#8211; nur so kann man heute das Senden und Drucken von Informationen (die keine sind) dem Publikum gegen Geld auch noch verkaufen.</p>
<p>Da lese ich gerade wieder, in einer aktuellen Meldung von den enttäuschenden Zahlen von Google. Im ersten Quartal des Jahres 2011 hat Google nach Abzug aller Kosten und Steuern einen Gewinn (!!) von 1,6 Milliarden EUR gemacht, also 1600 Millionen EUR!! Dies bedeutet zugleich eine Steigerung zum Vorjahresquartal von 18 Prozent. Google verdient in nur drei Monaten 1600 Millionen EUR, Geld das übrig ist, schließlich reden wir von Gewinn. Doch die Analysten sind enttäuscht, die BWL-Juppies haben mit mehr gerechnet. Diese Meldung, nicht vom Gewinn, sondern von den enttäuschten Analysten, geht um den Globus und die Aktie des Konzerns sinkt. Vielleicht bin ich auch zu altmodisch, zu romantisch, ich verstehe einen Gewinn, noch dazu einen derart großen als eine äußerst erfreuliche Nachricht. Die Medien käuen dagegen das jämmerliche, realitätsferne Geblabber der 21-jährigen Schnösel an den Börsen nach und Google kommt, nicht dramatisch aber trotzdem, unter die Räder. Es ist also nicht gut für Google, so schlechte Geschäfte zu machen. Und der Medienkonsument nimmt alles mit seiner ihm angelernten Fähigkeit zur Teilnahmslosigkeit so hin und frisst noch ein paar Chips.</p>
<p>Google ist zu weit weg &#8211; mag sein, aber jeder sollte doch mal versuchen, die Nachrichten, die jeden Tag so im Fernsehen und in den großen Schlagzeilen zu lesen sind, kurz zu überdenken. Nicht bloß zuhören, auch mal ganz kurz, vielleicht schon direkt nach der Überschrift das eben Wahrgenommene zu hinterfragen, überlegen, was dieser <em>eine</em> Satz inhaltlich gerade aussagt. Vor Jahren gab es eine neue EU-Vorgabe für den Bau von Autos mit verringertem CO2-Ausstoß. Kurz darauf trat der Pressesprecher der Automobilindustrie Deutschlands vor die Kameras und sagte, wenn diese Pläne umgesetzt werden, kostet das die Autoindustrie 65000 Arbeitsplätze. Mutti und Vati gucken es auf RTL Aktuell und sagen: Blöde EU, die machen uns kaputt, sowas wollen wir nicht. Sollten sie sich nicht vielmehr fragen, was das Bauen von umweltfreundlichen Autos mit Arbeitsplätzen zu tun hat. Vielleicht, so vermutet es in diesem Zusammenhang Volker Pispers, will der Deutsche solche Autos nicht kaufen, getreu dem Motto: &#8220;Also wenn da hinten kein Dreck mehr raus kommt, dann fahr´ ich nicht mehr.&#8221;</p>
<p>Es sei an dieser Stelle eindringlichst jedem, der es bislang noch nicht getan hat, das Programm &#8220;Bis neulich&#8221; von Volker Pispers, dem letzten Grund zur Hoffnung in diesem Land, ans Herz gelegt. Lustig ists, wenn er unsere Kultur beobachtet und humorvoll zusammenfasst, in was für einer deformierten und degenerierten Gesellschaft wir eigentlich leben. Er erklärt die Dinge so, dass auch diejenigen, die schon nicht mehr denken können, denen Politik zu hoch ist und daher alles glauben und so hinnehmen, was im Fernsehen darüber erzählt wird, sie verstehen können. Und letztlich, dies ist insbesondere für einen erwachsenen Umgang mit Medien von Interesse, sind die Themen auch stets reflexive Betrachtungen der Methodik der Massenmedien. Ein Abend mit RTL Aktuell und dem stets betroffen und übertrieben ernst guckenden Anchor Peter Klöppel könnte dann plötzlich wieder sehr unterhaltsam und heiter sein. Wer insbesondere die RTL Abendnachrichten in einem gesunden und bewussten Zustand ansieht, braucht eigentlich keinen Volker Pispers mehr, Nachrichten auf RTL sind schon Kabarett genug. Bis wir alle jedoch soweit sind &#8211; und ich gebe die Hoffnung nicht auf, denn scheinbar werden es immer mehr die der Stimme unseres Landes, Volker Pispers, folgen (Auftritte von ihm sind bereits teilweise bis November 2011 ausverkauft), sollten wir uns die Zeit nehmen, Privatfernsehen zu meiden und lieber Pispers gucken. Wer es schafft, Karten zu bekommen, soll seine Chance nutzen. Alle anderen sind auf 3sat gut beraten oder besorgen sich umgehend die DVD &#8220;Bis neulich&#8221; im gut sortierten Fachgeschäft. Zur Überbrückung gibts ein paar Ausschnitte zum hungrig werden gleich hier. In jedem dieser Beiträge kommt die Sinnlosigkeit unserer Gesellschaft zum Ausdruck, so sinnlos, das man schon wieder darüber lachen kann &#8211; wäre da nicht das Unbehagen, dass dies genau die Probleme sind, die uns Deutsche so beschäftigen und/oder maßgeblich unser Leben bestimmen. Und neben all diesen Problemchen wird zugleich auch deutlich, wie wir all dies &#8211; wie schon gesagt &#8211; widerspruchslos und ohne jegliche Kritik über die Massenmedien absorbieren und vergleichbar mit religiösen Leitmotiven verinnerlichen. Wo leben wir denn eigentlich&#8230;</p>
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		<title>Orphan</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Mar 2010 12:11:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Filme]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Orphan&#8221; ist ein Film, der nicht lange benötigt, um in Fahrt zu kommen. Er beginnt mit mit schaurigen, blutigen Bildern, welche uns unvermittelt in die Situation von Kate und John Coleman werfen. Sie sind die Eltern von Max und Daniel, deren drittes Kind &#8211; Jessica &#8211; noch vor der Geburt starb. Eben jene Eltern, die sich offenbar nichts sehnlicher wünschten, als ein weiteres Kind, beschließen nun, ihre Liebe einem Adoptivkind zu schenken. Schnell, vielleicht etwas zu schnell, denn hier hält sich der Film tatsächlich nicht lange auf, finden sie die scheinbar perfekte Esther. Das 9-jährige Mädchen aus Russland, welches seine Eltern bei einem Hausbrand verloren hat, weiß sich gewählt auszudrücken, spielt wunderbar auf dem Klavier, malt wunderschöne Bilder, lernt sogar die Gebärdensprache, da Max, die jüngste Tochter der Colemans, nahezu taub ist&#8230;kurzum: sie ist das Kind, welches fortan bei Kate und John leben soll. Das Tempo des Films lässt es natürlich vermuten &#8211; es dauert nicht lang, da gehen merkwürdige Dinge vor sich. Unfälle ereignen sich, ein Todesopfer ist zu beklagen und jedes Mal scheint die kleine Esther nicht weit vom Tatort entfernt zu sein.</p>
<p>Klingt bis hierhin erstmal leidlich spannend, leidlich innovativ, denn das Thema von bösen, dämonischen Kindern ist wohl fast so alt, wie das Genre des Horrorfilms selbst. Man denkt sofort an Filme wie &#8220;Das Omen&#8221;, &#8220;The Children&#8221;, oder &#8220;Whisper&#8221; und fragt sich durchaus berechtigt: Was kann &#8220;Orphan&#8221; dieser Thematik noch hinzufügen? Durchaus Einiges! So entfaltet sich &#8220;Orphan&#8221; als durchaus doppelbödiger Film, der eher als Thriller durchgehen muss und weniger als Horrorfilm. Überdies wird am Ende, welches hier natürlich nicht verraten wird, deutlich, dass dieser Film schlussendlich kaum noch etwas mit den genannten Horrorfilmen zutun hat. Und genau dies ist auch sein Thema: Anders sein, Akzente setzen, sich selbst Absetzen. Ein scheinheiliger Film!</p>
<p>&#8220;Orphan&#8221; weiß um seine Wahrnehmung als Horrorfilm, der er vordergründig sein soll und spielt gekonnt mit unser aller Konditionierung beim Filme sehen. Er weiß um seine Genrezugehörigkeit und überschreitet &#8211; besser gesagt: unterschreitet &#8211; konsequent das ihm anhaftende Genre. Es ist eine wahre Freude, wie dieser Film permanent seine Spannung aufbaut und den nächsten Schocker wieder und wieder erwartbar macht, nur um den erwarteten Schrecken dann, ganz konsequent, ausfallen zu lassen. Dieses Anders-Sein des Films reflektiert sich schon in den Personen: Kate ist trockene Alkoholikerin, die vor allen Dingen wegen ihrer Kinder aufgehört hat zu trinken &#8211; beinahe wäre Max ihretwegen umgekommen. Nach Außen hin wahrt sie jedoch den Schein der fürsorglichen Mutter, die sie tatsächlich auch ist &#8211; jedoch eben nicht ohne dieses Problem, welches so gut es geht verborgen bleiben soll. Als das Ehepaar Esther zum ersten Mal im Waisenhaus besucht, feiern alle Kinder eine Geburtstagsparty, nur Esther sitzt allein vor ihrer Staffelei und malt. Darauf angesprochen sagt sie nur: &#8220;Ich schätze ich bin eben anders.&#8221; Und Kate reagiert: &#8220;Ich finds nicht schlimm, anders zu sein&#8221;</p>
<p>Ähnlich arbeitet sich nun dieser Film durch das Horrorgenre. Einmal sieht man Kate im Bad, wie sie den Spiegelschrank öffnet. Die Art und Weise, wie der Spiegel hier thematisiert wird, ruft uns wach. Wir ahnen schon, was gleich passieren wird: Wenn sie den Schrank wieder schliesst, wird plötzlich jemand hinter Kate stehend, im Spiegel zu sehen sein und sie &#8211; wie uns gleichermaßen &#8211; erschrecken. Doch dazu kommt es nicht. Der Film verweigert uns diesen Schrecken und vermag uns dabei in gewisser Weise zu erschrecken. Wenn wir uns bei einem Horrorfilm nicht mehr darauf verlassen können, erschreckt zu werden, wenn wir das Unerwartete nicht mehr erwarten können, dann sind unsere Sehgewohnheiten auf den Kopf gestellt &#8211; und dies ist, gerade in diesem Film, sehr schrecklich! Später steht Kate vor dem Kühlschrank und öffnet dessen Tür. Wir können nicht mehr sehen, was sich im hinteren Teil der Küche abspielt, da die offene Tür die Sicht versperrt. Die Musik hebt an und lässt die heimelige Atmosphäre ins Düstere, Umheimliche abdriften. Gleich wird sie die Tür schließen und jemand oder etwas, was dahinter bis jetzt noch unsichtbar war, wird sichbar werden und uns erschrecken &#8211; doch Nichts der gleichen passiert. Es bleibt die heimelige Küche. Alles ist an seinem Platz. &#8220;Orphan&#8221; ist eben anders. Es ist kein Horrorfilm, und daher kommen wir mit unserer Art und Weise, Filme aus diesem Genre zu gucken, auf bestimmte Reize zu reagieren, nicht mehr weit.</p>
<p>Wer Esther nun ist, kann hier nicht beantwortet werden, denn diese Antwort legt zugleich das Wesen des Films selbst frei. Esthers Bilder sind ein weiterer Anhaltspunkt für das Anders-Sein. Oberflächlich betrachtet sehen wir Blumen, Tiere &#8211; die heile Welt. Aber eines Nachts, als John im Zimmer das Licht ausmacht und nur noch die Schwarzlichtlampe aus dem Aquarium eingeschaltet ist, offenbaren die Bilder ihr wahres Gesicht: hässliche Fratzen, Blut, Tot&#8230;die Bilder sind ein Lichtspiel, die erst unter UV-Licht ihr Wesen zeigen. Ein Lichtspiel, wie der Film selbst, der erst noch ins rechte Licht gerückt werden muss. Man darf seinen Augen nicht mehr trauen &#8211; oder wie die Psychologin im Film, auch den Ohren nicht mehr (denn völlig richtig erkennt Kate ja, dass Esther der Psychologin nur das erzählt, was diese gern hören möchte).</p>
<p>Alles, was wir sehen und hören, ist tatsächlich nicht das, was es ist. Unsere Sinne sind nur hinreichend gut genug, um das Wahre zu erkennen. Was die Philosophie uns redlich bemüht immer schon sagen will, vermag dieser Film auf interessante Weise anschaulich zu zeigen. Es gibt sie nicht, die einmalige, von jedem beobachtbare Welt da draussen, die Realität. Es gibt nur ein Wahrnehmungsgeflecht, welches je verschieden, ganz subjektiv wahrnehmbar ist und &#8220;Welt&#8221; niemals ganz erfassen kann&#8230; Das Waisenhaus ist eine Psychiatrie, die Unfälle sind geplante Attacken und die kleine Esther ist tatsächlich&#8230;<br />
&#8220;Orphan&#8221; ist trotz bekannter Thematik ein völlig anderer Film, als man es nur durch den groben Inhalt erahnen könnte. Und genau mit diesen Ahnungen, Erwartungen, Konditionierungen spielt dieser Film vorzüglich. </p>
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		<title>Synecdoche New York. Kino, Welt, Dasein</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Jan 2010 22:58:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Endlich! Wie wichtig dieses Wort doch sein kann. Endlich ein schöner Film, ein wunderschöner Film sogar. Nach all den tollen, effektvollen, spannenden, lustigen..usw. Filmen dann tatsächlich mal wieder einer dieser raren, wunderschönen Filme. &#8220;Endlich&#8221; und &#8220;Endlichkeit&#8221; ist dann aber auch noch das Thema des Films selbst. Denn es geht (unter anderem) um nichts Geringeres als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Endlich! Wie wichtig dieses Wort doch sein kann. Endlich ein schöner Film, ein wunderschöner Film sogar. Nach all den tollen, effektvollen, spannenden, lustigen..usw. Filmen dann tatsächlich mal wieder einer dieser raren, wunderschönen Filme. &#8220;Endlich&#8221; und &#8220;Endlichkeit&#8221; ist dann aber auch noch das Thema des Films selbst. Denn es geht (unter anderem) um nichts Geringeres als das Leben, unser aller Dasein selbst &#8211; und dieses ist nunmal, obs uns nun gefällt oder nicht: endlich. Schon der erste Satz im Film &#8211; wir hören Radio &#8211; beginnt mit einem Nachdenken über Herbst, was für viele der &#8220;Anfang vom Ende ist&#8221;. Damit ist klar, wohin uns der Film führen wird: wir steuern auf ein Ende zu, das Ende des Protagonisten, und natürlich &#8211; die Selbstreflexivität des Films lässt grüßen &#8211; ist jeder Anfang eines Films zugleich auch stets der Anfang von dessen Ende. Filme sind wie Menschen, sie müssen irgendwann mal zu Ende sein. Mit dem Tag unserer Geburt ergeben sich etliche, um nicht zusagen, unüberschaubar viele Möglichkeiten und Wege, die wir in unserem Leben gehen können &#8211; genau wie sich dies für den Film ergibt, wenn er erst einmal begonnen hat-, doch all diese Möglichkeiten sind im Grunde genommen doch nichts weiter, als Zwischenziele auf einer Etappe, deren finales Ziel letztlich der Tod ist. So pessimistisch dies nun klingen mag, und so wenig, wie wir dies gern hören möchten &#8211; der Film macht es uns ja vor: Einen Zweifel gibt es nunmal nicht daran, hallo Tatsache. Dies zeigt uns natürlich nicht erst &#8220;Synecdoche New York&#8221;, all das wissen wir natürlich schon längst &#8211; und wir wissen auch, dass dieser Gedanke uns nicht alle in absolute Lethargie oder schlimmer noch vor die Frage, warum bringen wir uns eigentlich Alle nicht einfach um, geführt hat. Begeht ein Mensch Suizid, stellt sich &#8211; vor allem aus psychologischer Sicht &#8211; doch stets die Frage, wieso die betreffende Person nicht mehr leben wollte. Ist man sich der menschlichen &#8211; und daher mithin endlichen &#8211; Existenz jedoch bewusst, sollte doch vielmehr die Fragen sein, wieso leben wir Alle noch? Warum bringen wir uns eigentlich nicht einfach Alle um? Was soll das hier eigentlich? Und die Philosophie &#8211; wer sonst &#8211; liefert uns doch durchaus brauchbare Antworten, oder sagen wir besser: Ansätze, mit denen jeder für sich die Frage nach dem Sinn des Lebens beantworten kann. Schon Filme, trotz ihrer zeitlichen Begrenztheit zeigen uns ja, wie schön dieses Dazwischen zwischen Anfang und Ende sein kann &#8211; und vielmehr noch: Wirklich gute Filme laden uns ja stets dazu ein, sie nochmal, wieder und wieder anzusehen, um darin stets aufs Neue vormals Unentdecktes anzutreffen. Die Philosophie der Wiederholung, welche sich hierin beschreiben lässt, wurde jedoch nicht zuerst für den Film gedacht, sondern vor allen Dingen für das menschliche Dasein.</p>
<p>Sören Kierkegaard und Friedrich Nietzsche sind nur zwei überaus lesenswerte Beispiele, die uns verdeutlichen können, wie man aus dem eigentlichen &#8220;Nein&#8221; zum Leben zur absoluten Bejahung des selbigen gelangt. Und hier kommt nun &#8220;Synecdoche New York&#8221; ins Spiel, über den an dieser Stelle nur ein Bruchteil dessen, was in diesem Film steckt, überhaupt gesagt werden kann. Es geht um einen Theaterregisseur, der einen &#8211; offenbar vor allem &#8211; finanzkräftigen Preis gewinnt, um damit ein großes Stück auf der Bühne zu realisieren. Zunehmend wird klar, dass der Regisseur sein eigenes Leben auf die Bühne bringt. Die Bühne &#8211; hier greife ich massiv vorweg &#8211; umfasst daher alsbald das ganze Stadtviertel und irgendwann schließlich die ganze Welt: Wir alle sind Statisten &#8211; Nein! Wir alle sind die Hauptrolle in unserem eigenen Film&#8230;also ist das ganze Leben nur ein Film? Eher nicht, also ist der Film gar nicht so fiktiv und der uns umgebenden Welt doch näher als man meint? Schon eher! Leicht wird es nicht, aber wer würde dies auch denken, wenn Charlie Kaufman mitmacht? Etliche Spiegelungen bestimmen große Teile des Films und lassen diesen alsbald als höchst selbstreflexives Meisterwerk in Erscheinung treten. Selbstreflexiv in Bezug auf den Blick des Films auf seine eigenen Bedinungen; selbstreflexiv aber auch in Bezug auf den Blick des Menschen auf den Menschen. Schließlich tauchen sämtliche Figuren, die hinter der Theaterbühne agieren und am Stück mitwirken zwangsläufig auch auf der Bühne auf &#8211; und dort dann eben in der Rolle von Figuren, die hinter der Bühne agieren und dort am Stück mitwirken, welches auf der Bühne gespielt wird&#8230;usw. Der Mensch blickt sich selbst an, es kommt zu jener Subjekt-Objekt-Umkehrung &#8211; jener Fremdexistenz, die bei Jean Paul Sartre bspw. zu finden ist, die das Wesen der Existentialphilosophie bestimmt. Der Mensch ist schließlich in der Lage, sich (nicht nur) als Subjekt zu erkennen, sondern auch und vor allen Dingen als Objekt sämtlicher Handlungen und Wahrnehmungen der anderen Menschen. Ich bin nicht ich, als Subjekt, sondern ich bin der Andere, das Objekt der anderen Menschen, die nicht ich sind. Somit gelangt man dann zur Erkenntnis des Anderen im eigenen Ich, auch davon handelt &#8220;Synecdoche&#8221; und am Stärksten wird dies ausgeformt in dem Zusammenspiel von Caden Cotard &#8211; dem Regisseur des Theaterstücks &#8211; und Sammy Barnathan &#8211; dem Schauspieler, der den Regisseur Cotard im Theaterstück spielt.</p>
<p>Sammy ist es, der Caden &#8220;schon sein ganzes Leben lang beobachtet&#8221; und daher offenbar am Besten geeignet sei, die Rolle von Caden zu spielen. Während Sammy also die ganze Zeit über Caden beobachtet &#8211; ein Objekt seiner Wahrnehmung sozusagen studiert, wird er im Theaterstück schließlich zu diesem anderen Menschen, sein Subjekt wird zu jenem Objekt. Caden hingegen sieht nur sich, und wenn er Sammy ansieht, dann erblickt er erneut nur sich selbst. Diese beiden überaus gegensetzlichen Positionen müssen sich in einer dramatischen Situation entladen: Sammy findet zu sich selbst, nachdem er sein ganzes Leben lang nur jemand Anderes gewesen war. Jetzt, im wahrsten Sinne, ganz oben angekommen, vermag er aus dieser existentialistischen Erkenntnissituation nicht die richtigen Schlüsse zu ziehen. Bereit zum &#8220;Wille zur Macht&#8221; ist er am Ende doch nicht fähig, den Nihilismus, das Nein zum Leben zu überwinden und sucht den Freitod.</p>
<p><em>I&#8217;ve watched you forever, Caden, but you&#8217;ve never really looked at anyone other than yourself. So watch me. Watch my heart break. Watch me jump. Watch me learn that after death there&#8217;s nothing. There&#8217;s no more watching. There&#8217;s no more following. No love. Say goodbye to Hazel for me. And say it to yourself, too. None of us has much time.</em> (Sammy zu Caden, kurz vor seinem Selbstmord)</p>
<p>Bei Caden bedingt dies offenbar ein neues Denken: Er erkennt plötzlich sich selbst im Anderen, und damit den Anderen in sich selbst und weiß mit dieser Differenz umzugehen: &#8220;Ich bin nicht gesprungen, Sammy!&#8221;. Zum ersten mal sieht Caden nicht mehr nur noch nicht selbst&#8230;Allmählich beginnt er zu verstehen, wie sein Stück aussehen soll. Er sucht nach jenen Momenten, die würdig sind, ewig wiederzukehren&#8230;</p>
<p>Kaufman ist bislang in Erscheinung getreten als Drehbuchautor in den Filmen &#8220;Being John Malkovich&#8221;, &#8220;Human Nature&#8221;, &#8220;Adaptation&#8221; und &#8220;Eternal Sunshine of a spotless Mind&#8221; (Vergiss mein nicht&#8221;) und tritt nun, im Falle von &#8220;Synecdoche New York&#8221; erstmals auch als Regisseur auf. Und einmal mehr, man denke nur an den genialen &#8220;Adaptation&#8221;, der den skurrilen &#8220;Malkovich&#8221;-Film um Einiges übertrifft, schafft es Kaufman, sich irgendwie selbst in den Film, in die Handlung hineinzuschreiben und erzeugt eine Form von Selbstreferenz, deren paradoxe Natur uns nicht selten um den Verstand bringt.</p>
<p>Die Selbstreferenz ist hier natürlich in nahezu unerreichter Form in die Narration einbetoniert: Der Regisseur &#8211; gespielt von Philip Seymour Hoffman &#8211; entwirft ein Theaterstück, welches das Leben des Regisseurs zeigt, der ein Theaterstück entwirft usw. usw. Zunehmend verschwimmen dabei innerfilmische Realität und die Realität des Theaterstücks. Der Darsteller, der den Regisseur spielt, spricht  &#8211; innerhalb des Theaterstücks &#8211; über Dinge, die der &#8220;echte&#8221; Regisseur ausserhalb des Theaterstücks niemals gesagt hätte. Und doch &#8211; schließlich zeigt das Theaterstück ja das Leben des Regisseurs &#8211; haben die Aussagen in der Fiktion des Theaters Auswirkungen auf die innerfilmisch realen Personen hinter den Kulissen des Theaterstücks. Was hier jedoch vielmehr deutlich wird, ist die Verwobenheit von Fiktion und Realität &#8211; in einem schwierigen Zugriff geht es also auch um das Verhältnis von Film/Kino und Welt, offenbar ein beliebtes Thema bei Kaufman. Dies ist letztlich bereits im Titel des Films eindeutig angelegt und intendiert: &#8220;Synecdoche&#8221;. Eine Synekdoche bezeichnet eine rethorische Figur, mit Hilfe dieser ein Wort durch einen Begriff aus dem selben Begriffsfeld ersetzt werden kann. Derartige Figuren tauchen bspw. in Teil-Ganzes-Beziehungen auf, in zeitlichen Beziehungen oder auch in grammatisch-nummerischen Beziehungen. Kaufmann entfernt sich ein Stück weit von den Worten und ersetzt die Wörter der Synekdoche mit Bildern. Sämtliche Bilder seines Films sind gleichsam jene Ersetzungen. Die Theaterschauspieler ersetzen die realen Figuren, ebenso wie die realen Figuren die Theaterschauspieler ersetzen. Daher wird es ja überhaupt erst so schwierig, Realität und Bühnengeschehen auseinanderzuhalten. Erst recht dann, wenn ganz New York zur Bühne geworden ist, oder die Bühne zu New York &#8211; das spielt keine Rolle mehr. Fiktion und Realität ersetzen sich und vertauschen ihre Rollen. Wieder stellt sich die Frage, nach der Rolle des Films in der Welt in der er stattfindet &#8211; in unserer Welt folglich, denn dort in den Kinos und auf DVD und BluRay findet er statt. Film und Welt &#8211; darauf weißt die zeitgenössische Filmphilosophie schließlich unentwegt hin &#8211; sind nicht strikt zu trennen, der Film denkt über die Welt nach, ebenso wie die Welt über den Film nachdenkt. Eine Synekdoche, vielleicht&#8230;</p>
<p>Denn später, wenn allmählich klar wird, dass es gar nicht um ein Theaterstück geht, denn dieses hat viel zu große Ausmaße angenommen, um jemals vor Publikum gezeigt werden zu können, und daher das Theaterstück der Film selbst ist, jener Film, den wir gerade sehen, erkennen wir auch, dass selbst dieser Film schon viel zu komplex geworden ist, um einfach nur noch Film zu sein. Der Film handelt nicht mehr von einem Theaterstück über ein Leben, der Film handelt nun vom Leben, vom Dasein, vom Sein.</p>
<p>Man könnte nun den Rahmen dieser Seite sprengen und diesen Punkt weiter ausführen. Man könnte aber auch einfach abbrechen und den Film wieder und wieder ansehen, um zu verstehen, was wir hier alle eigentlich machen, leben. Der Regisseur des Theaterstücks hat, bei aller Tragik seines Lebens und seiner Geschichte, die so unendlich traurig zu sein scheint, offenbar aber Eines geschafft: zu leben! Er ist sich treu geblieben, er hat die Tragik des Seins, die Endlichkeit erkannt und &#8211; so profan es klingen mag &#8211; verstanden, das Beste daraus zu machen, nämlich seinen Traum zu verwirklichen, wenngleich kein Publikum daran teilhaben konnte. Aber auch dies gehört nunmal zum Leben dazu:</p>
<p><em>Du realisierst, dass Du nichts Besonderes bist, Deine Existenz war ein einziger Kampf, der nun still und leise zu Ende geht. Das ist die Erfahrung, die jeder Mensch machen muss. Jeder Einzelne, die Einzelheiten spielen keine Rolle. Alle sind gleich. [...] Wenn die Menschen, die Dich verehrten, Dich nicht mehr verehren, wenn sie sterben, wenn sie weiterziehen, nachdem Du sie verlassen hast, so wie Dich Deine Schönheit und Deine Jugend verlassen haben. Die Welt wird Dich vergessen, Du erkennst Deine Vergänglichkeit. Und Du verlierst nach und nach Deine Charaktereigenschaften. Und während Du endlich lernst, dass Niemand Dich jemals beachtet hat und dass Niemand Dich jemals beachten könnte, denkst Du nur an das Fahren; von Nirgendwo herkommend, Nirgendwo ankommend &#8211; nur fahren. Im Fluss der Zeit. Jetzt bist Du hier, es ist 7.43 Uhr. Jetzt bist Du hier, es ist 7.44 Uhr. Und jetzt bist Du&#8230;fort&#8230;</em> (Aus dem Film &#8220;Synecdoche New York&#8221;)</p>
<p>Und dennoch vermag der Film aus den eben zitierten Zeilen nicht zum Nein zum Leben zu kommen, sondern landet im exakten Gegenteil. Dies macht zugleich die merkwürdige Tragik des Films, die gleichsam voller Hoffnung ist, aus. So happy, so sad. Das ist die Ode an das Leben, die Kraft des Films, trotz Nennung all der Sinnlosigkeit, der Hoffnungslosigkeit, der Endlichkeit des Lebens genau darin Unmengen an Sinn, Hoffnung und Freude zu markieren. Das Leben ist schön, die Welt ist schön. Und wenn Film und Welt so eng beieinander liegen, dann muss der Film auch schön sein (mir war dies ja ohnehin immer schon klar!). Daher gilt natürlich auch: &#8220;Synecdoche New York&#8221; ist schön, oder &#8211; wie eingangs schon erwähnt: wunderschön. Der Soundtrack zum Film vermag dabei eben dieses Schwanken zwischen Traurigkeit und unendlicher Freude so wunderbar zum Ausdruck zu bringen, dass das Glanzstück aus dem Film, Jon Brions &#8220;OK&#8221; hier nicht fehlen darf:<br />
<object width="560" height="340"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/SXRI6Cx-S98&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/SXRI6Cx-S98&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="560" height="340"></embed></object></p>
<p>Und natürlich:<br />
<object width="560" height="340"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/IA_ubhYgjAc&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/IA_ubhYgjAc&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="560" height="340"></embed></object></p>
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		<title>Pontypool &#8211; Schwere Kost für den Kopf</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Oct 2009 09:45:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Filme]]></category>
		<category><![CDATA[DVD]]></category>
		<category><![CDATA[Über Filme nachdenken]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Kanada ist vielleicht nicht unbedingt das Land, welches man als besonders filmisch aktiv bezeichnen würde. Zweifelsohne kommen eine Menge Filme von dort, doch eine &#8220;Filmnation&#8221; ist Kanada irgendwie nicht. OK, sie haben David Cronenberg und &#8211; äähm &#8211; ja genau: Bruce McDonald! Nie gehört? Kein Problem. So wird es sicherlich Vielen gehen. Denn irgendwie &#8211; schwer nachvollziehbar &#8211; hat es McDonald offenbar geschafft, seit den frühen 80er Jahren Filme zu machen, ohne auch nur ansatzweise von der belesenen europäischen Filmkritik bemerkt worden zu sein. Ist ja irgendwie auch eine Leistung, denn die fehlende Aufmerksamkeit hierzulande, lässt sich nicht mit eventuellen Schwächen des Kanadiers begründen. &#8220;Pontypool&#8221; ist so ein Film, der es nun ganz allmählich schafft, sich durchzusetzen. Ein typischer Kandidat auf Festivals, eher als Programmfüllmasse gedacht, avanciert er urplötzlich und von niemandem vorhergesehen und dementsprechend gehypt, zum Geheimtipp. Fraglich &#8211; und allein dies macht &#8220;Pontypool&#8221; schon so sonderbar und einmalig &#8211; bleibt jedoch, für wen dies eigentlich ein Geheimtipp ist? Irgendwie ist es ein Zombiefilm, sogar Blut kommt darin vor &#8211; und nichtmal zu knapp. Und doch wird kaum ein Gore-Freund seine Freude an diesem Film haben. Zu kopflastig, schwermütig und verwirrend ist der Plot. Und dennoch: Wer sich darauf einlässt, nicht abschaltet und schön mitdenkt, wird einen fantastischen Film erleben, der trotz seiner abgedrehten Handlung eine unglaublich präzise Beschreibung unserer durch Medien generierten Welt und unserer Wirklichkeit abliefert. Besser ist es jedoch, sich erst den Film anzusehen und dann hier weiterzulesen, ansonsten wird man einige Erfahrungen wohl nicht am eigenen Leib beim Ansehen machen können. Von daher sei dem interessierten Filmfreund nahegelegt, in die nächste Videothek zu gehen, sich den Film anzusehen und dann erst auf diese Webseite zurückzukehren.</p>
<p>Grant ist Radiomoderator in einem kleinen Kaff namens Pontypool. Das tägliche Nachrichtengeschehen ist geprägt durch Nichtigkeiten, wie verschwundene Katzen und Nachbarschaftsstreitereien. Doch an jenem Morgen, als Grant sich ans Mikrofon setzt, wird Alles anders. Der Außenreporter, der eigentlich über das Wetter aus einem Hubschrauber berichtet, der eigentlich ein Dodge ist, ruft aufgeregt im Studio an und schildert live von merkwürdigen Ereignissen innerhalb Pontypools. Ein wütender Mob zieht durch die Strassen und randaliert. Keine einzige Agentur hat von diesem Vorfall bis zu diesem Zeitpunkt etwas über die Ticker geschickt. Selbst im Polizeifunk ist nichts darüber zu hören. Soll Grant an die Aussagen seines Außenreporters glauben und darüber exklusiv und als erster berichten, oder will ihm jemand einen Streich spielen und all das Erzählte ist gar nicht real?</p>
<p>&#8220;Pontypool&#8221; ist ein Film über Medien, darüber wie Nachrichten funktionieren und wie Medien &#8211; die Massenmedien schließlich &#8211; einen erheblichen Teil daran haben, Welt und damit Realität zu konstruieren. Schon der Konflikt zu Beginn, als Grant nicht weiß, woran er glauben soll, da nichts über die Nachrichtenagenturen zu erfahren ist, beschreibt eindrucksvoll unsere Welt, die sich nahezu ausschließlich über die Ticker der Agenturen vor unseren Augen und Ohren konstruiert. Eine Tickermeldung scheint realer zu sein, als der Live-Bericht des Reporters vor Ort. Mit diesem Unbehagen wird schließlich auch der Zuschauer allein gelassen. Denn was der Film an dieser Stelle leistet, ist schlichtweg genial. Gleich zu Beginn betritt Grant die Radiostation. Für den gesamten Film werden wir diese Radiostation nicht mehr verlassen. Es gibt keinen Umschnitt nach draussen, zu dem Reporter. Es gibt keinen Blick durch ein Fenster in die Welt da draussen. Selbst als Grant das Studio verlassen will, und man hofft, nun endlich aus dem Gefängnis des Sehens zu entkommen, vermag die Kamera nur Grant in der Tür des Studios zu zeigen. Erneut fehlt der Umschnitt auf die Außenwelt.</p>
<p>So wird man als Zuschauer dieses Films unabdingbar zum Zuhören verdammt. Es ist zwar großartig, wie die drei Hauptdarsteller (neben Grant sind noch zwei Mitarbeiterinnen &#8211; Sid und Laurell-Ann &#8211; im Studio) auf engstem Raum agieren und niemals Langeweile aufkommt, doch die eigentliche Geschichte, die der Film uns erzählen will, wird tatsächlich nur erzählt &#8211; im wahrsten Sinne des Wortes &#8211; und nicht gezeigt. Als Zuschauer des Films ist man gebunden an die Berichte des Reporters, an einige Telefonate von Augenzeugen, die sich melden und der &#8220;Story&#8221;, die Grant live am Mikrofon schließlich daraus macht. Ein Netzwerk von Informationen verknüpft sich und konstruiert Wirklichkeit. Einen Teilnehmer in diesem Netzwerk darf man dabei aber nicht vergessen: den Zuschauer des Films! Denn gerade weil der Film uns nicht zeigt, worüber er spricht, sind wir gezwungen, die Bilder des Films selbst in unser aller Köpfe herzustellen. Unsere Vorstellung &#8211; und jeder dürfte ein ganz subjektive, eigene Vorstellung innerhalb dieses Films in seinem Kopf entstehen lassen &#8211; arbeitet mit an <em>der</em> Geschichte des Films.</p>
<p>Nicht ohne Grund verweist der Film sehr früh auf Roland Barthes, indem dessen Name direkt benannt wird. Barthes &#8211; ein französischer Literaturkritiker, Schriftsteller und Philosoph &#8211; der sich sehr mit dem Film, der Photographie und natürlich Texten auseinandersetze, versuchte aufzuzeigen, wie die Herstellung von Wahrheit, Bedeutung und Sinn innerhalb der Sprache &#8211; und damit innerhalb jeglicher Texte, wozu nun auch Filme gezählt werden dürfen &#8211; in einem Diskurs aller an einem Text beteiligten Personen funktioniert und strukturiert ist. Ein Film als solch ein Text verstanden, gibt dann eben gerade nicht ein für alle mal vor, was er sein soll, von was er handelt, was seine Aussage ist usw. Ein Film gibt bestenfalls Vorschläge, Denkanstöße, Handlungsanweisungen, die durch den Zuschauer jedoch erst noch ausgefüllt werden müssen. Neben dem Regisseur ist der Zuschauer dann mindestens ebenso am &#8220;fertigen&#8221; Produkt, welches auf der Leinwand zu sehen ist, beteiligt. Und Pontypool führt die Beteiligung des Zuschauers geradezu beispielhaft vor.</p>
<p>Nun wird vielleicht auch deutlich, weshalb ich anfangs davor gewarnt habe, weiter zu lesen, ohne den Film zu kennen. Er beginnt, wie jeder andere Film. Und mit jeder weiteren Minute, die wir gemeinsam mit den Protagonisten im Radiostudio sitzen bleiben, erwartet man, das etwas passiert, wir das Studio verlassen, die Protagonisten nach draussen ziehen, um ihren zwischenzeitlich vermissten Außenreporter zu retten. Unsere filmische Konditionierung, die wir alle dank über 100 Jahren Film längst erworben und verinnerlicht haben, so wie man das Fahrradfahren erlernt und unbewusst ausführen kann, wird dann jedoch mit Füßen getreten. Diese Konditionierung funktioniert nicht mehr. Früher oder später, vielleicht nach 20, 30 oder gar erst nach 40 Minuten dürfte auch dem Letzten klar geworden sein, dass wir das Studio nicht mehr verlassen werden und damit kein einziges Mal einen Blick auf die Geschichte werfen, von der wir die ganze Zeit über hören. Ein Schwindelgefühl macht sich breit, so wie man es beim Aufblasen eines Luftballons erlebt. Unsere unbewusst funktionierende Sehgewohnheite beim Filme schauen, wird ins Bewusstsein geholt und als nicht praktikabel markiert. Der Film ist mit uns in Kontakt getreten und verlangt &#8211; sozusagen &#8211; ein Reboot des Gehirns. Alles was wir erwarten konnten von diesem Film, wird er nicht erfüllen. Doch was sollen wir dann erwarten? Man weiß es nicht, unser Kopf wird ebenso leer und weiß, wie eine Leindwand ohne Film, und wir müssen langsam anfangen, einen neuen Film darauf zu projizieren.</p>
<p>Und doch &#8211; wir gelangen zum medialen Apriori &#8211; kommen wir nicht aus der medialen Vermitteltheit heraus. Wir müssen nehmen, was uns &#8211; sprachlich &#8211; vermittelt gegeben wird. Und so funktioniert schließlich auch unser Bild von der Welt. Wir müssen tagtäglich daran glauben, was uns vermittelt wird. Der Film wählt als plakatives Beispiel Afghanistan. Laurell-Ann war im Krieg in Afghanistan und findet nun ihre Ruhe beim Radio in Pontypool. Man könnte über dieses kleine Detail hinwegsehen, oder aber daran glauben, das dieser Film nichts dem Zufall überlassen hat und jede Kleinigkeit mit Bedacht eingesetzt hat. Das Beispiel Afghanistan führt uns dann nochmal vor Augen, dass dort ein Krieg stattfindet, von dem wir gar nichts wissen, ausser das, was uns in Worten durch die Nachrichtenagenturen darüber mitgeteilt wird. Man muss daran glauben, wir können nicht alle nach Afghanistan und nachsehen, ob es stimmt. Man könnte nun die Bilder des Fernsehens dagegen halten und behaupten, dass wir doch etwas aus Afghanistan zu sehen bekommen. Aber jeder weiß doch eigentlich um die manipulative Kraft der Bilder der Medien. Auch dies führt uns &#8220;Pontypool&#8221; ja vor Augen. Der Außenreporter, der täglich mit seinem Hubschrauber unterwegs ist, um über das Wetter &#8211; quasi direkt vor Ort in der Luft &#8211; zu berichten, fährt eigentlich nur mit einem alten Dodge durch die Gegend. Doch die Leute lieben es, daran zu glauben, das die kleine lokale Radiostation tatsächlich einen Mann im Hubschrauber rumfliegen lässt, um Live aus dem Schneegestöber zu berichten. Man darf seinen Augen und Ohren nicht mehr trauen! Wir bleiben hier, unfähig zu sehen, so wie Grant in seinem Radiostudio. Und so ist seine, wie auch unsere Welt zu großen Teilen sprachlich vermittelt und hergestellt.</p>
<p>Darauf will schließlich das Zombiethema im Film hinaus: Die Macht des Wortes. Es kann infizieren, abhängig machen und so abstrus, wie dies im Film mit all den durch bestimmte Wörter infizierten Menschen dargestellt wird, so nah ist dies alles doch an unserem Weltbild dran. Man muss vielleicht die Zombies nur durch religiöse Menschen ersetzen &#8211; Am Anfang war das Wort &#8211; und heute fruchtet dieses Wort vielerorts auf unserem Planeten in Fanatismus. Italien hat einen ebenso geschickten Machthaber, der seine Macht am Leben erhält, da er sich die Macht des Wortes einverleibt hat&#8230;</p>
<p>&#8230;viel gäbe es noch zu sagen, aber auch ich bin, ganz im Sinne Barthes, nur ein &#8220;sujet impur&#8221;, ein unreines Subjekt, gebe nur Denkanstöße als Möglichkeiten vor. In Pontypool kann alles ganz anders gewesen sein, wir wissen es nicht, ich kann dies hier und jetzt auch nicht für jeden Leser dieses Textes entscheiden oder vorgeben, sondern bestenfalls darüber berichten, was ich in diesem Film gesehen habe. Als Zuschauer bin auch ich nur Teil des Ganzen und füge meinen Teil dazu. Vielleicht waren diese Zeilen jedoch interessant genug, um sich selbst einzubringen, in diesen interaktiven Film, der ohne Mitdenken nicht funktionieren wird.</p>
<p>Und weil auch die Wiederholung &#8211; als philosophische Kategorie verstanden &#8211; Teil von &#8220;Pontypool&#8221; ist, verwundert es kaum, wenn für das kommende Jahr die Fortsetzung &#8220;Pontypool Changes&#8221; in den Kinos anlaufen soll. Hoffentlich kennt man dann auch in Europa Bruce McDonald und zumindest diesen Film schon.</p>
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		<title>Es war einmal&#8230;Kino. Tarsems &#8220;The Fall&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Sep 2009 11:29:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Los Angeles, long, long ago.&#8221; Kurz nach dem opulenten, in schwarz-weiß gedrehten Vorspann weist uns Tarsem Singhs (The Cell) neuer Film, der eigentlich schon gar nicht mehr so neu ist, den Weg, den es zu beschreiten gilt: Ein Blick zurück auf das, was einmal Film war, soll uns nun für die Zukunft, die nächsten 117 Minuten zumindest auch dahin wieder zurückführen. Es war einmal das Kino! Und es könnte auch einmal wieder Kino werden. Was man dann in den folgenden knapp zwei Stunden bestaunen darf, mag dem Einen oder Anderen vielleicht langweilig vorkommen. Hier ist nichts, oder sagen wir fast nichts, mit dem Computer gemacht worden: echte Schauplätze anstatt Studiokullissen, echte Menschen als Schauspieler anstatt etablierter Schauspieler, die sich selbst darstellen, Bilder und Emotionen anstatt Action und Worte.</p>
<p>Bereits 2006 fertiggestellt, hatte der Film zu diesem Zeitpunkt bereits vier Jahre Entstehungszeit hinter sich, was vor allen Dingen auch daran lag, da man an unzähligen Originalschauplätzen, überall auf der Welt gedreht hatte und dies nun einmal Zeit benötigt. Herausgekommen sind dabei Bilder, die den Gang ins Kino schon Wert sind. Hierzulande weiß man aber nichts von der Kraft des Kinos, die einstmals von dort ausging. So darf man sich immerhin noch glücklich schätzen, dass es der Film jetzt, drei Jahre später, auf BluRay und DVD geschafft hat. Kein Ersatz für die große Leinwand, aber immerhin eine Veröffentlichung. Eine Veröffentlichung aber auch, die einmal mehr untergehen und kaum wahrgenommen werden wird, da das heutige Publikum schon zu sehr darauf eingestellt ist, mit dem kühlen, emotionslosen animierten Blech und völlig überladenen Kitsch-Universen à la George Lucas mitzufiebern. Mit echten Bildern und Gefühlen können die Meisten schon nichts mehr anfangen.</p>
<p>Wir befinden uns in einem Krankenhaus in Los Angeles, kurz nach der Geburt des Kinos und dessen weltweiter Verbreitung. Ans Bett gefesselt lernt man so den Stuntman Roy kennen, der nach einem Unfall gelähmt ist und sich nichts so sehr wie den eigenen Tod wünscht. Da taucht die kleine Alexandria auf, die faszniert ist von Roys Geschichten und ihm stundenlang am Bett zuhört. Roy sieht seine große Chance gekommen und verlangt als Lohn für seine Geschichte, dass Alexandria ihm Morphium besorgt. Sie kommt, unwissend, was Roy eigentlich vor hat, dem Wunsch nach, holt jedoch zu wenige Tabletten&#8230;</p>
<p>Diese Geschichte, die ausschließlich im Krankenhaus stattfindet, wird dabei immer wieder unterbrochen, von der farbenfrohen Bilderwelt, welche Alexandria aus den Geschichten von Roy in ihrem Kopf entstehen lässt. Es ist Alexandrias Naivität und ihre kindliche Unschuld, die die Geschichte von Roy selbst immer wieder prägen und Einfluss darauf nehmen. Doch Roy gibt nicht auf und lässt seinen Missmut immer wieder einfließen. Spätestens dann, wenn er betrunken oder unter dem Einfluss von Tabletten ist, hat Alexandria keinen Einfluss mehr auf &#8220;ihre&#8221; Geschichte und wird mitgezogen in ihre und Roys Welt voller Gewalt und blindem Hass.</p>
<p>Tarsems &#8220;The Fall&#8221; erzählt aber nicht nur diese Geschichte, der Film selbst erzählt auch noch eine ganz andere Geschichte, die Geschichte des Films, wenn man so will. Die Wechselbeziehung zwischen Alexandria und Roy spiegelt die Filmwelt mit all ihren Schönheiten und Grausamkeiten wieder. Roy ist der Regisseur, Opfer des Studiosystems, er will seinen Film erzählen, wie er gern will, wird durch die Filmindustrie jedoch zum Grüppel gemacht. Unfähig sich zu bewegen, ist er den Launen der Produzenten und Studios hilflos ausgeliefert. Alexandria steht in Teilen für dieses Studiosystem in Hollywood: naiv und oftmals nicht in der Lage zu begreifen, mit welcher Symbolkraft ein geschickter Regisseur (wie Roy) arbeiten könnte, wenn man ihn nur lassen würde. Immer wieder platzt Alexandria, wie auch die großen Studios in den Entstehungsprozess der Geschichte hinein und bittet um Veränderungen. Roys Geschichte wird allmählich zur Geschichte von Alexandria. Jeder Regisseur, der sich mit den großen Studios einlässt, wird ein Liedchen davon singen können.</p>
<p>Roy ist jedoch ein Meister der Verschleierung, ein echter Regisseur eben. Wenn Tarsem im zugehörigen Booklet zur BluRay von &#8220;The Fall&#8221; beschreibt, wie man den Studios in Hollywood eine Geschichte verkaufen muss, dann wird Roys Rolle umso deutlicher: &#8220;Wenn man einem Hollywood-Studio eine Filmstory anbietet, verrät man den Leuten dort nie, wie man diese Geschichte tatsächlich erzählen will. Man bietet stattdessen die Story so an, wie man glaubt, dass die Studiobosse sie hören wollen. [...] Man versucht, ihr Interesse aufrecht zu erhalten und beobachtet ihre Reaktionen. Wenn sie anfangen, auf die Uhr zu schauen, fügt man schnell eine Portion Action oder Sex hinzu.&#8221; [1]</p>
<p>Roy versteht es genau auf diese Art, sein Studio (Alexandria) bei Laune zu halten. Und er schafft es ganz nebenbei die eigentliche Geschichte, die er erzählen will, geheim zu halten: seinen Versuch, sich selbst umzubringen, der sich hinter dem epischen Märchen, welches Alexandria sieht, versteckt. Man mag sich dabei verlieren können in den einmaligen, auf der Leinwand so sicherlich noch nicht gesehenen Bildern. Hier offenbart Tarsem nicht nur sein Talent, Bilder zu entwerfen, sondern zugleich auch die Kraft des Kinos wieder aufleben zu lassen &#8211; jene Kraft die das Kino immer schon besaß, sie jedoch nicht mehr zu nutzen weiß, da es schlichtweg einfacher geworden ist, Alles am Computer zu machen, als vor die Tür zu gehen und die Schönheit dieser Welt auszunutzen. Maschine essen Seele auf. Dafür steht das kommerzielle Kino unserer Zeit. Und ehrlich gesagt: Abgesehen von ihrer technischen Perfektion haben die Bilder des Kinos doch jeglichen Reiz verloren. Kino wird immer mehr zum Videospiel, wohl auch, da Filme die Einnahmequellen auf nachgelagerten Märkten für PS3 und XBox vorbereiten sollen. Einen Film gucken ist dann aber etwa so spannend, wie einem Freund beim Videospiel zugucken zu müssen. Auch dies vermag Tarsem zu thematisieren.</p>
<p>Zweifelsohne sind es gewaltige Bilder, die es da zu bestaunen gibt, doch die Handlung in diesen Bildern, die immerhin echt und nicht digital gemacht sind, ist eher dürftig, vermag niemanden wirklich mitzuziehen. Doch die Episoden im Krankenhaus wirken gerade wegen ihrer bildlichen Leere umso ergreifender. Tarsem kombiniert die Bilderpracht der einen Welt mit den Gefühlen der anderen, innerfilmisch echten Welt. Man muss sich schon darauf einlassen, um das Schockierende in diesem Krankenhaus mitzuerleben. Aber dies ist leider eine Eigenschaft, die dem breiten Kinopublikum durch Michael Bay und anderen Mörder des Kinos, geraubt wurde. Wenn Roy die Tabletten nimmt, kann es den fähigen Filmzuschauer nicht unberührt lassen. Immerhin nimmt er in diesem Moment, glaubend genügend Tabletten genommen zu haben, Abschied von Alexandria, die in ihrer Naivität natürlich nicht mitbekommen hat, dass sie gerade aktive Sterbehilfe geleistet hat &#8211; was für eine dramatische, emotional wuchtige Szene!! Der emotionalste Moment ist dann gegen Ende zugleich auch der bildschwächste: Alexandria liegt verletzt auf dem Krankenbett und wird von Roy besucht. Dieser hat offenbar erkannt, was er da von dem kleinen fünfjährigen Mädchen verlangt hat und diese beim Versuch, Tabletten zu stehlen, selbst fast umgekommen wäre. In tiefer Reue entwickelt er Mitgefühl für dieses Kind und schließlich so etwas wie Verantwortung. Sein Leben bekommt allmählich wieder einen Sinn. So beenden beide, Alexandria und Roy, unter Tränen vor Trauer und Glück nun endlich <em>ihre</em> Geschichte mit einem Ende, welches sie zusammen entworfen haben. Regisseur und Studioboss haben zueinander gefunden &#8211; ein Hoffnungsschimmer!</p>
<p>Tarsem legt aber nochmal nach: Nach den prachtvollen Bildern, kommen noch viel prachtvollere. Ein Zusammenschnitt alter Stummfilmaufnahmen mit wagemutigen Stuntszenen zeigt uns allen, wie einfach und wie schön das Kino einmal war, als noch alles <em>wirklich</em> gemacht und nichts der Maschine überlassen wurde. Hier sieht man Bilder, bei denen man den Atem anhält, man zusammenzuckt, man erstaunt und überrascht ist. Ein Film wie <a href="http://www.filmdenken.com/alle-filme/transformers-2-die-rache-ein-annaherungsversuch-68">&#8220;Transformers&#8221;</a>, bei dem immer schon klar ist, dass Alles nur virtuell am Computer existiert, kann man auf diese Art und Weise einfach nicht mehr mitfiebern. Das Spektakel verkommt zur Langeweile. Und vielmehr noch, als diese oder jene Computeranimation uns vielleicht dazu verleiten mag zu fragen, wie man dies wohl gemacht hat, zeigen doch gerade diese letzten Stummfilm-Minuten in Tarsems &#8220;The Fall&#8221;, wie schwierig richtiges Kino sein kann. Insofern macht man es sich mit dem Computer doch ziemlich einfach und bereitet der kreativen Kraft des Films ein jähes Ende.</p>
<p>&#8220;The Fall&#8221; ist der hoffnungsvolle Rückblick, der zugleich auch nach vorne blickend verstanden werden sollte.<br />
Eine Kinoauswertung in Deutschland kann nunmehr nicht mehr bestaunt werden. Zur Veröffentlichung für das Heimkino gibt es derzeit ein preislich attraktives Mediabook von Capelight. Enthalten ist darin ein 24-seitiges Booklet, eine DVD mit jeder Menge Bonusmaterial, der Hauptfilm auf DVD und eine etwas längere Fassung des Films auf BluRay. Das Mediabook ist beispielsweise bei AMAZON für 23,99 EUR zu haben.</p>
<p><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?lt1=_blank&#038;bc1=000000&#038;IS2=1&#038;bg1=FFFFFF&#038;fc1=000000&#038;lc1=0000FF&#038;t=filtexzumfil-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;m=amazon&#038;f=ifr&#038;md=1M6ABJKN5YT3337HVA02&#038;asins=B002DESI82" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
<p>[1] Zitat aus dem Mediabook von &#8220;The Fall&#8221;, Capelight, 2009, Art.Nr. 6408660</p>
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		<title>Vicky Cristina Barcelona</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Aug 2009 10:45:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Filme]]></category>
		<category><![CDATA[DVD]]></category>

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		<description><![CDATA[Woody Allen ist inzwischen mehr Europäer als US-Amerikaner, zumindest aus filmischer Sicht. Mit Geld aus Hollywood zieht es Allen seit geraumer Zeit vor, lieber in Europa zu drehen, und seinen Filmen bekommt dies durchaus gut. Das &#8220;Vicky Cristina Barcelona&#8221; dann auch noch ein besonders guter Film wird, der auch hierzulande mal mehr als 100.000 Zuschauer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Woody Allen ist inzwischen mehr Europäer als US-Amerikaner, zumindest aus filmischer Sicht. Mit Geld aus Hollywood zieht es Allen seit geraumer Zeit vor, lieber in Europa zu drehen, und seinen Filmen bekommt dies durchaus gut. Das &#8220;Vicky Cristina Barcelona&#8221; dann auch noch ein besonders guter Film wird, der auch hierzulande mal mehr als 100.000 Zuschauer in die Kinos lockte, mag nicht zuletzt auch an dem fabelhaften Starensemble liegen, welches Allen für sein Publikum auffährt. Die 100.000er-Marke knackte der Film bereits an seinem Startwochenende und bescherte Allen damit seinen erfolgreichsten Deutschlandstart in seiner bisherigen Karriere. Seit Mai ist der Film nun bereits auf DVD und BluRay erhältlich und bedürfte eigentlich keiner weiteren Erwähnung mehr, wenn da nicht ständig das Vorurteil wäre, dass dies ein Film über die Liebe sei.</p>
<p>Das ist er wohl, ganz ohne jeden Zweifel aber nicht nur, sondern vielleicht nur ein wenig am Rande. Daneben ist er aber noch viel, viel mehr. Ein Film über das Leben, das Gute und das Langweilige, ein Film über Medien, ein Film über die Kunst, ein Film über Filme sowieso und natürlich auch ein Film über die Zeit.</p>
<p>Gilles Deleuze unterscheidet zwei große Formen im Kino: das Bewegungsbild und das Zeitbild. Ersteres ist das Handlungskino, Aktionen und Bewegung bestimmen diese Form. Das Zweite ist, wie der Name schon vermuten lässt, dadurch gekennzeichnet, dass die Aktion, die ständig fortschreitende Handlung ausgesetzt wird, jene Filme machen die Zeit auf ihre Art und Weise selbst zum Thema. Und was macht Woody Allen hier: er legt beide Formen raffiniert übereinander.</p>
<p>Im Bewegungsbild unterscheidet Deleuze den Film einmal mehr in die große und die kleine Form. Die große Form führt den Zuschauer in eine Situation ein, im weiteren Verlauf ergibt sich aus dieser Situation Aktion, die Handlung setzt ein und führt am Ende schließlich zu einer neuen, veränderten Situation (S-A-S`). &#8220;Vicky Cristina Barcelona&#8221; scheint auf die selbe Weise zu funktionieren. Vicky und Cristina kommen in Barcelona an und wollen den Sommer verbringen. Die Situation ist klar und die Aktion meldet sich in Form von Juan, der die beiden zu einem Ausflug und unverfroren auch zum &#8220;Liebe machen&#8221; einlädt. Die Situation wird aufgelöst durch eine Reihe unzähliger Aktionen, die zwischenzeitlich immer wieder neue Situationen hervorrufen, die sich erneut als Ursache für weitere Aktionen entpuppen &#8211; das Bewegungsbild und die große Form, ganz im Sinne von Deleuze. Doch worauf läuft die ganze Handlung schlussendlich hinaus? Auf eine veränderte, von der Anfangssituation verschiedene, neue Situation? Eher nicht. Nach 96 Minuten wird man feststellen, dass Alles so ist, wie es vorher schon war. Im Prinzip ist nichts passiert, jegliche Aktionen des Handlungsfilmes werden relativiert. Was hat uns der Film dann aber noch gezeigt, wenn es nicht seine Handlung ist? Die Zeit! Das Zeitbild meldet sich zu Wort und mit ihm Allens wunderbarer Blick auf das Leben, und wie die Zeit vergeht, und wie jeder irgendwie weitermacht, Tag für Tag anders und am Ende doch immer das Selbe.</p>
<p>Vicky heiratet ihren Mann, obwohl sie ihn nicht wirklich liebt. Judy Nash, eine Freundin von Vickys Familie, durchlebt mit ihrem Mann Marc das gleiche Schicksal, ist jedoch zu alt, um noch zu handeln, um aus der Situation mittels Aktion eine neue Situation zu machen. Sie rät Vicky zum Handeln, zur Aktion, doch Vicky lässt die Zeit verfliegen, sie verweilt in ihrer Situation. Etwaige Aktionen, wie die kurze Affäre mit Juan, bleiben folgenlos. Die Zeit vergeht und nichts passiert, abgesehen davon, dass das Leben weitergeht.</p>
<p>Cristina beginnt auch eine Affäre, eine von vielen in ihrem Leben. Man könnte meinen, sie kennt gar keine Situationen, sondern nur Aktionen, denn wirklich zufrieden ist sie niemals, ständig auf der Suche nach sich selbst, ständig in Bewegung, ständig in Aktion. In ihre Affäre mit Juan drängt sich eines Tages dessen Ex-Frau. Alles scheint perfekt. Eine perfekte Situation für Alle drei, Liebe zu dritt. Doch Cristina hält das Perfekte nicht aus, sie kann mit der Situation nicht umgehen, sie muss in Aktion treten und verlässt Juan und Maria Elena. Für Juan und seine Ex-Frau ergibt sich daraus wieder die selbe Situation wie immer: Sie streiten sich, sie lieben sich und sie werden sich wieder trennen. Wie immer, nichts hat sich verändert.</p>
<p>Für Cristina bleibt aber auch Alles wie gehabt. Sie tritt wieder in Aktion, begibt sich auf die Suche nach einer Situation, mit und in der sie leben kann, unwissentlich, dass sie diese nicht finden wird. Denn Situationen können sie nicht glücklich machen, sie braucht die Veränderung. Veränderung ist ihre feststehende Konstante im Leben, es ist ihr Leben in Aktion zu bleiben, in Cristina fallen Stillstand und Veränderungen zusammen, sie symbolisiert das, was Woody Allens Film ist: Bewegungsbild und Zeitbild zugleich, Cristina symbolisiert auch das Leben, immer weiter, jeden Tag neu, jeden Tag was Anderes und daher jeden Tag das Selbe.</p>
<p>In diesem Sinne ist &#8220;Vicky Cristina Barcelona&#8221; dann tatsächlich ein Liebesfilm, mit einer Liebeserklärung an das Leben, das hier auf so herzliche Weise verfilmt wurde.<br />
<iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?lt1=_blank&#038;bc1=000000&#038;IS2=1&#038;bg1=FFFFFF&#038;fc1=000000&#038;lc1=0000FF&#038;t=filtexzumfil-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;m=amazon&#038;f=ifr&#038;md=1M6ABJKN5YT3337HVA02&#038;asins=B001PJJLNM" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe><br />
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		<title>Hangover – Preview zum Bundesstart am 23.07.2009</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Jun 2009 19:49:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Filme]]></category>
		<category><![CDATA[DVD]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Kino]]></category>
		<category><![CDATA[Über Filme nachdenken]]></category>

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		<description><![CDATA[Hoppla, eine Auffälligkeit in den US-Kinocharts! Die Unkundigen jubeln derzeit aus nicht nachvollziehbaren Gründen dem selbsternannten &#8220;Kino&#8221;-&#8221;Highlight&#8221; des Jahres (Transformers 2) entgegen und bemerken erneut nicht, wie schon dessen Vorgänger (Transformers 1) weder ein Highlight, noch überhaupt irgendwas mit Kino zutun haben könnte. Nun liebe Leser, schätzen Sie sich glücklich &#8211; besseren Wissens. Und die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hoppla, eine Auffälligkeit in den US-Kinocharts! Die Unkundigen jubeln derzeit aus nicht nachvollziehbaren Gründen dem selbsternannten &#8220;Kino&#8221;-&#8221;Highlight&#8221; des Jahres (Transformers 2) entgegen und bemerken erneut nicht, wie schon dessen Vorgänger (Transformers 1) weder ein Highlight, noch überhaupt irgendwas mit Kino zutun haben könnte. Nun liebe Leser, schätzen Sie sich glücklich &#8211; besseren Wissens. Und die Tatsache, dass Sie hier gerade Lesen und dies hoffentlich auch noch für die folgenden Zeilen dieses Themas beibehalten werden, spricht doch deutlich dafür, dass eben benanntes besseres Wissen alsbald auch in Ihrem Kopf Einzug gehalten hat und Sie fortan das wahre Kino-Highlight &#8211; nicht vielleicht des Jahres, wohl aber des Sommers &#8211; kennen: &#8220;Hangover&#8221;. Nie gehört? Natürlich nicht! Die Darsteller? &#8211; stehen dem in nix nach: sie sind ebenso allesamt eher unbekannt und nur 30 Mio US-$ Produktionskosten? Wie kann sowas denn ein Hit werden, fragt man sich sicherlich auch in Hollywood. Doch dann rast eben dieser Film, kaum der Rede Wert, direkt auf Platz 1 der Kinocharts in den USA und spielt direkt nach dem Startwochenende mit knappen 45 Mio US-$ schonmal locker seine Kosten wieder ein und dies, obwohl der Verleih sich für das eher unökonomische R-Rating (in den USA bedeutet dies &#8220;Frei ab 17 Jahren&#8221;) entschieden hat und damit eine Unmenge potentieller Zielgruppen ausgeschlossen hat!! Gut, was können die vielen US-Amerikaner schon über die Qualität eines Filmes aussagen, mag der geneigte Leser von <a href="http://www.filmdenken.com/filmdenken/filmdenken-3">FilmDenken</a> nun einwenden und er oder sie hat natürlich recht. Doch solch ein fulminanter Start eines Films, der drittbeste R-Rating-Start in den USA bislang, lässt dann doch irgendwie aufhorchen. Und es klingt gar nicht mal schlecht, es könnte tatsächlich solch ein ganz großes Ding werden, so ein Kultfilm vielleicht.</p>
<p>Bitte sehr:<br />
<object width="560" height="340"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/WtMzzhCt7vU&#038;hl=de&#038;fs=1&#038;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/WtMzzhCt7vU&#038;hl=de&#038;fs=1&#038;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="560" height="340"></embed></object></p>
<p>Doug will also heiraten. Wie es sich gehört, wird kurz davor mit den besten Freunden nochmal kräftig die Sau rausgelassen, bevor 48 Stunden später der schönste Tag für den Bräutigam und seine Braut Tracy ansteht. Mit dabei bei der großen Party in Las Vegas sind neben Doug seine Freunde Phil, Stu und Alan &#8211; Dougs zukünftiger Schwager. Das große Besäufnis kann beginnen&#8230;der Film klinkt sich hier jedoch aus. Der Tag danach beginnt: Das Hotelzimmer ist zerstört, alle haben einen Kater, ein großer Kater, ähm ein Tiger, sitzt im Bad und niemand weiß, was in der letzten Nacht eigentlich passiert ist. Und noch viel schlimmer: niemand weiß, wo der Bräutigam eigentlich ist. Es folgt die Aufbereitung einer Nacht mit allerlei Skurrilitäten&#8230;</p>
<p>Wer dementsprechend im Sommer ohnehin noch nichts Besseres vor hat, sein Geld lieber nicht für &#8220;Transformers 2&#8243; wegwerfen will, der sollte hier durchaus einen Blick riskieren, mir scheint der Buzz, den dieser Film erzeugt hat, durchaus angemessen zu sein und es darf Großartiges, vielleicht sogar Geniales, erwartet werden!</p>
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		<title>Bilder für die Ohren oder das Kino des Tons</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Apr 2009 12:58:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Filme]]></category>
		<category><![CDATA[DVD]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Der Tonfilm hat die Stille erfunden&#8221;, schrieb seiner Zeit der Regisseur Robert Bresson in seinen &#8220;Notizen zum Kinematographen&#8221;. Spärlich tauchen in jenen Notizen immer wieder Anmerkungen und Gedanken zum Ton auf, die deutlich machen, welche ungeheure Wichtigkeit der Regisseur im Ton im ansonsten eher vom Bild dominierten Medium Film erkannt hat. Leider ist die Bedeutung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Der Tonfilm hat die Stille erfunden&#8221;, schrieb seiner Zeit der Regisseur Robert Bresson in seinen <a href="http://www.amazon.de/Notizen-zum-Kinematographen-Robert-Bresson/dp/3895811734/ref=sr_1_1?ie=UTF8&#038;s=books&#038;qid=1241009121&#038;sr=8-1">&#8220;Notizen zum Kinematographen&#8221;</a>. Spärlich tauchen in jenen Notizen immer wieder Anmerkungen und Gedanken zum Ton auf, die deutlich machen, welche ungeheure Wichtigkeit der Regisseur im Ton im ansonsten eher vom Bild dominierten Medium <em>Film</em> erkannt hat. Leider ist die Bedeutung des Tons im Film aber abgesehen davon kaum großartig untersucht worden. Selbst die Filmwissenschaften stellen den Ton nur allzu gern unter das Primat des Bildes. Den Ton untersuchen heißt dann eben immer, seine Relation zum Bild zu untersuchen.</p>
<p>Bressons Anmerkungen in seinen Notizen, aber vielmehr natürlich noch seine Filme selbst, verdeutlichen jedoch, dass der Ton damit nicht hinreichend benannt werden kann. Sein Ton, der Ton in Bressons Filmen eben, weiß oftmals mehr als das Bild und umgekehrt. Bild und Ton sind Fremde, die sich auf der Leinwand eher zufällig treffen und zu Freunden, mindestens aber zu Bekannten werden, um sich wenig später vielleicht schon wieder zu trennen. Die nachfolgend verlinkte Arbeit versucht, den Fokus auf den Ton zu richten, und ihn dabei zugleich von der Dominanz der Bilder zu lösen. Exemplarisch geschieht dies anhand vier ausgewählter Bresson-Filme: <a href="http://astore.amazon.de/filtexzumfil-21/detail/B00068OSVS">&#8220;Mouchette&#8221;</a>, <a href="http://astore.amazon.de/filtexzumfil-21/detail/B0002IAQE0">&#8220;Les Dames du Bois-de-Bologne&#8221;</a>, <a href="http://astore.amazon.de/filtexzumfil-21/detail/B0014G7HU0">&#8220;Lancelot Du Lac&#8221;</a> und <a href="http://astore.amazon.de/filtexzumfil-21/detail/B001J289V0">&#8220;Le diable probablement&#8221;</a>.</p>
<p>Diese vier Beispiele aus dem Schaffen Bressons sollen aber zugleich auch einen Anreiz darstellen, das hier zum Ton Ausgesagte nicht nur auf das Werk von Bresson zu beziehen, sondern zugleich auch andere Filme zukünftig auch im Hinblick auf den Ton unter neuen Gesichtspunkten zu lesen und zu verstehen. Denn zweifelsfrei dürfte klar sein, dass Bresson nicht der einzige Regisseur war, der derart mit dem Ton umgegangen ist, wie der nun folgende Text deutlich machen wird: <a href="http://www.filmdenken.com/wp-content/uploads/2009/04/oliver_tege_bilder_fur_die_ohren.pdf">Hier gehts zur Untersuchung</a>.</p>
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		<title>Ein Haus aus Sand und sein Film aus Zeit</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Apr 2009 13:10:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Filme]]></category>
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		<description><![CDATA[Brasilianische Filme sind hierzulande kaum bekannt. Der ganze Stolz der brasilianischen Filmwelt &#8211; &#8220;City of God&#8221; &#8211; ist vielleicht der einzige Film aus Brasilien, der weltweit, so auch in Deutschland, ein nennenswertes Publikum gefunden hat. Gleichsam ist dies dann aber auch wieder die Art von Film, die im eigenen Land kritisiert wird. Ivana Bentes etwa [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Brasilianische Filme sind hierzulande kaum bekannt. Der ganze Stolz der brasilianischen Filmwelt &#8211; &#8220;City of God&#8221; &#8211; ist vielleicht der einzige Film aus Brasilien, der weltweit, so auch in Deutschland, ein nennenswertes Publikum gefunden hat. Gleichsam ist dies dann aber auch wieder die Art von Film, die im eigenen Land kritisiert wird. Ivana Bentes etwa wirft dem Film eine transnationale Ästhetik vor &#8211; ökonomische Verwertbarkeit weltweit, die die Ästhetik des brasilianischen Films, geprägt etwa durch Glauber Rocha und das von ihm mitbegründete Cinema Novo, mit Füßen tritt. Doch ist Bentes, wie auch die anderen Kritiker des zeitgenössischen brasilianischen Films nicht etwas vorschnell und tut dem aktuellen Filmgeschehen des Landes Unrecht an?</p>
<p>Zweifelsfrei ja, denn ein konzentrierter Blick auf den brasilianischen Film von heute gibt nach wie vor die Sicht auf eine ganz eigene, landesspezifische Ästhetik frei, die man in dieser Art tatsächlich nur im brasilianischen Film vorfinden kann. Exemplarisch soll hier der Film &#8220;Casa de Areia&#8221; (Haus aus Sand) von Andrucha Waddington benannt werden &#8211; ein Film der auf wundervolle Weise Brasilien zu repräsentieren weiß, das Verhältnis des Menschen zur Natur und in seiner Eigenart ein auch heute noch unberührtes, gewissermaßen un-kolonialisiertes Brasilien zu zeigen vermag.</p>
<p>Eine umfassende Auseinandersetzung mit dem Film &#8220;Casa de Areia&#8221; finden Sie unter <a href="http://www.filmdenken.com/wp-content/uploads/2009/04/oliver_tege_casa.pdf">HIER</a></p>
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