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	<title>FilmDenken &#187; Kino</title>
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		<title>Filmkritik: &#8220;Dame, König, As, Spion&#8221;, Bundesstart: 02.02.2012</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 12:49:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Was hat der Film im Vorfeld nicht schon wieder für Gesprächsstoff gesorgt. Die Kritiker überschlagen sich mal wieder mit Lob und kommen aus dem Schwärmen gar nicht mehr raus. In letzter Zeit ist dies jedoch für all diejenigen, die gern ins Kino gehen, weil sie Filme lieben und dennoch keine Kritiker sind, oftmals ein wichtiger [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was hat der Film im Vorfeld nicht schon wieder für Gesprächsstoff gesorgt. Die Kritiker überschlagen sich mal wieder mit Lob und kommen aus dem Schwärmen gar nicht mehr raus. In letzter Zeit ist dies jedoch für all diejenigen, die gern ins Kino gehen, weil sie Filme lieben und dennoch keine Kritiker sind, oftmals ein wichtiger Hinweis darauf, dass sie diesen Film lieber meiden sollten.</p>
<p>Worum gehts denn hier eigentlich: Geheimdienste, Kalter Krieg, Sowjetunion &#8211; Großbritannien und ein wenig USA, fünf hochrangige Spione, gaaanz weit oben im britischen Geheimdienst und einen Maulwurf ebenda. Da wird der wortkarge, aber offensichtlich geniale Agent Smiley beauftragt, den russischen Doppelagenten ausfindig zu machen, und das gelingt natürlich. Happy End, alle glücklich und doch gucken alle von Anfang bis Ende durchweg beträufelt, bekommen kaum zwei Sätze zusammen, sondern antworten auf konkreten Fragen zumeißt mit ausgedehntem Schweigen.</p>
<p>Für den Zuschauer wird dies alsbald langweilig &#8211; nein &#8211; es ist eigentlich von Beginn an langweilig, da ohnehin nie wirklich Spannung aufkommen will. Eine klassisch gestrickte Agentengeschichte, die nur allzu vorhersehbar ist und dennoch nahezu alle Fragen, die der Film in seinem Verlauf so stellt, unbeantwortet lässt. Wer ist Smiley, warum ist er denn der Beste für diesen Job? Keine Ahnung. Was ermittelt er denn da eigentlich die ganze Zeit &#8211; oder besser noch &#8211; ermittelt er überhaupt, oder sitzt er nur in seinem Versteckt rum und wartet darauf, dass noch zehn weitere, kaum durchschaubare Nebencharaktere auf die Leinwand geballert werden? Keine Ahnung. Der Chef des Geheimdienstes &#8220;Circus&#8221; weiß als erster von dem Maulwurf und beauftragt George Smiley, doch woher weiß er das und warum ist er dann für den Rest des Films verschwunden? Keine Ahnung. Was hat die Geschichte des Agenten in Istanbul und seine Liebe zur russischen Agentin, die gern überlaufen will, jedoch verletzt auf einem Schiff nach Odessa verfrachtet wird, mit dem Maulwurf zu tun? Keine Ahnung. Warum &#8211; ACHTUNG SPOILER &#8211; muss ausgerechnet der britischste aller Darsteller in diesem Film den Doppelagenten spielen &#8211; dem nimmt man die Rolle von allen beteiligten Darstellern am wenigsten ab.</p>
<p>Der geneigte Leser merkt schon: &#8220;Dame, König, As, Spion&#8221; ist auch ein Film über Ungereimtheiten. Vielleicht soll der Zuschauer selbst zum Agenten werden und in Erfahrung bringen, was hier eigentlich los ist, denn der Film vermag all dies nicht zu übermitteln. Er fängt, wie gesagt, ganz klassisch &#8211; oder sollte man vielleicht klischee-überladen sagen?! &#8211; an: Ein Agententhriller im 70er-Look. Dann, ebenso erwartbar, wird es erstmal schwierig: Charakter um Charakter, Nebendarsteller um Nebendarsteller wird vorgestellt, doch bei all dem geht der Überblick noch nicht verloren. Zu jedem Charakter wird aber eine neue Geschichte erzählt und man erwartet nun, dass George alsbald sämtliche Fäden und Spuren, die der Film nur so um sich haut, zusammenführt. Aber nichts dergleichen passiert. Jeder Nebenstrang des Films bleibt am Ende schlichtweg unmotiviert repräsentiert, hätte so &#8211; aber eben auch ganz anders erzählt werden können. Und warum George dann am Ende plötzlich weiß, wer der Maulwurf ist, und wieso sein von allen gesuchter Freund und Kollege nach Paris geht, um von dort ein paar Faxe zu versenden, will sich auch dem konzentrierten Zuschauer am Ende des Films nicht erschließen. OK, ist ja nochmal alles gut gegangen, der Maulwurf ist enttarnt. Das Wie und Warum ist an der Stelle dann auch nicht mehr entscheidend &#8211; schließlich braucht der Film dann, in seinen letzten fünf Minuten auch nicht mehr logisch und spannend zu werden.</p>
<p>Ein Trauerspiel von einem Agentenfilm &#8211; dann doch lieber die französischen Originale, etwa &#8220;Le Samurai&#8221;, und bitte: Sparen Sie sich das Geld für diesen Film &#8211; er ist nicht wirklich schlecht, keineswegs:  Die Optik und Atmosphäre stimmt, nur die Geschichte ist schlichtweg unbrauchbar, da es faktisch keine Geschichte gibt &#8211; aber Kino sollte doch der Ort sein, an dem die ganz großen Geschichten erzählt werden&#8230;Nach dem katastrophal langweilig und gescheiterten Verblendungs-Remake von David Fincher ist dies schon der zweite, lang erwartete Film, der dann derart nach hinten losgeht&#8230;Ich warte noch auf das erste große Highlight von 2012.</p>
<p>Erst kürzlich gab es einen recht amüsant zu lesenden Artikel über das Missverhältnis von professionellen Filmkritikern und dem Publikum. Alle Filme, die in einer bestimmten Woche in den US-Kinos anliefen und von den Kritikern mal wieder überdurchschnittlich über den Klee gelobt wurden, vielen beim Publikum allesamt durch. Dagegen feierten genau jene Filme kaum zu erwartende und im Vorfeld überhaupt nicht kalkulierbare Erfolge, denen die Kritiker von Anfang an keine Chancen gaben. Nun muss der Geschmack der Masse nicht immer das Maß der Dinge sein &#8211; wenn die Filmkritik sich aber zunehmend von Ihrem Klientel entfernt, dürfte sie irgendwann obsolet werden. Das Problem, und &#8220;Dame König As Spion&#8221; macht dies mal wieder deutlich: Man schreibt nicht mehr objektiv darüber, was man da gerade tatsächlich im Kino gesehen hat. Kaum einer traut sich noch, klare, deutliche Worte zu einem Film zu finden &#8211; erst recht nicht, wenn dann schon drei renommierte Kritiker positiv über einen Film geschrieben haben. Das Publikum kann mit derartigen Kritiken aber nichts mehr anfangen und liest diese irgendwann dann eben auch nicht mehr. Man sehe sich nur das Missverhältnis zwischen den Profis und den passionierten Filmliebhabern auf Metacritic zu &#8220;Dame König As Spion&#8221; an:</p>
<p><a href="http://www.metacritic.com/movie/tinker-tailor-soldier-spy/critic-reviews">Kritik-Zusammenfassung der Profis</a><br />
<a href="http://www.metacritic.com/movie/tinker-tailor-soldier-spy/user-reviews">Kritik-Zusammenfassung des Publikums</a></p>
<p>Gerade auf der Seite des Publikums spricht man mir aus der Seele:</p>
<p>&#8220;Just saw a screening of Tinker Tailor Soldier Spy. Stunned to read that reviews are good. Wait until real people see this, and not reviewers who are afraid to call this like it is, one of the most confusing and convoluted movies I have ever seen.&#8221;</p>
<p>&#8220;The movie is totally incomprehensible, dull and uninvolving. It jumps forward and backward in time at random, and Gary Oldman does an Alec Guiness impression. I don&#8217;t know what movie the critics saw, but this is a total snooze.&#8221;</p>
<p>Recht habe sie, ich weiß auch nicht, was die Kritiker da für einen Film gesehen haben, gestern abend zur Preview in den Leipziger Passage Kinos lief jedenfalls ein enorm langweiliges, wenig mitreißendes Stückchen Film, mehr nicht!</p>
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		<title>The Ward &#8211; Filmkritik zum Bundesstart am 29.09.2011</title>
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		<pubDate>Sun, 02 Oct 2011 09:34:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
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		<description><![CDATA[John Carpenter´s &#8220;The Ward&#8221; Ist Vorsicht geboten? Lange hat Altmeister Carpenter, nichts mehr von sich hören, oder besser gesagt sehen lassen. Sollte dies dann jetzt wieder nur einer dieser unsäglichen Hollywood-Versuche sein, einen B-Movie mit einem großen Namen als Presenter zu promoten, nur um finanziell nicht völlig unterzugehen? In diesem Falle nicht: Tatsächlich ist &#8220;The [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>John Carpenter´s &#8220;The Ward&#8221;</strong><em></em></p>
<p>Ist Vorsicht geboten? Lange hat Altmeister Carpenter, nichts mehr von sich hören, oder besser gesagt sehen lassen. Sollte dies dann jetzt wieder nur einer dieser unsäglichen Hollywood-Versuche sein, einen B-Movie mit einem großen Namen als Presenter zu promoten, nur um finanziell nicht völlig unterzugehen? In diesem Falle nicht: Tatsächlich ist &#8220;The Ward&#8221; Carpenters erster Langspielfilm seit zehn Jahren und er zeigt, dass er das Genre (welches eigentlich, denn hier regiert der Genremix) wunderbar beherrscht.</p>
<p>Kristen wird vor einem brennenden Haus aufgegriffen und in eine psychiatrische Klinik gebracht. Sie kann sich offenbar an nichts mehr erinnern. Warum hat sie das Haus angezündet, was ist in ihrer Vergangenheit vorgefallen und hat jenen Menschen aus ihr gemacht, der nun in der Psychiatrie gelandet ist. All diese Fragen werden zu Beginn gestellt und erwecken einiges an Erwartungen und Vermutungen beim Zuschauer, doch es kommt, erstaunlicherweise ganz anders.</p>
<p>Schon bald wird klar, dass die Psychatrie irgendetwas zu verbergen hat &#8211; ist Kristen möglicherweise gar die einzige Normale im gesamten Gebäudekomplex. Zunehmend verwirrender und kaum mehr nachvollziehbar sind sämtliche Handlungen und Dialoge nahezu aller Beteiligten im Krankenhaus &#8211; Patienten und Personal wirken befremdlich&#8230;was geht hier vor?</p>
<p>Mehr zu erzählen, wäre dramatisch, denn wie schon gesagt: So abgegriffen und kopiert die gesamte Thematik auch wirkt &#8211; Carpenter schafft es, seinen Plot so zu gestalten, dass man als Zuschauer ebenso verwirrt und ratlos bleibt, wie Kristen in der Anstalt. Gemeinsam muss man sich mit ihr auf den Weg begeben, um das Geheimnis um die Anstalt zu lüften und man entfernt sich dabei von der Antwort immer weiter, als das man ihr näher kommen könnte.</p>
<p>Stylistisch weiß Carpenter einmal mehr sein Können unter Beweis zu stellen. Natürlich ist es das riesige, unheimliche und dunkle Gebäude, welches ebenso als ein wesentlicher Darsteller in &#8220;The Ward&#8221; agiert &#8211; und Carpenter weiß, wie Licht und Kamera eingesetzt werden, um diese schauerliche Atmosphäre von Anfang bis Ende konsequent aufrecht zu erhalten. Zu den Charakteren &#8211; Haupt- und Nebendarsteller &#8211; kann an dieser Stelle nicht viel gesagt werden. Tatsächlich lassen sich einige Kritiken im Netz, wie bspw. diejenige von Filmstarts.de finden, die mangelnde charakterliche Tiefe vermissen und das schwache Script bemängeln. Offenbar hat der Autor jener Kritik den Film dann nicht wirklich verstanden, denn die Darsteller (ausnahmslos alle Darsteller) können gar nicht anders, als ohne wirkliche Profiltiefe auskommen, alles Andere würde die gesamte Narration irreparabel stören. Mehr kann hierzu aber, wie schon erwähnt, nicht verraten werden.</p>
<p>Am Ende geht dann tatsächlich alles sehr schnell, für den einen oder anderen vielleicht zu schnell, doch auch dies ist wichtig, um die Situation, in der sich Kristen befindet, adäquat auch auf den Zuschauer zu übertragen, die Erkenntnis, die sie dann erlangt, ist ein Faustschlag mitten ins Gesicht, der erstmal verdaut werden muss &#8211; für Kristen, wie auch für uns Zuschauer. Und dann &#8211; dies kennzeichnet ja die guten Filme &#8211; kommt man zur eigenen Erkenntnis, den Film noch einmal anzusehen, nun unter den Vorzeichen des neuen Wissens.</p>
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		<title>Filmkritik: 127 Hours</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Apr 2011 06:15:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Film startete hierzulande bereits im Februar in den Kinos und ist daher zum jetzigen Zeitpunkt nur noch in einigen wenigen Lichtspielhäusern zu sehen. Wer es bis dato verpasst hat, ins Kino zu gehen, was auf Grund der grandiosen Bilder dieses Films definitiv zu empfehlen ist, muss sich noch bis zum Ende des Jahres gedulden. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Film startete hierzulande bereits im Februar in den Kinos und ist daher zum jetzigen Zeitpunkt nur noch in einigen wenigen Lichtspielhäusern zu sehen. Wer es bis dato verpasst hat, ins Kino zu gehen, was auf Grund der grandiosen Bilder dieses Films definitiv zu empfehlen ist, muss sich noch bis zum Ende des Jahres gedulden. Erst im Dezember ist die Veröffentlichung auf BluRay und DVD angekündigt.</p>
<p>Es ist die wahre Geschichte von Aron Ralston, der bei einer Klettertour durch den Bluejohn Canyon in Utah in eine Situation gerät, die ihn zum Äußersten zwingt, um zu überleben. Er ist eigentlich kein Anfänger, der Canyon ist für sowas wie ein zweites Zuhause. Doch auch der erfahrenste Kletterer ist nicht vor Fehltritten &#8211; oder in diesem Fall Fehlgriffen &#8211; sicher. Aron versucht Halt an einem größeren Felsbrocken zu bekommen, doch dieser kommt in Bewegung und stürzt mit dem Kletterer in die Tiefe. Dabei verkeilt sich der Stein in er engen Felsspalte und klemmt Arons Arm mit ein. Niemand weiß, wo sich Aron befindet, auf Rettung ist in dieser Situation nicht zu hoffen. Anfängliche Versuche, den eingeklemmten Arm, oder den festsitzenden Stein in Bewegung zu bringen, erweisen sich schon bald als hoffnungsloses Unterfangen. Allmählich neigen sich Arons Vorräte dem Ende zu und das Unausweichliche rückt immer näher &#8211; wie weit ist Aron bereit zu gehen, um zu überleben? Sein rechter Arm für sein Leben&#8230;</p>
<p>Filme, in denen wenige oder gar nur ein Schauspieler die ganze Zeit über präsent sind und die gesamte Narration tragen (müssen), gibt es haufenweise. Doch selten ist ein Film derart zentriert und fokussiert auf nur einen Charakter an nur einem, sehr engen, kleinen Handlungsraum. Tom Hanks hat in &#8220;Cast Away&#8221; schon meisterlich diese One-Man-Show umgesetzt, ihm blieb dabei aber immerhin noch eine ganze Insel, die im Film für Abwechslung sorgte. In &#8220;127 Hours&#8221; dagegen bleibt die Kamera nicht nur an Aron, absolut grandios gespielt von James Franco, kleben, sondern auch der Handlungsort gibt dem Zuschauer über weite Teile des Films nicht mehr Sicht frei, als Aron diese, tief unten in der Felsspalte hat. Man hätte den Film auch deutlich dramatischer umsetzen können, hätte neben den verzweifelten Versuchen Arons, wieder frei zukommen, auch eine Aussensicht zeigen können, etwa wie die Eltern sich besorgt auf die Suche machen, man sich auf Arbeit wundert, das Aron nicht erscheint und nicht erreichbar ist. Auf all dies verzichtet der Film jedoch und es tut ihm gut. So verbleibt die Kamera nahezu die gesamte Zeit, mit Ausnahme von einigen Erinnerungssequenzen und Halluzinationen, dort unten bei Aron und Regisseur Danny Boyle leistet fantastische Arbeit, dass die Einzelshow von Darsteller Franco nicht langweilig wird.</p>
<p>Die typische Handschrift von Boyle lässt sich auch in diesem Film überdeutlich wiederfinden. Gleich zu Beginn geht es ebenso rasant los, wie man es zuletzt beim ausnahmsweise mal völlig zu recht mit Preisen überhäuften &#8220;Slumdog Millionaire&#8221; gesehen hat: Dank Splitscreens, die das Auge des Zuschauers zugleich herausfordern und überfordern werden wir mitten hinein geworfen in das Geschehen und angesteckt von der Euphorie Arons, der es kaum erwarten kann, die Weite der Natur auszukosten. Und eben diese Natur ist schließlich, neben Aron, der zweite, heimliche Hauptdarsteller des Films, den Boyle einmal mehr in traumhaften Bildern, die alsbald zu alptraumhaften Bildern, werden einfängt. Und es sind eben jene Bilder, die Boyle immer schon auszeichnen, ganz egal ob im eben schon erwähnten &#8220;Slumdog Millionaire&#8221; oder im unberechtigterweise weit weniger beachteten &#8220;Sunshine&#8221;.</p>
<p>Neben tollen Bildern, die sicherlich auch andere auf die Leinwand hätten zaubern können, schafft es der Regisseur und natürlich sein James Franco, dass es zu keiner Zeit langweilig wird &#8211; und dies obwohl man von Anfang an eigentlich weiß, worauf dies hinausläuft. Doch gerade die Idee, hier nicht mit Umschnitten in die übrige Welt zu schalten, sondern immer bei Aron zu bleiben, macht die Wucht des Films aus. Stets organisiert und professionell kann man mit Ansehen, wie Hunger, Hoffnungslosigkeit und die zunehmende Dehydrierung Aron immer mehr an den Rand seiner Möglichkeiten und in den Wahnsinn treibt &#8211; vielleicht ist es auch dies, was ihn am Ende zum eigentlich Undenkbaren, ungeheuer schmerzlichen Höhepunkt treibt. Das Publikum leidet und hofft somit 90 Minuten mit ihm. Aron dagegen kämpfte 127 Stunden ums Überlebenskampf, bis er sich aus eigener Kraft selbst befreien konnte. Ein kraftvoller, mitreißender Film!</p>
<p><iframe title="YouTube video player" width="500" height="300" src="http://www.youtube.com/embed/WmQG5nEKMKc" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>&#8220;Alles, was wir geben mussten&#8221; (Never let me go) ist alles, was wir begreifen müssen</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Apr 2011 14:10:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kathy, Ruth und Tommy sind beste Freunde. Gemeinsam wachsen sie in Hailsham auf, auf den ersten Blick ein Internat, dessen Idylle jedoch nur trügerischer Schein ist. Die Kinder, die dort aufwachsen, verstehen sich selbst nicht als Teil der Menschheit &#8211; wie auch, wird ihnen doch von Beginn an, in Einrichtungen wie Hailsham, tagtäglich beigebracht, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kathy, Ruth und Tommy sind beste Freunde. Gemeinsam wachsen sie in Hailsham auf, auf den ersten Blick ein Internat, dessen Idylle jedoch nur trügerischer Schein ist. Die Kinder, die dort aufwachsen, verstehen sich selbst nicht als Teil der Menschheit &#8211; wie auch, wird ihnen doch von Beginn an, in Einrichtungen wie Hailsham, tagtäglich beigebracht, dass sie &#8220;gemacht&#8221; sind, um eines Tages als Organspender zu agieren. Die drei wachsen heran, kommen vom Internat auf einen Bauernhof und laufen mit immer schnelleren Schritten auf das Leben &#8211; und vielmehr auf das Ende dieses Lebens hin, welches ihnen von Anfang an vorher bestimmt war. Auf diesem Weg durchleben die Drei die Freundschaft und Liebe, ebenso wie Eifersucht, Hass und Verrat. Aus innigem Zusammenhalt wird alsbald tiefe Zerstrittenheit&#8230;Und als die Versöhnung naht, ist es doch schon zu spät. Zu kurz ist das Leben&#8230;</p>
<p>Ist es nicht gut zu wissen und zu sehen, dass das Kino noch jene emotionale Kraft haben kann, für die man es einstmals bewunderte? Gerade vor dem aktuellen Hintergrund, da zunehmend 3D die Qualitäten des Kinos auf rein optisch-visuelle Ebenen verlagert und alles andere vernachlässigt wird und &#8211; auch ohne 3D &#8211; Filme, wie &#8220;The Mechanic&#8221; die Sinnlosigkeit amerikanischer Großproduktionen eindrucksvoll zur Schau stellen, wirkt &#8220;Never let me go&#8221;, wie &#8220;Alles, was wir geben mussten&#8221; im Original heißt, wie ein Leuchtturm der Kinematographie.</p>
<p>Es ist zudem sicherlich ein absoluter Glücksgriff, das Mark Romanek die Regie für diesen Film übernommen hat. Er selbst hat Johnny Cash mit der Regie beim Videoclip zum Titel &#8220;Hurt&#8221; noch zu Lebzeiten ein Denkmal gesetzt, dass auch nach dem 50. Ansehen noch zu Tränen rührt. Ganz ohne Rasanz, Verfolgungsjagden und Explosionen schafft es dieser Film von Anfang an, sein Publikum mitzunehmen, gerührt zu sein &#8211; man ist betroffen von all der Traurigkeit und gleichsam der Hoffnung, die dieser Film vermittelt. Von Beginn an weiß man als Zuschauer vom Schicksal der Kinder in Hailsham und merkt nur allzu schnell, worum es in diesem Film eigentlich geht: Es ist nicht das Science-Fiction-Element, das diesem Film lediglich als Grundkonzept für die Handlung dient, hier geht es letztlich um nichts geringeres als das Leben selbst. Und dies betrifft nicht nur die drei Protagonisten des Films in ihrem vorher bestimmten Weg, dies betrifft uns alle. So kommt man nicht umhin, früher oder später während des Films die Gedanken auch um das eigene Leben kreisen zu lassen.</p>
<p>Und letztlich, im rührenden Plädoyer von Kathy am Ende des Films, wird ohnehin deutlich, dass sich jeder angesprochen fühlen sollte. Kathy ist froh und stolz auf das Leben, das sie hatte, auf die Freunde, die sie gefunden hat und die Liebe, die sie erleben durfte. Gleichsam bereut sie die Zeit des Streits mit denen, die ihr am Wichtigsten waren und sind. 10 Jahre hat sie dabei verloren&#8230;Wir alle müssen irgendwann sterben, doch das Leben ist nicht zu kurz, es kommt darauf an, was man daraus macht, solange man die Möglichkeiten dazu hat. So kann und muss man sich nach diesem fabelhaften, eindrucksvollen Film auch selbst wieder daran erinnern, denjenigen, die man liebt und schätzt dies hin und wieder auch mal zu sagen.</p>
<p>&#8220;Alles, was wir geben mussten&#8221; startet am 14. April in den deutschen Kinos.</p>
<p><iframe title="YouTube video player" width="500" height="250" src="http://www.youtube.com/embed/h2aNb9TjjmM" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>Vorschau: &#8220;A Serious Man&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Jan 2010 13:53:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sie sind schon wieder auf der Leinwand zurück: Die Gebrüder Coen &#8211; Ethan und Joel Coen. Genau die, die uns mit &#8220;Fargo&#8221;, &#8220;The Big Lebwoski&#8221;, &#8220;No Country For Old Men&#8221; und &#8220;Burn After Reading&#8221; einen grandiosen Film nach dem anderen auf die Leinwand zaubern, lassen für das Jahr 2010 keine Langeweile aufkommen und präsentieren hierzulande [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sie sind schon wieder auf der Leinwand zurück: Die Gebrüder Coen &#8211; Ethan und Joel Coen. Genau die, die uns mit &#8220;Fargo&#8221;, &#8220;The Big Lebwoski&#8221;, &#8220;No Country For Old Men&#8221; und &#8220;Burn After Reading&#8221; einen grandiosen Film nach dem anderen auf die Leinwand zaubern, lassen für das Jahr 2010 keine Langeweile aufkommen und präsentieren hierzulande ab dem 21. Januar bereits ihren nächsten Film: &#8220;A Serious Man&#8221;</p>
<p>Der Trailer, den man hier nun zeigen könnte, lässt bereits Vieles erahnen von dem, was man ohnehin erwarten wird. Doch besser noch, als der Trailer vielleicht Lust auf das Ansehen des Films macht, kann dies folgender Teaser, welcher uns zurück führt in die Zeiten von Fargo. Bitte schön:<br />
<object width="560" height="340"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/vMIzLtFfsFc&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/vMIzLtFfsFc&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="560" height="340"></embed></object></p>
<p>Mehr zum Film demnächst hier.</p>
<p>Und weil man den Trailer dennoch gesehen haben muss, um festzustellen, dass man auch den Film unbedingt gesehen haben werden will, gibts nun auch noch den Trailer in HD, deutsch und nur für meine getreuer Leserschaft:</p>
<p><object width="560" height="340"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/ZMJTkQvOJy4&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/ZMJTkQvOJy4&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="560" height="340"></embed></object></p>
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		<title>James Camerons &#8220;Avatar&#8221; &#8211; Ein Versöhnungsversuch</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Jan 2010 21:46:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als Filmliebhaber &#8211; nein: als passionierter Filmliebhaber, oder besser noch: als Cinephiler hat man so seine Probleme mit dem zunehmenden Einsatz von Computern in Filmen. Was dabei herauskommt, kann man in George Lucas langweiligen drei StarWars-Filmen jüngeren Datums sehen, wo es der Einsatz des Computer geschafft hat, nahezu Alles, wofür die frühen StarWars-Filme stehen, zum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Filmliebhaber &#8211; nein: als passionierter Filmliebhaber, oder besser noch: als Cinephiler hat man so seine Probleme mit dem zunehmenden Einsatz von Computern in Filmen. Was dabei herauskommt, kann man in George Lucas langweiligen drei StarWars-Filmen jüngeren Datums sehen, wo es der Einsatz des Computer geschafft hat, nahezu Alles, wofür die frühen StarWars-Filme stehen, zum Verschwinden zu bringen. Wie akut der Einsatz von Computern dann schließlich zum völligen Verschwinden des Films führen kann, sieht man in Michael Bays &#8220;Transformers&#8221;, denn so schwer es vielleicht auch sein mag, eine eindeutige, allumfassende Definition dessen zu formulieren, was denn nun ein <em>Film</em> sei, so sicher ist doch, dass &#8220;Transformers&#8221; kein Film im eigentlichen Sinn mehr ist, sondern eine langgezogene Computeranimation &#8211; aber eben nicht Film. Nun will man als Filmliebhaber nicht immer mit dem Knüppel alles Neue verjagen und der alten Zeiten verpflichtet sein. Und tatsächlich gibt es ja auch Beispiele, die einen erwachsenen Umgang mit beiden Medien im Verbund &#8211; Computer und Film also &#8211; versuchen.</p>
<p>Der schönste Einsatz von Computern in Filmen zeigt sich immer dann, wenn man eben diesen Einsatz gar nicht wahrnimmt: Dies vermochte schon Robert Zemeckis in &#8220;Forrest Gump&#8221; sehr eindrucksvoll zu beweisen, wo den meisten Zuschauern wohl gar nicht bewusst ist, wieviele Bilder hier aus dem digitalen Universum stammen. Noch viel schöner wurde es bei David Finchers inzwischen wohl schon legendärem Dolly-Shot, bei dem zwar klar ist, dass hier ein Computer zum Einsatz kam, der Film jedoch wohldosiert damit umzugehen weiß und das filmisch reale Bild nicht zunehmend verdrängt wird:<br />
<object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/_Qh7jFJ6zWw&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/_Qh7jFJ6zWw&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object></p>
<p>Dann gibts aber wieder Regisseure, wie Tarsem Singh, die Filme wie <a href="http://www.filmdenken.com/alle-filme/es-war-einmal-kino-tarsems-the-fall-92">&#8220;The Fall&#8221;</a> machen, die zwar aussehen, als würde der Computer helfend zur Seite stehen, tatsächlich aber (nahezu fast) Alles ohne digitale Zuarbeit auskommt. Und am Ende bleibt doch bislang stets die Frage, ob der Film den Computer braucht und wenn ja, in welchem Maße? Fluch oder Segen? Eine wirkliche Antwort war bislang nicht möglich. Bislang! James Cameron wagt den Versuch der längst überfälligen Aussöhnung beider Medien, die gern die Hoheit auf der Leinwand für sich allein beanspruchen wollten. Seine Antwort: Die Leinwand ist groß genug, es ist genug Platz für alle da.</p>
<p>Perfekt ist die neue Freundschaft noch nicht, aber es ist ein gigantischer Schritt in die richtige Richtung gemacht. Cameron hat selbst seit Jahren an den erforderlichen Weiterentwicklungen der Software für den Einsatz am/im/beim Film Hand angelegt und &#8220;Avatar&#8221; ist in diesem Sinne das erste, durchaus beachtenswerte Produkt dieser Arbeit. Ein Problem bleibt: Die Handlung ist nach wie vor dürftig und dies scheint, vor allen Dingen in Hollywood nach wie vor ein großes Problem: Gute Animationen im Film suchen bislang vergeblich nach guten Inhalten. So hat auch &#8220;Avatar&#8221; durchaus einige, teils gravierende logische Löcher, die selbst durch die wundervollen Bilder nicht vergessen gemacht werden können. Und dennoch: Es wird tatsächlich endlich mal eine durchaus annehmbare Geschichte erzählt, die überdies die Spielzeit von knapp drei Stunden auch tatsächlich benötigt. Damit ist Cameron schon deutlich weiter, als der Großteil seiner Kollegen, die um aktuelle technische Möglichkeiten offenbar nur allzu schnell eine halbgare Handlung herumstümpern.</p>
<p>Doch die Bilder in &#8220;Avatar&#8221; sind die eigentliche Revolution: In 3-D gedreht macht dieser Film auch nur in ausgewiesenen 3-D-Kinos wirklich Sinn. Alles andere ist in etwa so sinnvoll, wie BluRays auf alten Röhrenfernsehern anzuschauen. Der überwiegende Teil der Bilder entstammt aus dem Computer und &#8211; so klar dies wohl auch jedem Betrachter ist &#8211; man sieht es den Bildern oftmals nicht mehr an. Der Film, der zum großen Teil im Studio gedreht wurde, vermag dank Computer eine Welt zu zeigen, die alles andere, als digital oder im Studio nachgebaut erscheint. Der Dschungel von Pandora &#8211; ein digitales Produkt &#8211; wirkt derart real, das man ernsthafte Zweifel an der Aussage Camerons hegt, es tauche keine einzige reale Pflanze im Film auf. Das Dreidimensionale vermag schließlich das Kino, so wie wir Alle es bisher kennen, völlig zu revolutionieren. Die Leinwand wird nicht mehr zur Grenze zwischen unserer Welt und der Welt des Films. Beide Räume verschmelzen miteinander. Was man einstmals als Bewegung der Kamera durch das Filmbild wahrgenommen hat, verschwindet. Stattdessen beginnt der Raum des Films sich selbst zu bewegen, sich vor unseren Augen im wahrsten Sinne des Wortes auszubreiten. Die starre Distanz des Zuschauers zur projizierten Welt ist im Begriff, abgeschwächt zu werden (hier kann natürlich nicht vom Verschwinden die Rede sein, denn eine grundlegende Distanz bleibt doch stets erhalten). Doch die Filmwissenschaft wird ihre Mühe haben, mit den alten Begriffen weiter zu operieren: Was ist denn noch die Tiefenschärfe, die bei Jean Renoir und Orson Welles so gefeiert wird im Vergleich zu &#8220;Avatar&#8221;? Ein Blick von den &#8220;fliegenden Bergen&#8221; hinab in die Schluchten von Pandora vermag Tiefe im Bild präsent werden zu lassen, wie sie bislang definitiv noch nicht gezeigt werden konnte. &#8220;Avatar&#8221; bedingt ein völlig neues Sehen im Kino, vermag völlig neue emotionale Interaktionen hervor zu rufen. Dies alles ist, wie bereits erwähnt, noch nicht mit der nötigen Perfektion auf narrativer Ebene verwoben und dennoch ist &#8220;Avatar&#8221; als Anfang der erste Schritt in die richtige Richtung.</p>
<p>Interessiert an der neuen Technik, die James Cameron zum Einsatz gebracht hat, waren etliche Kollegen während der Dreharbeiten am Set von &#8220;Avatar&#8221;: David Fincher zeigte enormes Interesse an der High-Defintion-Fotografie, Steven Spielberg war ebenfalls zu Besuch am &#8220;Avatar&#8221;-Set und Ridley Scott denkt nach seinem Rundgang durchs &#8220;Avatar&#8221;-Studio offenbar ernsthaft wieder darüber nach, einen Science-Fiction-Film zu drehen. James Cameron wollte mit &#8220;Avatar&#8221; die Technologie für das Kino vorantreiben und war dementsprechend über jeden interessierten Kollegen hoch erfreut. Die Besucher am Set lassen dabei durchaus hoffnungsvoll in die Zukunft blicken, darf man bei den genannten Herren einmal mehr auf einen verantwortungsvollen Umgang mit der neuen Technik hoffen. Und die Lösung der narrativen Probleme vermag man hier durchaus auch in greifbarer Nähe sehen&#8230;Insbesondere Fincher hat sich bis heute, trotz größerer Produktionen, wie &#8220;Benjamin Button&#8221; eine gewisse anspruchsvolle Eigenständigkeit im Haifischbecken der Studios bewahrt und gar Großaufträge, wie seiner Zeit &#8220;Mission Impossible 3&#8243;, dankend abgelehnt!</p>
<p>Zurück zu &#8220;Avatar&#8221;: Erfolg vorausgesetzt will Cameron eine Fortsetzung nicht ausschließen. Es ist gar von einer Triologie die Rede. Warum nicht? Der Regisseur ist lernfähig und hat schon nach &#8220;Terminator&#8221; schon einmal bewiesen, wie er mit einer Fortsetzung das Original noch deutlich übertreffen kann (&#8220;Terminator 2- Judgement Day&#8221;). Und auch Camerons Fortsetzung zu Ridley Scotts ohnehin genialem &#8220;Alien&#8221; &#8211; &#8220;Aliens 2 &#8211; Die Rückkehr&#8221; &#8211; ist einmal mehr eine der wenigen Fortsetzung, bei der niemand auf die Idee kommen würde, Sinn und Daseinsberechtigung des zweiten Teils infrage zu stellen. Warum sollte Cameron also kein hervorragender zweiter &#8220;Avatar&#8221; gelingen? Finanziell spricht schon jetzt Einiges für eine Fortsetzung: 237 Mio US-$ Produktionskosten erscheinen zuweilen schon wieder lächerlich gemessen an den aktuell mehr als 760 Mio US-$ Einnahmen weltweit (Stand: 1.1.2010, Quelle: www.the-numbers.com). Aber bis zum &#8220;Titanic&#8221;-Erfolg ist es freilich noch ein weiter Weg: Bei dem Film benötigte Cameron &#8220;nur&#8221; 200 Mio US-$, spülte dem Studio aber mehr als 1.8 Milliarden (!!) US-$ in die Kassen &#8211; soviel wie noch kein anderer Film bislang umgesetzt hat!! Und dennoch: Mit dem derzeitigen Einspielergebnis hat es &#8220;Avatar&#8221; bereits jetzt in die Top 50 der erfolgreichsten Filme aller Zeiten geschafft &#8211; und dies nach nur 12 Tagen seit der Premiere am 17.12.09!!!! Läuft die Kinoauswertung weiter derart erfolgreich, rast &#8220;Avatar&#8221; in der kommenden Woche bereits in die Top 20 der erfolgreichsten Filme aller Zeiten. Das produzierende Studio &#8211; 20th Century Fox &#8211; ist damit auf dem besten Weg, das derzeit noch erfolgreichste Hollywood-Studio Warner Bros. vom Thron zu stoßen. Es bleibt auch aus finanzieller Sicht durchaus spannend&#8230;</p>
<p>Update (8. Januar 2010): &#8220;Avatar&#8221; ist bislang noch nicht einmal einen Monat in den Kinos weltweit zu sehen, hat es bis heute jedoch bereits auf geradezu unglaubliche Einnahmen von 1.141 Milliarden US-$ gebracht. Damit ist der Film auf der Liste der <strong><em><a href="http://www.the-numbers.com/movies/records/worldwide.php">erfolgreichsten Filme aller Zeiten</a></em></strong> bereits jetzt &#8211; knappe 3 Wochen nach seiner Premiere &#8211; auf Platz 2 gelandet. Vor Camerons &#8220;Avatar&#8221; steht auf dieser Liste als einziger &#8220;Konkurrent&#8221; nunmehr nur noch Cameron selbst, der 1997 mit &#8220;Titanic&#8221; für damalige, wie auch für heutige Zeiten unfassbare 1.8 Milliarden US-$ einspielte. Die Liste zeigt zudem, dass &#8220;Avatar&#8221; also schon jetzt Filme wie &#8220;The Dark Knight&#8221;, sämtliche &#8220;Harry Potters&#8221;, den &#8220;Herr der Ringe &#8211; Die Rückkehr des Königs&#8221; oder &#8220;Fluch der Karibik&#8221; locker hinter sich gelassen hat. Wenn &#8220;Avatar&#8221; dann schließlich auch irgendwann mal auf DVD und BluRay erscheint &#8211; zum Leihen und zum Kaufen, wenn er via VOD, im PayTV und schließlich im Free-TV sein Geld aus dem Rechteverkauf eingespielt hat, dürfte der unerreichte Rekord von &#8220;Titanic&#8221; wohl die längste Zeit Bestand gehabt haben. Bei dem ungebrochenen Einnahmerekord, der seit Mitte Dezember nunmehr weltweit anhält und das Geschehen an den Kinokassen bestimmt &#8211; und überdies der Konkurrenz, also jedem anderen Film inzwischen Kopfschmerzen bereitet, kann allmählich tatsächlich davon ausgegangen werden, dass &#8220;Avatar&#8221; wohl der erste Film sein könnte, der mehr als 2 Milliarden US-$ einspielen wird&#8230;</p>
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		<title>Paranormal Activity &#8211; Filmkritik</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Nov 2009 15:46:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
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		<description><![CDATA[So ein richtiger Trend hat sich bis jetzt noch nicht abgezeichnet und dennoch kann ein vermehrtes Aufkommen, vermeintlich pseudo-realer Filmdokumenationen nicht bestritten werden. Viele denken sofort an &#8220;Blair Witch Project&#8221;, dessen Intention es war, uns alle daran glauben zu lassen, man hätte echtes Filmmaterial von echten Studenten gefunden, die realen Ereignissen in einem Wald nachgehen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So ein richtiger Trend hat sich bis jetzt noch nicht abgezeichnet und dennoch kann ein vermehrtes Aufkommen, vermeintlich pseudo-realer Filmdokumenationen nicht bestritten werden. Viele denken sofort an &#8220;Blair Witch Project&#8221;, dessen Intention es war, uns alle daran glauben zu lassen, man hätte echtes Filmmaterial von echten Studenten gefunden, die realen Ereignissen in einem Wald nachgehen. Auch wenn letzten Endes niemand daran unbedingt geglaubt hat, der Hype hat funktioniert und den etablierten Marketingprofis in Hollywood damals das Fürchten gelehrt. Denn unheimlicher als der Film selbst war letztlich dessen Erfolg an den Kinokassen &#8211; minimaler Aufwand mit maximalem Erfolg, welcher Ökonom träumt nicht davon? Zahlen lesen sich hier besser und man kann sich diese gar nicht oft genug ansehen: 35.000 US-$ hat &#8220;Blair&#8230;&#8221; seiner Zeit gekostet. Dazu hat man sich das Marketing nochmal gut 6.500 US-$ kosten lassen. Heute kann der Film weltweit auf Gesamteinnahmen von mehr als 248 Mio. US-$ blicken!!</p>
<p>Andere Filme, die sich stilistisch ähnlich versuchten, waren nicht unbedingt schlechter, konnten solch ein Ergebnis aber selbstredend kaum mehr toppen. Da wären J.J. Abrams &#8220;Cloverfield&#8221; ebenso wie der geniale &#8220;[REC]&#8221; zu nennen. Letzterer war dann sogar so genial, dass man ihm in den USA, sozusagen zeitgleich zur europäischen Kinoauswertung (&#8220;REC&#8221; ist aus Spanien) ein US-Remake (&#8220;Quarantäne&#8221;) spendierte. Finanziell blieben die genannten Filme trotz minimalen &#8211; oder sagen wir: überschaubareren &#8211; Budgets sicherlich hinter den Erwartungen zurück. Nun hat es aber offenbar doch nochmal ein Film geschafft, an &#8220;Blair&#8230;&#8221; zu erinnern und zwar aus inhaltlicher, stilistischer und eben auch und vor allen Dingen aus finanziller Sicht: &#8220;Paranormal Activity&#8221;.</p>
<p>Eigentlich schon 2007 fertiggestellt, lief er zunächst nur auf einem Festival und später in 12 (!) Städten in den USA in den Mitternachtsvorstellungen. Dies hätte es auch schon sein können, doch der Film sorgte für eine unglaubliche Word-to-Mouth-Propaganda und so war es letztlich das Publikum, das dem Film soviel Aufmerksamkeit zuteil werden ließ, dass auch Hollywood aus seinem selbstsicheren &#8220;Profi&#8221;-Schlaf mal aufwachen musste. Zunächst bei Miramax auffällig geworden spielte man später Steven Spielberg eine Kopie des Films zu, der sofort bereit war, dem israelischen Regisseur Oren Peli ein größeres Budget für ein Remake zur Verfügung zu stellen. Peli &#8211; aufgemerkt! &#8211; lehnte aber ab und schlug stattdessen vor, lieber seine Schnittfassung direkt vor großem Publikum zu zeigen. Glücklicherweise ließ sich Spielberg überzeugen und kaufte die Rechte an dem Film. Den 11.000 US-$ Produktionskosten stehen inzwischen mehr als 104 Mio. US-$ an Einnahmen, allein an den US-Kinokassen gegenüber. &#8220;Paranormal Activity&#8221; ist damit auf dem besten Wege, zum finanziell erfolgreichsten Film aller Zeiten zu werden. Und dies zu Recht!</p>
<p>Über den Inhalt soll hier gar kein Wort verloren werden, nur so viel: Ein junges Paar zieht zusammen und wird nächtlich von merkwürdigen Geräuschen geplagt. Also kauft man eine Kamera, um sich beim Schlafen zu Filmen und zu sehen, was da im Haus vorgeht. Was die Beiden in den folgenden Nächten dann zu sehen bekommen, lässt das Blut in den Adern gefrieren.</p>
<p>Wie schon angemerkt, die Idee erinnert an &#8220;Blair&#8230;&#8221; und man mag dem Film eine gewisse Ideenlosigkeit vorwerfen &#8211; dennoch macht er Einiges besser als sein Vorbild. Da wären die Darsteller zu nennen, die natürlich, ganz der Idee des Films verpflichtet, so natürlich wie möglich wirken sollen und daher Laien sind. Teilweise ohne feste Dialoge improvisieren die Beiden perfekt ihr Spiel um die nächtlichen Attacken. Auch &#8220;Blair&#8230;&#8221; versuchte sich an Laien, dort waren diese teilweise doch irgendwann recht nervig. Dann wäre da die Kamera selbst. Da diese hier während der Nachtaufnahmen auf einem Stativ angebracht wird, ist der Film nicht derart überladen mit verwackelten Handkamerabildern, die gerade in &#8220;Blair&#8230;&#8221; doch hin und wieder störend und unangenehm beim Betrachten sind. Und schließlich: Wenn das große Thema die Angst ist, dann platziert &#8220;Paranormal&#8230;&#8221; diese wesentlich greifbarer und beängstigender als &#8220;Blair&#8230;&#8221;. Das Böse ist nicht irgendwo da draußen, wo ich gerade nicht bin und im Dunkeln auch nicht hingehe, es ist hier drin bei mir, in meinem Schlafzimmer, während ich hilflos daliege und schlafe &#8211; DAS ist wahrhaft furchteinflösend! Damit ist der Film ganz und gar Sigmund Freud verpflichtet, der &#8220;Das Unheimliche&#8221; vor allem im Vertrautesten ausmacht. Das Gewöhnliche, Vertraute, Private &#8211; kurz das Heim, das Heimliche &#8211; verkehrt sich von einer Sekunde auf die Nächste und wird unheimlich. Diesen Terror müssen die beiden Protagonisten und mit ihnen wir Zuschauer durchleiden. Denn die auf dem Stativ montierte Kamera löst sich von jeglicher subjetkiver Perspektive. Sie wird zum Maschinenauge, zum &#8220;Monitoring&#8221; im Sinne Stanley Cavells, die Alles &#8211; wirklich Alles &#8211; kommentarlos aufzeichnet. Damit wird zugleich unsere Lust am Zusehen provoziert und befriedigt, wenngleich der Film dann letztlich kaum etwas zeigt. Und doch drückt es uns in den Kinosessel, zaubert eine Gänsehaut auf unserem Körper und lässt uns für einem Moment erstarren.</p>
<p>Endlich wieder ein Horrorfilm, der sein Publikum mitnimmt, Emotionen auslöst! Wann hat man sowas schon erlebt? Der Hype um &#8220;Paranormal Activity&#8221; ist also tatsächlich wohlbegründet und man nur Jedem raten, sich den Film anzusehen. Eventuell könnte man dann jedoch nachts hin und wieder etwas unruhiger schlafen als bisher. Die Bilder des Films legen sich als Schablone des Unheimlichen vor unsere Augen und führen uns die eigenen Urängste wieder vor. Genau dabei versagt schließlich &#8220;Blair Witch Project&#8221;, weshalb dieser Film hier eindeutig die bessere Wahl ist.</p>
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		<title>&#8220;Inglorious Basterds&#8221; &#8211; Inglorious, indeed</title>
		<link>http://www.filmdenken.com/alle-filme/inglorious-basterds-inglorious-indeed-97</link>
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		<pubDate>Fri, 04 Sep 2009 10:20:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit Quentin Tarantin ist das ja immer so eine Sache: stark angefangen und daher zwangsläufig umso stärker nachgelassen. Nun will man Tarantino ja nicht bis in alle Ewigkeit an &#8220;Pulp Fiction&#8221; oder &#8220;Jackie Brown&#8221; messen, doch was er zuletzt ablieferte, war fast schon unerträglich schlecht, gemessen an dem Talent, was er ja durchaus schon beweisen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit Quentin Tarantin ist das ja immer so eine Sache: stark angefangen und daher zwangsläufig umso stärker nachgelassen. Nun will man Tarantino ja nicht bis in alle Ewigkeit an &#8220;Pulp Fiction&#8221; oder &#8220;Jackie Brown&#8221; messen, doch was er zuletzt ablieferte, war fast schon unerträglich schlecht, gemessen an dem Talent, was er ja durchaus schon beweisen konnte. &#8220;Kill Bill&#8221;, eigentlich sowieso nur als ein Film geplant, aus kommerziellen Gründen dann aber zum Doppeltabkassieren auf zwei Teile aufgesplittet, war an Inhaltslosigkeit und Langeweile kaum zu überbieten -wollte man meinen. Doch tatsächlich schaffte &#8220;Death Proof&#8221; genau dies und war in etwa so aufregend wie &#8220;Deutschlands schönste Bahnstrecken&#8221; aus dem Nachtprogramm des ZDF, nur das man eben nicht mit dem Zug, sondern mit dem Auto und nicht in Deutschland, sondern in den USA unterwegs war. Insofern könnte man Tarantino eigentlich langsam mal vergessen, oder nicht jeden Film immer schon im Vorfeld ungesehen als den neuen Kultfilm bewerben. Und trotzdem zieht der Name Tarantino nach wie vor, wie ein Magnet, nicht nur die eingefleischten Fans, die sowieso ohne jede Kritik alles von Tarantino lieben, sondern auch alle Anderen ins Kino, um zu sehen, ob da nicht doch noch etwas ist, von jenem Kultregisseur, der Tarantino zweifelsohne einmal war.</p>
<p>Damit soll er ja nicht auf &#8220;Pulp Fiction&#8221; reduziert werden. Ganz im Gegenteil! Ein Regisseur, wie Tarantino, der sich gerade keinem Genre zuweisen lässt, soll sich ja auch nicht ständig wiederholen. Er soll aber qualitativ daran anknüpfen, was er schonmal zeigen konnte. Und dies schafft Tarantino seit Jahren leider nicht mehr. Wieder muss man sagen, dass der Film handwerklich grandios ist, Tarantino ist und bleibt ein guter Regisseur, hat den richtigen Blick für die besten Einstellungen, versteht es, wundervolle Bilder zu schaffen, weiß mit der Montage gekonnt zu arbeiten. Nur Eines kann er eben leider überhaupt nicht, macht es aber trotzdem andauernd: Drehbücher schreiben. So gern er sich vielleicht in der Rolle sieht, lieber Alles allein zu machen, würde es ihm und seinen Filmen einfach besser stehen, wenn er sich aufs Regie führen beschränkt und das Schreiben jemandem überlässt, der was davon versteht. So verkommt auch &#8220;Inglorious Basterds&#8221; zur Nummernrevue, die zwar schon deutlich mehr Handlung und narrative Verstrickungen aufweist, als die beiden Vorgängerfilme, vieles von dem Gezeigten jedoch einfach seine Überflüssigkeit nicht verstecken kann.</p>
<p>Fünf Kapitel umfasst der neue, wieder einmal viel zu lang gewordene Tarantino-Film, bei dem vor allen Dingen eines nicht so richtig aufkommen will: Spannung. Das komplette zweite Kapitel kann dabei im Grunde genommen vollständig weggelassen werden, und es würde dem Film tatsächlich eher dienlich sein, als das es ihm fehlen würde. Dabei beginnt alles so hoffnungsvoll: Oberst Hans Landa, grandios genial gespielt von Christoph Waltz, tritt als &#8220;Nazijäger&#8221; in Erscheinung und verbreitet eine Spannung, die selbst dem Zuschauer im Kinosaal die Kehle zuschnürrt und den Atem stocken lässt. Es ist überdies unglaublich, dass erst ein Quentin Tarantino nach Europa kommen muss, um Waltz aus seinem Schattendasein in &#8220;Polzeiruf 110&#8243; und &#8220;Tatort&#8221; zu befreien, um ihm den Platz auf der Leinwand einzuräumen, der seinem Können gerecht wird. Leider überträgt sich dieses Können nicht auf die übrigen Darsteller, ebensowenig wie die Spannung nicht auf den Rest der Narration überspringt. Zwar kommt genau diese Beklemmung, die einzig und allein dank Waltz durch den gesamten Film getragen wird, immer wieder auf, sobald er auch nur auf der Leinwand auftaucht, die übrige Geschichte ist gegenüber dieser Spannung jedoch leider resistent.</p>
<p>Resistenz ist dabei ein gutes Stichwort, in Bezug auf das schauspielerische Können von Diane Kruger. Es ist schleierhaft, wie jemand, der nun schon mehrfach nachgewiesen hat, nicht schauspielern zu können, immer wieder größere Rollen angeboten bekommt. Die Leistung von Kruger ist in etwa auf DailySoap-Niveau, à la &#8220;Gute Zeiten Schlechten Zeiten&#8221;, wobei sich der Cast in Deutschlands dienstältester Seifenoper über die Jahre immerhin entwickelt hat und besser geworden ist. Kruger hingegen stapft und quatscht so unbeholfen durchs Bild, das man sich übergeben könnte. Freud und Leid liegen so dicht bei einander. Vielleicht sollte sich Kruger nochmal ansehen, was die sieben Jahre jüngere Mélanie Laurent in &#8220;Inglorious Basterds&#8221; zu leisten vermag. Im Gegensatz zu Krugers völlig übertriebener und hölzerner Darstellung, die eher einer Selbstinszenierung gleicht, trotzt Laurent nur so vor Authentizität. Sie vermag durch ihr bloßes Auftauchen auf der Leinwand, ohne ein einziges Wort zu sprechen, vielmehr auszusagen, als Kruger mit ihrem unbeholfenen Amateurspiel.</p>
<p>Leider kommt auch Brad Pitt überhaupt nicht an sonst vom ihm gewohnte Qualitäten heran. Sein Charakter wirkt einmal mehr derart überzeichnet und klischeeüberladen, dass hier die Ausrede, dies würde die Rolle so erfordern, nicht gelten darf. Ein Profi, wie Pitt, kann einen Charakter ironisierend überzeichnen, ohne dass dabei ein solch plumpes Auftreten herauskommt, wie in diesem Falle. Da wird Pitt doch glattweg von Tarantinos Regie-Kumpel Eli Roth (&#8220;Hostel&#8221;; &#8220;Cabin Fever&#8221;) an die Wand gespielt. Auch sein Charakter muss dem Drehbuch entsprechend überzeichnet sein, Roth schafft dies aber bedeutend besser als Pitt. Vielleicht sollte sich Roth auch mal überlegen, das Regieführen sein zu lassen und zukünftig noch stärker als Schauspieler aufzutreten. Da dürfte wohl noch Einiges zu erwarten sein. Überraschend positiv fällt zudem Daniel Brühl auf, der in seiner Rolle wahrlich aufzugehen scheint. Und es steht ihm sichtlich gut, sich mal nicht in pseudo-intellektuellen deutschen Filmchen unter Wert zu verkaufen, um hier eine seinem Charakter eigentlich durchaus unpassende Rolle zu übernehmen. Schade nur, dass die Person, die Brühl prima umgesetzt hat, aus narrativer Sicht einmal mehr nicht nötig gewesen wäre. Dies ist aber erneut ein Manko am überaus schwachen Drehbuch und soll Brühl keinesfalls zu Lasten gelegt werden.</p>
<p>Man ist nunmehr etwas zwiegespalten, was die Empfehlung für oder wider dieses Films anbelangt. Eigentlich ist er schlussendlich, allein schon wegen Christoph Waltz unbedingt eine Empfehlung wert. Abgesehen davon fehlt es dem Film aber einfach am nötigen Biss, um den Zuschauer über die gesamte Laufzeit bei Laune zu halten. Gerade Waltz´ Darstellung lässt dabei eine Frage aufkommen: Wie gut wäre der Film denn tatsächlich noch, wenn Christoph Waltz nicht mitspielen würde? Und wieviele Leute würden sich den Film überhaupt noch ansehen, wenn Tarantino nicht Regie geführt hätten? Es sind die üblichen Fragen, die in letzter Zeit bei jedem Tarantino-Film gestellt werden und sie sind durchaus berechtigt. Auch wenn ein echter Fan dies nicht wahrhaben will. Aber die Filme würden kaum ein Massenpublikum begeistern und erst Recht wäre &#8220;Inglorious Basterds&#8221; ohne Waltz kaum noch der Rede wert. Es wäre dann nichts weiter, als ein übertriebener, kaum Ernst zu nehmender Trash-Film, der als Direct-To-Video-Veröffentlichung ein Schattendasein in den unteren Reihen der Videothekenregale fristen würde. &#8220;Inglorious Basterds&#8221; hat aber zu seinem Glück Chrisoph Waltz und Tarantino. Insofern ist der Regisseur, nach zwei völlig missglückten Filmen, zumindest dieses Mal auf dem Weg der Besserung. Objektiv betrachtet ist &#8220;Inglorious Basterds&#8221; aber bestensfalls schlechtes Mittelmaß. Müsste man Schulnoten vergeben, bekäme dieser Film eine 3-, und nach allem, was man von Tarantino zuletzt zu sehen bekam, ist dies ein überaus positives Lob an seinen neuen Film. Mehr sollte man aber einfach nicht erwarten und weiter darauf hoffen, dass Tarantino wieder besser wird und sich vielleicht mal dazu entscheiden kann, ein gutes Drehbuch von einem guten Autor zu verfilmen. Das könnte wirklich klappen.</p>
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		<title>Inception. Erster Teaser!</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Aug 2009 10:26:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist noch eine lange Zeit, vielleicht kann man sich ja schonmal gedanklich darauf einstimmen. Im Sommer 2010 startet Nolans &#8220;Interception&#8221;, und es steht zu erwarten, dass sich das Regie-Wunderkind erneut selbst übertrifft. Bislang kann man in Nolans Schaffen zumindest noch keinen Makel ausmachen: &#8220;Following&#8221; (1998), &#8220;Memento&#8221; (2000), &#8220;Insomnia&#8221; (2002), &#8220;Batman Begins&#8221; (2005), &#8220;The Prestige&#8221; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist noch eine lange Zeit, vielleicht kann man sich ja schonmal gedanklich darauf einstimmen. Im Sommer 2010 startet Nolans &#8220;Interception&#8221;, und es steht zu erwarten, dass sich das Regie-Wunderkind erneut selbst übertrifft. Bislang kann man in Nolans Schaffen zumindest noch keinen Makel ausmachen: &#8220;Following&#8221; (1998), &#8220;Memento&#8221; (2000), &#8220;Insomnia&#8221; (2002), &#8220;Batman Begins&#8221; (2005), &#8220;The Prestige&#8221; (2006), &#8220;The Dark Knight&#8221; (2008) und nächstes Jahr also &#8220;Inception&#8221;. Inhalt zuweilen noch streng geheim, aber der Teaser sieht so toll aus, dass er an dieser Stelle und gut ein Jahr vor Kinostart hier durchaus schonmal Erwähnung finden sollte:</p>
<p><object width="560" height="340"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/rUtEUnGWI_g&#038;hl=de&#038;fs=1&#038;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/rUtEUnGWI_g&#038;hl=de&#038;fs=1&#038;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="560" height="340"></embed></object> </p>
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		<title>Preview &#8220;District 9&#8243;</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Aug 2009 11:24:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vor gar nicht allzu langer Zeit hatte ich bereits auf die erste große Überraschung aus den USA hingewiesen: &#8220;The Hangover&#8221; machte zumindest was seine in kürzester Zeit generierten Umsätze an den Kinokassen anbelangte, auf sich aufmerksam und inzwischen kann wohl auch mit Fug und Recht behauptet werden, dass das Ansehen dieses Films sich ohne jede [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor gar nicht allzu langer Zeit hatte ich bereits auf die erste große Überraschung aus den USA hingewiesen: <a href="http://www.filmdenken.com/alle-filme/hangover-preview-zum-bundesstart-am-23072009-63">&#8220;The Hangover&#8221;</a> machte zumindest was seine in kürzester Zeit generierten Umsätze an den Kinokassen anbelangte, auf sich aufmerksam und inzwischen kann wohl auch mit Fug und Recht behauptet werden, dass das Ansehen dieses Films sich ohne jede Einschränkung lohnt.</p>
<p>Und schon kündigt sich das zweite Highlight dieses Sommers an, welches so sicherlich niemand auf seiner Liste hatte: &#8220;District 9&#8243;, in den USA gerade angelaufen, in Deutschland für den 22. Oktober vorgesehen, spielte an seinem Startwochenende schonmal locker seine Kosten wieder rein. Nun muss dabei natürlich erwähnt werden, dass der Film ohnehin nur lächerliche 30 Mio US-$ gekostet hat. Am Startwochende kamen an den Kinokassen der USA aber immerhin beachtliche 37.4 Mio US-$ zusammen, was somit auch gleich direkt auf Platz 1 der dortigen Charts führte. Da hatte selbst der große Hype um &#8220;G.I. Joe&#8221; keine Chance mehr. Der Film erstaunt umso mehr, da dies mal wieder ein atemberaubendes Beispiel dafür ist, wie man Filme auch noch preiswert herstellen kann und diese dennoch gut aussehen können. Zumindest muss dieser Film allein mit Blick auf dessen Optik und Design keine Vergleiche mit Hollywoods Blockbustern scheuen. Und wenn man bedenkt, dass dieser Film hier gerade einmal 30 Millionen gekostet hat, &#8220;Transformers 2&#8243; aber locker 230 Mio. US-$ verbraten hat, dann muss man sich, abgesehen von den sicherlich hohen Stargagen doch fragen, wo all die Gelder hinwandern, die Effekte allein können es definitiv nicht sein.</p>
<p>Aber worum geht es eigentlich: 30 Jahre ist es nun schon her, als Aliens auf der Erde gelandet sind. Aber der sonst im Sci-Fi-Genre übliche Angriff auf die Menschheit bleibt aus. Genau genommen passiert nichts, denn die Aliens selbst sind Flüchtlingen, die als letzte Überlebende ihres Planetens Zuflucht auf der Erde suchen. Die Erdlinge reagieren, wie Erdlingen offensichtlich reagieren müssen: Das Raumschiff wird inklusive Aliens nach Südamerika gebracht und dort in einem abgesperrten Gebiet &#8211; dem Distric 9 &#8211; von der übrigen Menschheit abgeschirmt. Eine eigens für dieses Gebiet abgestellte Spezialeinheit, die Multi-National United (MNU) übernimmt die Kontrolle über District 9. Diese Gruppe verfolgt jedoch ganz eigene Ziele, man will sich die Waffen der Aliens einverleiben. Das Problem: Diese Waffen lassen sich nur mit der DNA der Aliens aktivieren. Als sich ein Agent der MNU mit einem Virus aus dem Raumschiff infiziert, verändert dies dessen DNA. Eine folgenschwere Veränderung, denn er wird somit zum Schlüssel für die Technologien der Aliens&#8230;</p>
<p>Einen großen Namen hat &#8220;District 9&#8243; immerhin zu bieten: &#8220;Herr Der Ringe&#8221;-Regisseur Peter Jackson steht als Produzent hinter dem Projekt. Abgesehen davon setzt man auf neue, unbekannte Gesichter, was inzwischen durchaus sinnvoll ist, wenn man einem Film mehr Qualität verleihen will. Die etablierten Mimen aus Hollywood vermögen in letzter Zeit offensichtlich nur noch sich selbst zur Darstellung zu bringen. Auch der Regisseur liefert hier sein Debüt ab: Neil Blomkamp ist 29 Jahre jung, geboren in Johannisburg und steht den etablierten Regiegrößen in Hollywood offensichtlich in nichts nach. Aber genug der Worte. Lasst die Bilder sprechen:</p>
<p><object width="560" height="340"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/pHihFA8q8xI&#038;hl=de&#038;fs=1&#038;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/pHihFA8q8xI&#038;hl=de&#038;fs=1&#038;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="560" height="340"></embed></object></p>
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