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		<title>Paranormal Activity 3 (oder auch 2)</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Feb 2012 14:46:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;der genaue Titel für die Überschrift und damit das Thema dieser Kritik spielt keine Rolle, denn es ist egal, ob man über Teil 2 oder Teil 3 von Paranormal Activity schreibt &#8211; letztlich ist aus der einstmals guten und gut umgesetzten Grundidee, die noch im Erstling der nicht als Filmreihe geplanten Filmreihe zu sehen war, von paranormaler Aktivität nicht mehr viel übrig geblieben. Hollywoods stete Ideenlosigkeit verramscht auch diesen Film zur  paranormalen Unaktivität. Selten, wirklich sehr sehr selten war eine große US-Produktion dermaßen langweilig und belanglos, wie Paranormal Activity 2 oder 3 oder sicherlich noch der ganze Rest, der wohl noch folgen wird.</p>
<p>Nun wird der kritische Leser mir eines vorwerfen: Wenn ich Teil 1 noch ganz ansehnlich finde, und nun behaupte Teil 2 und 3 bieten nichts Neues und sind schlecht, müsste dann nicht auch Teil 1 schlecht sein &#8211; oder ins Gegenteil verkehrt: Wenn Teil 1 gut war, und dieses Rezept bei den Fortsetzungen weiter verfolgt wird, müssten diese Nachfolger dann nicht ebenso gut sein? Nein, selbstverständlich nicht! Denn Teil 1 wusste um den Spannungsaufbau, hat sich ganz allmählich gesteigert und diese extrem langsame Steigerung der Spannung war nicht unbedingt neu, aber eben gut gemacht. Umso schockierender waren dann nämlich auch die wenigen, aber gerade deshalb umso intensiveren Schockmomente. Schauen Sie sich den ersten Teil ruhig nochmal an und achten Sie mal darauf, wie erschreckend so mancher Moment ist, bei dem es nicht massiv auf der Tonspur rumpelt. Genau dies können Teil 2 und 3 nicht mehr. Es sind jene klassischen, und mithin schwachen Hollywood-Horror-Schinken, die &#8211; um ihr Publikum zu erschrecken &#8211; stets erst ganz leise werden, nur um dann auf der Tonspur etwa vier mal lauter zu werden, wenn wir uns erschrecken wollen. Dies ist aber kein Schrecken ob der Bilder, die wir da sehen, sondern einfach nur, weil das Getöse so unerträglich laut dabei wird. Schwache Kür, liebe Filmemacher&#8230;</p>
<p>Daneben sind die Fortsetzungen aber auch noch aus ganz anderen Gründen stinklangweilig: Zuklappende Türen, angehende Lichter, ein vorbei huschender Schatten hier, ein paar knackende Treppen dort&#8230;kurz: Alles, was man im ersten Teil schon an erschreckenden Elementen gesehen hat, kehrt seither immer wieder und stets nach dem selben Prinzip wieder&#8230;die ewige Wiederkehr des immer Gleichen &#8211; ein Markenzeichen Hollywoods, das hier nur umso sorgfältiger eingehalten wird. Teil 2 und 3 wissen der Thematik und dem Grusel aus dem Erstling wirklich nichts, absolut rein gar nichts neues hinzuzufügen. Alles schon da gewesen, alles schon mal gesehen, über alles schon mal kurz erschrocken gewesen.</p>
<p>Damit ist Paranormal Activity natürlich zu einer der genialsten Filmreihen für Hollywood überhaupt geworden: Laiendarsteller, feststehende Kameras oder die Darsteller sind zugleich auch Kameraleute, ein dünnes Drehbuch, welches die notdürftig, offenbar im Suff zusammengestümperte Handlung um etwa 10 Schockmomente flickt, selten war Filmemachen so billig (und dieses Wort passt hier wie kein zweites&#8230;): Schon das Original kostete gerade einmal 15.000 US-$ und spielte mehr als 193 Mio US-$ weltweit ein &#8211; wenn dies keine gute Rendite fürs eingesetzte Kapital ist. Klar, dass Hollywood bei sowas aufhorcht und dem talentierten Jungregisseur Oren Peli (der Teil 1 zu verantworten hat) nicht etwa ein vielversprechendes, neues Projekt anbietet, sondern eben diesen einkauft, um seine Idee solange abzumelken, bis auch der letzte Depp nicht mehr ins Kino rennt und dafür Geld ausgibt. Im Moment läufts ja noch blendend für das produzierende Studio &#8211; guckt man sich die Umsätze an, die mit soviel LowBudget-Langeweile generiert werden, ist dies zuweilen noch viel paranormaler, als der Inhalt des Films selbst: Teil 2, immerhin schon 3 Mio US-$ &#8220;teuer&#8221;, spülte nochmal mehr als 177 Mio US-$ in die Kassen; Teil 3 hat mit einem Umsatz von mehr als 104 Mio US-$ immerhin auch schon seine Kosten von 5 Mio US-$ längst wieder eingespielt. Insofern ist klar, das Hollywood hier noch lange nicht fertig ist und noch genug fehlende Ideen und mangelnde Innovationen für ein paar weitere Fortsetzungen in der Hinterhand hat.</p>
<p>Soweit ist klar, warum Hollywood uns dies antut, aber warum liebe Zuschauer, gehen Sie weiter so zahlreich ins Kino für diesen Blödsinn? Es ist doch nun wirklich &#8211; und zwei weitere Filme beweisen dies ja eindrucksvoll &#8211; seit dem ersten Teil nichts mehr passiert, nichts neues mehr hinzugekommen. Stattdessen werden die endlos langen und langweiligen Home-Movie-Aufnahmen von Familien beim Kuchen essen, Zähne putzen und Schlafen gehen immer länger und ermüdender. Und mal ehrlich: Gibts da draußen tatsächlich noch jemanden, der auf eine alles aufklärende Geschichte, irgendwann in Teil 7 oder Teil 8 hofft, die uns erklärt, warum der unsichtbare Toby manchmal so schlecht drauf ist und nachts nicht schlafen kann? Dazu müsste Hollywood das Projekt mal gänzlich aus der Hand geben, denn wer dort sollte für sowas denn eine gute Idee haben? Sehen Sie sich doch nur die zwei Fortsetzungen an &#8211; oder nein, lassen Sie es lieber. </p>
<p>Überhaupt habe ich einen viel besseren Vorschlag: Wenn Teil 4 in die Kinos kommt, sparen Sie sich doch endlich mal das Geld für die Kinokarte, legen Sie zuhause noch einmal den ersten Teil in den DVD- oder BluRay-Player und reden sie sich ein, es wäre der neue, vierte Teil von Paranormal Activity &#8211; so riesig werden die Unterschiede nicht sein und verpassen werden Sie mit Sicherheit nichts!</p>
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		<title>Filmkritik &#8220;Hugo&#8221; (Hugo Cabret)</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Feb 2012 10:03:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Grunde wurde über den neuen, für viele in dieser Form absolut unerwarteten Film von Martin Scorsese, schon genug geschrieben. Erst recht gerade jetzt vor dem Hintergrund, dass &#8220;Hugo&#8221; &#8211; oder &#8220;Hugo Cabret&#8221; wie er hierzulande heißt &#8211; mit 11 Nominierungen für die diesjährigen OSCARS für jede Menge Schlagzeilen gesorgt hat. Dennoch scheint doch einiges [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Grunde wurde über den neuen, für viele in dieser Form absolut unerwarteten Film von Martin Scorsese, schon genug geschrieben. Erst recht gerade jetzt vor dem Hintergrund, dass &#8220;Hugo&#8221; &#8211; oder &#8220;Hugo Cabret&#8221; wie er hierzulande heißt &#8211; mit 11 Nominierungen für die diesjährigen OSCARS für jede Menge Schlagzeilen gesorgt hat. Dennoch scheint doch einiges in Bezug auf diesen Film bislang noch nicht ganz optimal gelaufen zu sein, denn die Tatsache, dass es sich bei &#8220;Hugo&#8221; mit Sicherheit um einem der besten Filme handelt, die man seit langem im Kino &#8211; und noch dazu völlig zu recht in 3D &#8211; sehen konnte, hat sich beim Publikum offenbar noch nicht so richtig herumgesprochen: Den stolzen Produktionskosten von 155 Mio. US-$ stehen derzeit gerade mal etwas mehr als 97 Mio US-$ Einnahmen an den Kinokassen gegenüber.</p>
<p>Dies vermag vielleicht auch daran liegen, dass Paramount, das produzierende Studio für eben diesen vermeintlich besten Film seit langem, den wohl schlechtesten Trailer überhaupt zur Promotion eingesetzt hat: Alles wirkt so ein wenig verspielt, eben wie ein Kinderfilm von Steven Spielberg, sieht geheimnisvoll und abenteuerreich nach einem Harry-Potter-Verschnitt oder Kindermärchen à la &#8220;Der Goldene Kompass&#8221; aus &#8211; und vielleicht wollte Paramount auch gern einen Kinderfilm. Doch dann hätte man dieses Projekt vielleicht besser nicht in die Hände von Martin Scorsese geben sollen. Und auch deshalb soll an dieser Stelle ein eigener Artikel, trotz Vielfalt in Internet, allen diesen Film ans Herz legen. Über den Inhalt soll an dieser Stelle aber kein Wort mehr geschrieben werden, das wäre wirklich redundant&#8230;</p>
<p>Jedem Zweifler sei aber nochmals direkt zu Beginn dieses Artikels versichert, dass &#8220;Hugo&#8221; kein Kinderfilm ist &#8211; bestenfalls vielleicht ein Kinderfilm für Erwachsene, in jedem Falle aber ein Film für Erwachsene und ganz besonders für diejenigen, die den Film und das Kino lieben! Denn &#8220;Hugo&#8221; ist ein Film über die Filmgeschichte und zugleich gelebte und im Kino erlebbare Filmgeschichte. Er blickt weit, weit zurück auf die Anfänge des Films, ohne diese jedoch detailliert und historisch abzuhandeln. Etwaige Vorläufer des Kinos und der Entwicklung der bewegten Bilder bleiben weitgehend unerwähnt. Bestenfalls ein Daumenkino ist zu sehen, die Gebrüder Lumière werden thematisiert und dann, ja dann kristallisiert sich alles um Georges Meliès, jenen großen &#8220;Magier&#8221; des Kinos früher, sehr früher Tage.</p>
<p>Hier ist jener Film von Meliès (einer von vielen Hunderten), der auch in &#8220;Hugo&#8221; quasi omnipräsent ist:</p>
<p><iframe width="500" height="375" src="http://www.youtube.com/embed/7JDaOOw0MEE?fs=1&#038;feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Und nun kommt Scorseses Idee ins Spiel, diesen filmgeschichtlichen Blick weit zurück an die Anfänge des Mediums zu verknüpfen mit der 3D-Technologie. Indem Scorsese also weit zurückblickt, blickt er kraft seiner Bilder zugleich auch weit nach vorn, denn mit der 3D-Technologie hat das Kino in den letzten Jahren einen weiteren, wichtigen evolutionären Sprung gemacht in seiner eigenen Entwicklung und Geschichtlichkeit. Vergangenheit und Zukunft des Films sind in einem Augenblick zusammengeführt, ganz im philosophischen Sinne &#8211; und dieser Augenblick ist &#8220;Hugo&#8221;, jener Film, den wir gerade im Kino (und nur dort und nur in 3D bestaunen dürfen).</p>
<p>Zugegeben, die Kritik an 3D-Filmen ist zuweilen noch recht laut, doch hat dies grundsätzlich nichts damit zutun, dass die Technologie zu verdammen wäre. Vielmehr ist sie ein ebenso kostspieliges Unternehmen, für das oftmals lediglich Hollywood das nötige Kapital hat, um es einzusetzen &#8211; leider sind dort nur eben nicht unbedingt die kreativsten Köpfe des Films zugegen, weshalb das Potential von 3D derzeit überwiegend nicht ausgereizt und im Allgemeinen sinnfrei zum Einsatz kommt. Denn Kino &#8211; und gerade dies macht Scorsese mit seinem &#8220;Hugo&#8221; fernab der grandiosen Bilder deutlich &#8211; ist ein magischer Ort der Phantasie, der Träume und der Magie, es ist ein Ort zum Geschichten erzählen und eine solch große, abenteuerliche Geschichte weiß &#8220;Hugo&#8221; uns zu erzählen. 3D wird hier nicht zum Anschauungsobjekt Nummer 1 unter das sich alles Andere unterzuordnen hat. Es wird zum wohlbedacht eingesetzten Hilfsmittel, welches die Geschichte unterstützt aber nicht stört!</p>
<p>Vielleicht sollten die &#8220;großen&#8221; Filmkritiker, die der Meinung sind, ihr Lieblingsmedium mit allen Mitteln zu schützen, einmal darüber nachdenken, bevor sie nahezu jeden 3D-Film schon im Vorfeld zerreißen und als unnötig abtun. Ich denke da an einen Herrn S., der regelmäßig bei Telepolis schreibt und 3D im Kino eben als genau dies ansieht: unnütz. Die Bilder des Films waren immer schon magisch und kraftvoll und bräuchten die dritte Dimension schlichtweg nicht. Jemand, der vorgibt, das Kino so sehr zu lieben &#8211; und als Kritiker auch noch besser als jeder andere zu kennen und zu verstehen &#8211; verbietet dem Kino dabei allerdings eines: seine Entwicklung und mithin seine eigene Geschichtlichkeit. Gerade jemand, wie Herr S. bei Telepolis, der durchaus einen tiefen, intelligenten Bezug zur Philosophie hat, sollte doch aber wissen, dass das Sein sich nicht dadurch kennzeichnet, dass es einfach nur ist, sondern das Sein ist, weil es wird. Kein Stillstand, sondern stetes Werden, Veränderung, Entwicklung&#8230;</p>
<p>Wie hätte Herr S. wohl damals über die ersten Tonfilme geschrieben? Wie nah wäre, nach Ansicht von Herrn S., hätte er damals schon über Filme geschrieben, das Ende des Films nach dem Einzug der Farbe in die schwarz-weißen Bilder gewesen? Der Film entwickelt sich nun einmal weiter, so wie alles andere auch. Dies ist der Lauf der Dinge (um mal eine etwas abgedroschene Phrase zu bemühen) &#8211; und Martin Scorsese bringt diesen Lauf auf so wunderbare, höchst ansehnliche Weise auf die Leinwand und unabdingbar muss dies, wie nun hoffentlich deutlicher geworden ist, in 3D gezeigt werden. Während der Film weiter macht, ist das Kunstverständnis einiger Kritiker und Experten des Films offensichtlich stehengeblieben. Lassen Sie sich davon aber bitte nicht abhalten, dem &#8220;neuen&#8221; Kino der dritten Dimension eine Chance zu geben. Sicherlich wird es noch zahlreiche, profitgierige und gleichsam inhaltsfreie und belanglose 3D-Filme geben, &#8220;Hugo&#8221; gehört aber definitiv nicht dazu und wird, sicherlich zu recht, seine 11 Nominierungen für die OSCARS erhalten haben.</p>
<p>Interessanterweise kommt &#8220;Hugo&#8221; bei der OSCAR-Verleihung dann aber ein Film in die Quere, der ein ähnliches Thema behandelt, der Nostalgie aber vollkommen verpflichtet ist (und dennoch Filmgeschichte erlebbar macht): The Artist ist jener französische Film, komplett in Schwarz-Weiß gedreht und &#8211; abgesehen von der musikalischen Begleitung auf der Tonspur &#8211; fast vollständig stumm. Bei den Golden Globes jedenfalls hat &#8220;The Artist&#8221; immerhin gleich drei Preise gewonnen, &#8220;Hugo&#8221; lediglich einen, dafür aber immerhin den Preis für die &#8220;Beste Regie&#8221;.</p>
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		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 12:49:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Was hat der Film im Vorfeld nicht schon wieder für Gesprächsstoff gesorgt. Die Kritiker überschlagen sich mal wieder mit Lob und kommen aus dem Schwärmen gar nicht mehr raus. In letzter Zeit ist dies jedoch für all diejenigen, die gern ins Kino gehen, weil sie Filme lieben und dennoch keine Kritiker sind, oftmals ein wichtiger [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was hat der Film im Vorfeld nicht schon wieder für Gesprächsstoff gesorgt. Die Kritiker überschlagen sich mal wieder mit Lob und kommen aus dem Schwärmen gar nicht mehr raus. In letzter Zeit ist dies jedoch für all diejenigen, die gern ins Kino gehen, weil sie Filme lieben und dennoch keine Kritiker sind, oftmals ein wichtiger Hinweis darauf, dass sie diesen Film lieber meiden sollten.</p>
<p>Worum gehts denn hier eigentlich: Geheimdienste, Kalter Krieg, Sowjetunion &#8211; Großbritannien und ein wenig USA, fünf hochrangige Spione, gaaanz weit oben im britischen Geheimdienst und einen Maulwurf ebenda. Da wird der wortkarge, aber offensichtlich geniale Agent Smiley beauftragt, den russischen Doppelagenten ausfindig zu machen, und das gelingt natürlich. Happy End, alle glücklich und doch gucken alle von Anfang bis Ende durchweg beträufelt, bekommen kaum zwei Sätze zusammen, sondern antworten auf konkreten Fragen zumeißt mit ausgedehntem Schweigen.</p>
<p>Für den Zuschauer wird dies alsbald langweilig &#8211; nein &#8211; es ist eigentlich von Beginn an langweilig, da ohnehin nie wirklich Spannung aufkommen will. Eine klassisch gestrickte Agentengeschichte, die nur allzu vorhersehbar ist und dennoch nahezu alle Fragen, die der Film in seinem Verlauf so stellt, unbeantwortet lässt. Wer ist Smiley, warum ist er denn der Beste für diesen Job? Keine Ahnung. Was ermittelt er denn da eigentlich die ganze Zeit &#8211; oder besser noch &#8211; ermittelt er überhaupt, oder sitzt er nur in seinem Versteckt rum und wartet darauf, dass noch zehn weitere, kaum durchschaubare Nebencharaktere auf die Leinwand geballert werden? Keine Ahnung. Der Chef des Geheimdienstes &#8220;Circus&#8221; weiß als erster von dem Maulwurf und beauftragt George Smiley, doch woher weiß er das und warum ist er dann für den Rest des Films verschwunden? Keine Ahnung. Was hat die Geschichte des Agenten in Istanbul und seine Liebe zur russischen Agentin, die gern überlaufen will, jedoch verletzt auf einem Schiff nach Odessa verfrachtet wird, mit dem Maulwurf zu tun? Keine Ahnung. Warum &#8211; ACHTUNG SPOILER &#8211; muss ausgerechnet der britischste aller Darsteller in diesem Film den Doppelagenten spielen &#8211; dem nimmt man die Rolle von allen beteiligten Darstellern am wenigsten ab.</p>
<p>Der geneigte Leser merkt schon: &#8220;Dame, König, As, Spion&#8221; ist auch ein Film über Ungereimtheiten. Vielleicht soll der Zuschauer selbst zum Agenten werden und in Erfahrung bringen, was hier eigentlich los ist, denn der Film vermag all dies nicht zu übermitteln. Er fängt, wie gesagt, ganz klassisch &#8211; oder sollte man vielleicht klischee-überladen sagen?! &#8211; an: Ein Agententhriller im 70er-Look. Dann, ebenso erwartbar, wird es erstmal schwierig: Charakter um Charakter, Nebendarsteller um Nebendarsteller wird vorgestellt, doch bei all dem geht der Überblick noch nicht verloren. Zu jedem Charakter wird aber eine neue Geschichte erzählt und man erwartet nun, dass George alsbald sämtliche Fäden und Spuren, die der Film nur so um sich haut, zusammenführt. Aber nichts dergleichen passiert. Jeder Nebenstrang des Films bleibt am Ende schlichtweg unmotiviert repräsentiert, hätte so &#8211; aber eben auch ganz anders erzählt werden können. Und warum George dann am Ende plötzlich weiß, wer der Maulwurf ist, und wieso sein von allen gesuchter Freund und Kollege nach Paris geht, um von dort ein paar Faxe zu versenden, will sich auch dem konzentrierten Zuschauer am Ende des Films nicht erschließen. OK, ist ja nochmal alles gut gegangen, der Maulwurf ist enttarnt. Das Wie und Warum ist an der Stelle dann auch nicht mehr entscheidend &#8211; schließlich braucht der Film dann, in seinen letzten fünf Minuten auch nicht mehr logisch und spannend zu werden.</p>
<p>Ein Trauerspiel von einem Agentenfilm &#8211; dann doch lieber die französischen Originale, etwa &#8220;Le Samurai&#8221;, und bitte: Sparen Sie sich das Geld für diesen Film &#8211; er ist nicht wirklich schlecht, keineswegs:  Die Optik und Atmosphäre stimmt, nur die Geschichte ist schlichtweg unbrauchbar, da es faktisch keine Geschichte gibt &#8211; aber Kino sollte doch der Ort sein, an dem die ganz großen Geschichten erzählt werden&#8230;Nach dem katastrophal langweilig und gescheiterten Verblendungs-Remake von David Fincher ist dies schon der zweite, lang erwartete Film, der dann derart nach hinten losgeht&#8230;Ich warte noch auf das erste große Highlight von 2012.</p>
<p>Erst kürzlich gab es einen recht amüsant zu lesenden Artikel über das Missverhältnis von professionellen Filmkritikern und dem Publikum. Alle Filme, die in einer bestimmten Woche in den US-Kinos anliefen und von den Kritikern mal wieder überdurchschnittlich über den Klee gelobt wurden, vielen beim Publikum allesamt durch. Dagegen feierten genau jene Filme kaum zu erwartende und im Vorfeld überhaupt nicht kalkulierbare Erfolge, denen die Kritiker von Anfang an keine Chancen gaben. Nun muss der Geschmack der Masse nicht immer das Maß der Dinge sein &#8211; wenn die Filmkritik sich aber zunehmend von Ihrem Klientel entfernt, dürfte sie irgendwann obsolet werden. Das Problem, und &#8220;Dame König As Spion&#8221; macht dies mal wieder deutlich: Man schreibt nicht mehr objektiv darüber, was man da gerade tatsächlich im Kino gesehen hat. Kaum einer traut sich noch, klare, deutliche Worte zu einem Film zu finden &#8211; erst recht nicht, wenn dann schon drei renommierte Kritiker positiv über einen Film geschrieben haben. Das Publikum kann mit derartigen Kritiken aber nichts mehr anfangen und liest diese irgendwann dann eben auch nicht mehr. Man sehe sich nur das Missverhältnis zwischen den Profis und den passionierten Filmliebhabern auf Metacritic zu &#8220;Dame König As Spion&#8221; an:</p>
<p><a href="http://www.metacritic.com/movie/tinker-tailor-soldier-spy/critic-reviews">Kritik-Zusammenfassung der Profis</a><br />
<a href="http://www.metacritic.com/movie/tinker-tailor-soldier-spy/user-reviews">Kritik-Zusammenfassung des Publikums</a></p>
<p>Gerade auf der Seite des Publikums spricht man mir aus der Seele:</p>
<p>&#8220;Just saw a screening of Tinker Tailor Soldier Spy. Stunned to read that reviews are good. Wait until real people see this, and not reviewers who are afraid to call this like it is, one of the most confusing and convoluted movies I have ever seen.&#8221;</p>
<p>&#8220;The movie is totally incomprehensible, dull and uninvolving. It jumps forward and backward in time at random, and Gary Oldman does an Alec Guiness impression. I don&#8217;t know what movie the critics saw, but this is a total snooze.&#8221;</p>
<p>Recht habe sie, ich weiß auch nicht, was die Kritiker da für einen Film gesehen haben, gestern abend zur Preview in den Leipziger Passage Kinos lief jedenfalls ein enorm langweiliges, wenig mitreißendes Stückchen Film, mehr nicht!</p>
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		<title>The Ward &#8211; Filmkritik zum Bundesstart am 29.09.2011</title>
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		<pubDate>Sun, 02 Oct 2011 09:34:08 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[John Carpenter´s &#8220;The Ward&#8221; Ist Vorsicht geboten? Lange hat Altmeister Carpenter, nichts mehr von sich hören, oder besser gesagt sehen lassen. Sollte dies dann jetzt wieder nur einer dieser unsäglichen Hollywood-Versuche sein, einen B-Movie mit einem großen Namen als Presenter zu promoten, nur um finanziell nicht völlig unterzugehen? In diesem Falle nicht: Tatsächlich ist &#8220;The [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>John Carpenter´s &#8220;The Ward&#8221;</strong><em></em></p>
<p>Ist Vorsicht geboten? Lange hat Altmeister Carpenter, nichts mehr von sich hören, oder besser gesagt sehen lassen. Sollte dies dann jetzt wieder nur einer dieser unsäglichen Hollywood-Versuche sein, einen B-Movie mit einem großen Namen als Presenter zu promoten, nur um finanziell nicht völlig unterzugehen? In diesem Falle nicht: Tatsächlich ist &#8220;The Ward&#8221; Carpenters erster Langspielfilm seit zehn Jahren und er zeigt, dass er das Genre (welches eigentlich, denn hier regiert der Genremix) wunderbar beherrscht.</p>
<p>Kristen wird vor einem brennenden Haus aufgegriffen und in eine psychiatrische Klinik gebracht. Sie kann sich offenbar an nichts mehr erinnern. Warum hat sie das Haus angezündet, was ist in ihrer Vergangenheit vorgefallen und hat jenen Menschen aus ihr gemacht, der nun in der Psychiatrie gelandet ist. All diese Fragen werden zu Beginn gestellt und erwecken einiges an Erwartungen und Vermutungen beim Zuschauer, doch es kommt, erstaunlicherweise ganz anders.</p>
<p>Schon bald wird klar, dass die Psychatrie irgendetwas zu verbergen hat &#8211; ist Kristen möglicherweise gar die einzige Normale im gesamten Gebäudekomplex. Zunehmend verwirrender und kaum mehr nachvollziehbar sind sämtliche Handlungen und Dialoge nahezu aller Beteiligten im Krankenhaus &#8211; Patienten und Personal wirken befremdlich&#8230;was geht hier vor?</p>
<p>Mehr zu erzählen, wäre dramatisch, denn wie schon gesagt: So abgegriffen und kopiert die gesamte Thematik auch wirkt &#8211; Carpenter schafft es, seinen Plot so zu gestalten, dass man als Zuschauer ebenso verwirrt und ratlos bleibt, wie Kristen in der Anstalt. Gemeinsam muss man sich mit ihr auf den Weg begeben, um das Geheimnis um die Anstalt zu lüften und man entfernt sich dabei von der Antwort immer weiter, als das man ihr näher kommen könnte.</p>
<p>Stylistisch weiß Carpenter einmal mehr sein Können unter Beweis zu stellen. Natürlich ist es das riesige, unheimliche und dunkle Gebäude, welches ebenso als ein wesentlicher Darsteller in &#8220;The Ward&#8221; agiert &#8211; und Carpenter weiß, wie Licht und Kamera eingesetzt werden, um diese schauerliche Atmosphäre von Anfang bis Ende konsequent aufrecht zu erhalten. Zu den Charakteren &#8211; Haupt- und Nebendarsteller &#8211; kann an dieser Stelle nicht viel gesagt werden. Tatsächlich lassen sich einige Kritiken im Netz, wie bspw. diejenige von Filmstarts.de finden, die mangelnde charakterliche Tiefe vermissen und das schwache Script bemängeln. Offenbar hat der Autor jener Kritik den Film dann nicht wirklich verstanden, denn die Darsteller (ausnahmslos alle Darsteller) können gar nicht anders, als ohne wirkliche Profiltiefe auskommen, alles Andere würde die gesamte Narration irreparabel stören. Mehr kann hierzu aber, wie schon erwähnt, nicht verraten werden.</p>
<p>Am Ende geht dann tatsächlich alles sehr schnell, für den einen oder anderen vielleicht zu schnell, doch auch dies ist wichtig, um die Situation, in der sich Kristen befindet, adäquat auch auf den Zuschauer zu übertragen, die Erkenntnis, die sie dann erlangt, ist ein Faustschlag mitten ins Gesicht, der erstmal verdaut werden muss &#8211; für Kristen, wie auch für uns Zuschauer. Und dann &#8211; dies kennzeichnet ja die guten Filme &#8211; kommt man zur eigenen Erkenntnis, den Film noch einmal anzusehen, nun unter den Vorzeichen des neuen Wissens.</p>
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		<title>Wer hat Lust zu denken? Vom bewussten Umgang mit Medien&#8230;</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Apr 2011 14:10:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir hätten möglicherweise weitaus weniger Probleme, wenn wir nur endlich mal anfangen würden, wieder das Gehirn beim Konsum von Medien einzuschalten. Zugegeben: Fernsehen und Zeitungen hätten damit natürlich umso größere Probleme, ist das Ansehen von RTL oder das Lesen der Bildzeitung bei bewusster gleichzeitiger Benutzung des Hirns und sämtlicher zur Verfügung stehender geistiger Fähigkeiten doch inzwischen eigentlich nicht mehr vorstellbar. Genau hierbei offenbart sich jedoch das Dilemma und die Sorge der Wenigen, die noch beherzt die Existenz ihres Kopfes zur Kenntnis genommen haben und diesen hier und da auch mal einzusetzen versuchen &#8211; sie haben ein schweres Leben. Denn die Medien haben ganze Arbeit geleistet, ihren Nutzern in all den Jahren beizubringen, jegliche geistige Aktivität nach Möglichkeit zu unterlassen &#8211; nur so kann man heute das Senden und Drucken von Informationen (die keine sind) dem Publikum gegen Geld auch noch verkaufen.</p>
<p>Da lese ich gerade wieder, in einer aktuellen Meldung von den enttäuschenden Zahlen von Google. Im ersten Quartal des Jahres 2011 hat Google nach Abzug aller Kosten und Steuern einen Gewinn (!!) von 1,6 Milliarden EUR gemacht, also 1600 Millionen EUR!! Dies bedeutet zugleich eine Steigerung zum Vorjahresquartal von 18 Prozent. Google verdient in nur drei Monaten 1600 Millionen EUR, Geld das übrig ist, schließlich reden wir von Gewinn. Doch die Analysten sind enttäuscht, die BWL-Juppies haben mit mehr gerechnet. Diese Meldung, nicht vom Gewinn, sondern von den enttäuschten Analysten, geht um den Globus und die Aktie des Konzerns sinkt. Vielleicht bin ich auch zu altmodisch, zu romantisch, ich verstehe einen Gewinn, noch dazu einen derart großen als eine äußerst erfreuliche Nachricht. Die Medien käuen dagegen das jämmerliche, realitätsferne Geblabber der 21-jährigen Schnösel an den Börsen nach und Google kommt, nicht dramatisch aber trotzdem, unter die Räder. Es ist also nicht gut für Google, so schlechte Geschäfte zu machen. Und der Medienkonsument nimmt alles mit seiner ihm angelernten Fähigkeit zur Teilnahmslosigkeit so hin und frisst noch ein paar Chips.</p>
<p>Google ist zu weit weg &#8211; mag sein, aber jeder sollte doch mal versuchen, die Nachrichten, die jeden Tag so im Fernsehen und in den großen Schlagzeilen zu lesen sind, kurz zu überdenken. Nicht bloß zuhören, auch mal ganz kurz, vielleicht schon direkt nach der Überschrift das eben Wahrgenommene zu hinterfragen, überlegen, was dieser <em>eine</em> Satz inhaltlich gerade aussagt. Vor Jahren gab es eine neue EU-Vorgabe für den Bau von Autos mit verringertem CO2-Ausstoß. Kurz darauf trat der Pressesprecher der Automobilindustrie Deutschlands vor die Kameras und sagte, wenn diese Pläne umgesetzt werden, kostet das die Autoindustrie 65000 Arbeitsplätze. Mutti und Vati gucken es auf RTL Aktuell und sagen: Blöde EU, die machen uns kaputt, sowas wollen wir nicht. Sollten sie sich nicht vielmehr fragen, was das Bauen von umweltfreundlichen Autos mit Arbeitsplätzen zu tun hat. Vielleicht, so vermutet es in diesem Zusammenhang Volker Pispers, will der Deutsche solche Autos nicht kaufen, getreu dem Motto: &#8220;Also wenn da hinten kein Dreck mehr raus kommt, dann fahr´ ich nicht mehr.&#8221;</p>
<p>Es sei an dieser Stelle eindringlichst jedem, der es bislang noch nicht getan hat, das Programm &#8220;Bis neulich&#8221; von Volker Pispers, dem letzten Grund zur Hoffnung in diesem Land, ans Herz gelegt. Lustig ists, wenn er unsere Kultur beobachtet und humorvoll zusammenfasst, in was für einer deformierten und degenerierten Gesellschaft wir eigentlich leben. Er erklärt die Dinge so, dass auch diejenigen, die schon nicht mehr denken können, denen Politik zu hoch ist und daher alles glauben und so hinnehmen, was im Fernsehen darüber erzählt wird, sie verstehen können. Und letztlich, dies ist insbesondere für einen erwachsenen Umgang mit Medien von Interesse, sind die Themen auch stets reflexive Betrachtungen der Methodik der Massenmedien. Ein Abend mit RTL Aktuell und dem stets betroffen und übertrieben ernst guckenden Anchor Peter Klöppel könnte dann plötzlich wieder sehr unterhaltsam und heiter sein. Wer insbesondere die RTL Abendnachrichten in einem gesunden und bewussten Zustand ansieht, braucht eigentlich keinen Volker Pispers mehr, Nachrichten auf RTL sind schon Kabarett genug. Bis wir alle jedoch soweit sind &#8211; und ich gebe die Hoffnung nicht auf, denn scheinbar werden es immer mehr die der Stimme unseres Landes, Volker Pispers, folgen (Auftritte von ihm sind bereits teilweise bis November 2011 ausverkauft), sollten wir uns die Zeit nehmen, Privatfernsehen zu meiden und lieber Pispers gucken. Wer es schafft, Karten zu bekommen, soll seine Chance nutzen. Alle anderen sind auf 3sat gut beraten oder besorgen sich umgehend die DVD &#8220;Bis neulich&#8221; im gut sortierten Fachgeschäft. Zur Überbrückung gibts ein paar Ausschnitte zum hungrig werden gleich hier. In jedem dieser Beiträge kommt die Sinnlosigkeit unserer Gesellschaft zum Ausdruck, so sinnlos, das man schon wieder darüber lachen kann &#8211; wäre da nicht das Unbehagen, dass dies genau die Probleme sind, die uns Deutsche so beschäftigen und/oder maßgeblich unser Leben bestimmen. Und neben all diesen Problemchen wird zugleich auch deutlich, wie wir all dies &#8211; wie schon gesagt &#8211; widerspruchslos und ohne jegliche Kritik über die Massenmedien absorbieren und vergleichbar mit religiösen Leitmotiven verinnerlichen. Wo leben wir denn eigentlich&#8230;</p>
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		<title>Filmkritik: 127 Hours</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Apr 2011 06:15:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Film startete hierzulande bereits im Februar in den Kinos und ist daher zum jetzigen Zeitpunkt nur noch in einigen wenigen Lichtspielhäusern zu sehen. Wer es bis dato verpasst hat, ins Kino zu gehen, was auf Grund der grandiosen Bilder dieses Films definitiv zu empfehlen ist, muss sich noch bis zum Ende des Jahres gedulden. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Film startete hierzulande bereits im Februar in den Kinos und ist daher zum jetzigen Zeitpunkt nur noch in einigen wenigen Lichtspielhäusern zu sehen. Wer es bis dato verpasst hat, ins Kino zu gehen, was auf Grund der grandiosen Bilder dieses Films definitiv zu empfehlen ist, muss sich noch bis zum Ende des Jahres gedulden. Erst im Dezember ist die Veröffentlichung auf BluRay und DVD angekündigt.</p>
<p>Es ist die wahre Geschichte von Aron Ralston, der bei einer Klettertour durch den Bluejohn Canyon in Utah in eine Situation gerät, die ihn zum Äußersten zwingt, um zu überleben. Er ist eigentlich kein Anfänger, der Canyon ist für sowas wie ein zweites Zuhause. Doch auch der erfahrenste Kletterer ist nicht vor Fehltritten &#8211; oder in diesem Fall Fehlgriffen &#8211; sicher. Aron versucht Halt an einem größeren Felsbrocken zu bekommen, doch dieser kommt in Bewegung und stürzt mit dem Kletterer in die Tiefe. Dabei verkeilt sich der Stein in er engen Felsspalte und klemmt Arons Arm mit ein. Niemand weiß, wo sich Aron befindet, auf Rettung ist in dieser Situation nicht zu hoffen. Anfängliche Versuche, den eingeklemmten Arm, oder den festsitzenden Stein in Bewegung zu bringen, erweisen sich schon bald als hoffnungsloses Unterfangen. Allmählich neigen sich Arons Vorräte dem Ende zu und das Unausweichliche rückt immer näher &#8211; wie weit ist Aron bereit zu gehen, um zu überleben? Sein rechter Arm für sein Leben&#8230;</p>
<p>Filme, in denen wenige oder gar nur ein Schauspieler die ganze Zeit über präsent sind und die gesamte Narration tragen (müssen), gibt es haufenweise. Doch selten ist ein Film derart zentriert und fokussiert auf nur einen Charakter an nur einem, sehr engen, kleinen Handlungsraum. Tom Hanks hat in &#8220;Cast Away&#8221; schon meisterlich diese One-Man-Show umgesetzt, ihm blieb dabei aber immerhin noch eine ganze Insel, die im Film für Abwechslung sorgte. In &#8220;127 Hours&#8221; dagegen bleibt die Kamera nicht nur an Aron, absolut grandios gespielt von James Franco, kleben, sondern auch der Handlungsort gibt dem Zuschauer über weite Teile des Films nicht mehr Sicht frei, als Aron diese, tief unten in der Felsspalte hat. Man hätte den Film auch deutlich dramatischer umsetzen können, hätte neben den verzweifelten Versuchen Arons, wieder frei zukommen, auch eine Aussensicht zeigen können, etwa wie die Eltern sich besorgt auf die Suche machen, man sich auf Arbeit wundert, das Aron nicht erscheint und nicht erreichbar ist. Auf all dies verzichtet der Film jedoch und es tut ihm gut. So verbleibt die Kamera nahezu die gesamte Zeit, mit Ausnahme von einigen Erinnerungssequenzen und Halluzinationen, dort unten bei Aron und Regisseur Danny Boyle leistet fantastische Arbeit, dass die Einzelshow von Darsteller Franco nicht langweilig wird.</p>
<p>Die typische Handschrift von Boyle lässt sich auch in diesem Film überdeutlich wiederfinden. Gleich zu Beginn geht es ebenso rasant los, wie man es zuletzt beim ausnahmsweise mal völlig zu recht mit Preisen überhäuften &#8220;Slumdog Millionaire&#8221; gesehen hat: Dank Splitscreens, die das Auge des Zuschauers zugleich herausfordern und überfordern werden wir mitten hinein geworfen in das Geschehen und angesteckt von der Euphorie Arons, der es kaum erwarten kann, die Weite der Natur auszukosten. Und eben diese Natur ist schließlich, neben Aron, der zweite, heimliche Hauptdarsteller des Films, den Boyle einmal mehr in traumhaften Bildern, die alsbald zu alptraumhaften Bildern, werden einfängt. Und es sind eben jene Bilder, die Boyle immer schon auszeichnen, ganz egal ob im eben schon erwähnten &#8220;Slumdog Millionaire&#8221; oder im unberechtigterweise weit weniger beachteten &#8220;Sunshine&#8221;.</p>
<p>Neben tollen Bildern, die sicherlich auch andere auf die Leinwand hätten zaubern können, schafft es der Regisseur und natürlich sein James Franco, dass es zu keiner Zeit langweilig wird &#8211; und dies obwohl man von Anfang an eigentlich weiß, worauf dies hinausläuft. Doch gerade die Idee, hier nicht mit Umschnitten in die übrige Welt zu schalten, sondern immer bei Aron zu bleiben, macht die Wucht des Films aus. Stets organisiert und professionell kann man mit Ansehen, wie Hunger, Hoffnungslosigkeit und die zunehmende Dehydrierung Aron immer mehr an den Rand seiner Möglichkeiten und in den Wahnsinn treibt &#8211; vielleicht ist es auch dies, was ihn am Ende zum eigentlich Undenkbaren, ungeheuer schmerzlichen Höhepunkt treibt. Das Publikum leidet und hofft somit 90 Minuten mit ihm. Aron dagegen kämpfte 127 Stunden ums Überlebenskampf, bis er sich aus eigener Kraft selbst befreien konnte. Ein kraftvoller, mitreißender Film!</p>
<p><iframe title="YouTube video player" width="500" height="300" src="http://www.youtube.com/embed/WmQG5nEKMKc" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>&#8220;Alles, was wir geben mussten&#8221; (Never let me go) ist alles, was wir begreifen müssen</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Apr 2011 14:10:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kino]]></category>

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		<description><![CDATA[Kathy, Ruth und Tommy sind beste Freunde. Gemeinsam wachsen sie in Hailsham auf, auf den ersten Blick ein Internat, dessen Idylle jedoch nur trügerischer Schein ist. Die Kinder, die dort aufwachsen, verstehen sich selbst nicht als Teil der Menschheit &#8211; wie auch, wird ihnen doch von Beginn an, in Einrichtungen wie Hailsham, tagtäglich beigebracht, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kathy, Ruth und Tommy sind beste Freunde. Gemeinsam wachsen sie in Hailsham auf, auf den ersten Blick ein Internat, dessen Idylle jedoch nur trügerischer Schein ist. Die Kinder, die dort aufwachsen, verstehen sich selbst nicht als Teil der Menschheit &#8211; wie auch, wird ihnen doch von Beginn an, in Einrichtungen wie Hailsham, tagtäglich beigebracht, dass sie &#8220;gemacht&#8221; sind, um eines Tages als Organspender zu agieren. Die drei wachsen heran, kommen vom Internat auf einen Bauernhof und laufen mit immer schnelleren Schritten auf das Leben &#8211; und vielmehr auf das Ende dieses Lebens hin, welches ihnen von Anfang an vorher bestimmt war. Auf diesem Weg durchleben die Drei die Freundschaft und Liebe, ebenso wie Eifersucht, Hass und Verrat. Aus innigem Zusammenhalt wird alsbald tiefe Zerstrittenheit&#8230;Und als die Versöhnung naht, ist es doch schon zu spät. Zu kurz ist das Leben&#8230;</p>
<p>Ist es nicht gut zu wissen und zu sehen, dass das Kino noch jene emotionale Kraft haben kann, für die man es einstmals bewunderte? Gerade vor dem aktuellen Hintergrund, da zunehmend 3D die Qualitäten des Kinos auf rein optisch-visuelle Ebenen verlagert und alles andere vernachlässigt wird und &#8211; auch ohne 3D &#8211; Filme, wie &#8220;The Mechanic&#8221; die Sinnlosigkeit amerikanischer Großproduktionen eindrucksvoll zur Schau stellen, wirkt &#8220;Never let me go&#8221;, wie &#8220;Alles, was wir geben mussten&#8221; im Original heißt, wie ein Leuchtturm der Kinematographie.</p>
<p>Es ist zudem sicherlich ein absoluter Glücksgriff, das Mark Romanek die Regie für diesen Film übernommen hat. Er selbst hat Johnny Cash mit der Regie beim Videoclip zum Titel &#8220;Hurt&#8221; noch zu Lebzeiten ein Denkmal gesetzt, dass auch nach dem 50. Ansehen noch zu Tränen rührt. Ganz ohne Rasanz, Verfolgungsjagden und Explosionen schafft es dieser Film von Anfang an, sein Publikum mitzunehmen, gerührt zu sein &#8211; man ist betroffen von all der Traurigkeit und gleichsam der Hoffnung, die dieser Film vermittelt. Von Beginn an weiß man als Zuschauer vom Schicksal der Kinder in Hailsham und merkt nur allzu schnell, worum es in diesem Film eigentlich geht: Es ist nicht das Science-Fiction-Element, das diesem Film lediglich als Grundkonzept für die Handlung dient, hier geht es letztlich um nichts geringeres als das Leben selbst. Und dies betrifft nicht nur die drei Protagonisten des Films in ihrem vorher bestimmten Weg, dies betrifft uns alle. So kommt man nicht umhin, früher oder später während des Films die Gedanken auch um das eigene Leben kreisen zu lassen.</p>
<p>Und letztlich, im rührenden Plädoyer von Kathy am Ende des Films, wird ohnehin deutlich, dass sich jeder angesprochen fühlen sollte. Kathy ist froh und stolz auf das Leben, das sie hatte, auf die Freunde, die sie gefunden hat und die Liebe, die sie erleben durfte. Gleichsam bereut sie die Zeit des Streits mit denen, die ihr am Wichtigsten waren und sind. 10 Jahre hat sie dabei verloren&#8230;Wir alle müssen irgendwann sterben, doch das Leben ist nicht zu kurz, es kommt darauf an, was man daraus macht, solange man die Möglichkeiten dazu hat. So kann und muss man sich nach diesem fabelhaften, eindrucksvollen Film auch selbst wieder daran erinnern, denjenigen, die man liebt und schätzt dies hin und wieder auch mal zu sagen.</p>
<p>&#8220;Alles, was wir geben mussten&#8221; startet am 14. April in den deutschen Kinos.</p>
<p><iframe title="YouTube video player" width="500" height="250" src="http://www.youtube.com/embed/h2aNb9TjjmM" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>&#8220;Undercover Boss&#8221; &#8211; Deutschland auf dem Weg nach ganz unten</title>
		<link>http://www.filmdenken.com/alle-filme/undercover-boss-deutschland-auf-dem-weg-nach-ganz-unten-173</link>
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		<pubDate>Tue, 12 Apr 2011 10:18:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Derjenige in diesem Land, der noch fähig ist selbst zu denken, insbesondere aber auch beim Gebrauch von Medien aller Art, sei es im Kino, beim Zeitung lesen oder eben beim Fernsehen, durchaus gewillt und fähig ist mitzudenken, macht sowieso einen großen Bogen um Privatsender, allen voran RTL. Dennoch entgeht es auch diesem besorgten Blick all [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Derjenige in diesem Land, der noch fähig ist selbst zu denken, insbesondere aber auch beim Gebrauch von Medien aller Art, sei es im Kino, beim Zeitung lesen oder eben beim Fernsehen, durchaus gewillt und fähig ist mitzudenken, macht sowieso einen großen Bogen um Privatsender, allen voran RTL. Dennoch entgeht es auch diesem besorgten Blick all jener Normaldenkenden nicht, dass RTL jedes Jahr aufs Neue, wenn man meint, schlimmer und dümmlicher geht es nicht mehr, noch einen drauf &#8211; oder sagen wir aus Niveausicht besser drunter &#8211; setzt. Die Verdummung der Massen schreitet unaufhörlich voran und erreicht in diesem Jahr, zugegeben recht frühzeitig, mit der neuen Dokusoap &#8220;Undercover Boss&#8221; einen neuerlichen Tiefpunkt deutscher Fernsehunterhaltung &#8211; so schwer die Verwendung des Begriffs &#8220;Unterhaltung&#8221; an dieser Stelle auch fällt.</p>
<p>Der Chef eines großen Unternehmens, der mit der täglichen Arbeit, die an der Basis seiner Firma verrichtet wird, ungefähr noch soviel zutun hat, wie RTL an der Erzeugung von qualitativ ansprechenden Formaten, begibt sich eben undercover an die Basis um dort selbst aktiv zu werden. Es gehe hierbei natürlich nicht darum, die eigenen Mitarbeiter auszuspionieren &#8211; dies würde dank dieses Formats ja sowieso nicht klappen, denn eine derartige Vorstellung ist schlichtweg paradox und offenbart zugleich das sinn- und zweckfreie Konzept dieser Sendung (aber dazu gleich mehr). Es geht vielmehr darum, das der Chef einen Eindruck darüber gewinnen will, ob und wie die Entscheidungen, die er im kleinen Kreis am Schreibtisch trifft, überhaupt noch umgesetzt werden können. Aha!</p>
<p>Der Plan von RTL ist dabei umso leichter zu durchschauen: Die Wahl der Unternehmen, in denen der Boss undercover als Arbeitsloser einsteigt, der sich bei seiner Jobsuche von einem Fernsehteam filmen lässt (so die Erklärung, die die Mitarbeiter bekommen), macht dies bereits überdeutlich. Da sah man den Chef der Best Western Hotelkette beim Zimmer &#8211; insbesondere beim Klo putzen. Man war zu Gast bei Adco, dem Hersteller und Vermieter von Dixie-Toiletten &#8211; und wieder durfte der Chef anderer Leute Mist wegputzen. Es geht also in erster Linie um Schadenfreude. Und Dumm-Dumm-Deutschland schaut massenweise zu und träumt jeden Montag abend davon, wie erfüllend es doch wäre, wenn der eigene Chef mal die Scheisse anderer Leute wegmachen müsste. Die Bosse der Unternehmen machen dies natürlich &#8211; mehr oder weniger &#8211; gern mit. Denn der prominente Sendeplatz am Montag abend, direkt nach Quotenzugpferd &#8220;Wer wird Millionär?&#8221; um 21.15 Uhr &#8211; also genau dann, wenn RTL bereits mehrere Millionen Menschen sämtlicher Unterschichten und Unter-Unterschichten bei sich versammeln kann, bietet dem netten, smarten Firmenboss doch die beste und noch dazu völlig kostenfreie Gelegenheit, 60 Minuten lang eine Dauerwerbesendung zu Imagezwecken zu präsentieren.</p>
<p>Paradox ist die gesamte Sendung allein schon deshalb, weil der Chef selbst natürlich niemals von eventuellen Problemen, da unten an der Basis, auf diese Weise etwas mitbekommen wird. Jeder Erstsemesterstudent der Medienwissenschaften weiß doch, dass Menschen sich anders verhalten in Anwesenheit einer Kamera. Das war schon immer so und das wird auch immer so bleiben. Schon allein deshalb ist ja auch &#8220;Big Brother&#8221; kein Reality-Format, sondern ein fiktives. Gezeigt wird nicht die Realtität, das Zusammenwohnen von Menschen, sondern gezeigt wird die Realität in der bewussten Anwesenheit der Fernsehkameras. Wer würde sich also in &#8220;Undercover Boss&#8221; dazu hinreißen lassen, vor laufenden Kameras in irgendeiner Art und Weise abwerten vom eigenen Job oder dem Unternehmen zu reden. Selbst wenn man nicht weiß, dass der Boss doch eigentlich direkt daneben steht, wenn man gefilmt wird, so muss man doch davon ausgehen, dass der Boss zumindest am Montag abend zusehen könnte. Wirkliche Basis-Probleme, die die guten Samariter-Manager doch so gern in Erfahrung bringen würden durch ihren selbstlosen Einsatz, lassen sich in dieser Fernsehshow also nicht klären. RTL kann dies nicht wissen. Man benutzt zwar das Medium Fernsehen, weiß aber um dessen mediale Eigenschaften überhaupt nichts. Diese Rolle ist vergleichbar mit jemandem, der intensiv die Konstruktion und den Aufbau eines Flugzeugs studiert. Man hat dann zwar eine sehr genaue Kenntnis darüber, wie ein Flugzeug funktioniert, fliegen kann man es deshalb aber unter gar keinen Umständen.</p>
<p>Abschließend bleibt wieder einmal die Frage, wann RTL bereit ist, sich selbst unter die Lupe zu nehmen. Dies ist schließlich nicht das erste Format dieser Art, dass Unternehmen in Deutschland auf den Zahn zu fühlen versucht. Man denke nur an &#8220;Extra&#8221; mit Birgit Schrowange. Woche für Woche ging es da in erster Linie darum, die Qualität deutscher, zumeist handwerklicher Unternehmen, mit versteckter Kamera zu denunzieren. Schrowange nahm dem geistig entmündigten Publikum vorab schon die Entscheidung zur Schadenfreude ab, da sie selbst diese Schadenfreude schon in den Ankündigungen der nächsten Beiträge überdeutlich zur Schau brachte: &#8220;Dreist, so zocken Fernsehmechaniker sie bei der Reparatur ihres kaputten Fernsehers ab&#8221;; &#8220;Unglaublich, so wird das Gewicht ihres Frischfleischs am Supermarkt mit Wasser aufgepumpt&#8221;. Wie wäre denn mal eine &#8220;Extra&#8221;-Sendung über RTL: &#8220;Wahnsinn, so verblödet RTL seine Zuschauer&#8221;; &#8220;Skandal: DSDS-Werbebeiträge landen als journalistisch wertvolle Einspieler in den Hauptnachrichten des Kölner Privatsenders&#8221;? Wann geht Anke Schäferkordt mal undercover in ihr eigenes Unternehmen und lernt die Leute kennen, die sich diese und andere dümmliche Formate Tag für Tag ausdenken?</p>
<p>Und wann wacht Deutschland endlich mal auf und beginnt, seine Zeit wieder sinnvoller zu nutzen und nicht widerspruchslos jeden Dreck von RTL zum Erfolg zu machen? Es kann doch wahrlich keine Erfüllung nach einem anstrengenden Arbeitstag sein, von RTL eingeladen zu werden zum kollektiven Hirn ausschalten&#8230;Wo soll das alles noch hinführen?</p>
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		<title>The Social Network &#8211; Keine Filmkritik/Ein Denkansatz</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Dec 2010 14:53:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist nun schon eine Weile her, das David Finchers Film über den Facebook-Gründer Mark Zuckerberg &#8211; &#8220;The Social Network&#8221; &#8211; in den Kinos lief. Und es ist nicht nur der fehlenden Aktualität zu verdanken, dass an dieser Stelle der Film auch nicht dazu herhalten soll, hier rezensiert zu werden. Gut, dass dies nur ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist nun schon eine Weile her, das David Finchers Film über den Facebook-Gründer Mark Zuckerberg &#8211; &#8220;The Social Network&#8221; &#8211; in den Kinos lief. Und es ist nicht nur der fehlenden Aktualität zu verdanken, dass an dieser Stelle der Film auch nicht dazu herhalten soll, hier rezensiert zu werden. Gut, dass dies nur ein Blog ist, hier gibts keinen Button für &#8220;mir gefällt das&#8221;. Denn wenn der Mann, der es inzwischen in der Time zur Person des Jahres 2010 geschafft hat, wenngleich weitaus mehr Leser online für Assange gestimmt haben, mit seiner Idee inzwischen mehr als eine halbe Milliarde Menschen begeistern kann, dürften eben jener Button an diese Stelle nicht allzu oft angeklickt werden&#8230;Wieso machen sich aber so viele Menschen keine Mühe, nur mal zwei oder drei Minuten über Facebook nachzudenken? 500.000.000 Menschen weltweit vertrauen Zuckerberg tag für tag jede Menge Privates und noch viel größere Mengen Belangloses an. Was für ein selbstloser Samariter muss dieser Zuckerberg doch sein, dass er all die Strapazen, finanziellen Risiken zu Beginn, den Verlust nahezu aller echten Freunde usw. usf. auf sich nimmt, nur damit wir alle immer mehr &#8220;Freunde&#8221; finden?</p>
<p>Eines vorweg: Ich habe keinen Facebook-Account, genau genommen bin ich in keinem sozialen Netzwerk angemeldet, ich twittere noch nicht einmal &#8211; und dennoch, oder gerade deswegen habe ich Freunde. Also Richtige. Dies ist auch der Grund, weshalb sich mir ein Mehrwert eines Dienstes, wie Facebook einfach nicht erschließen will. Bin ich blind, habe ich vielleicht zu wenige Freunde? Nur was bedeutet Freundschaft noch, wenn der Freundeskreis in erster Linie aus einer digital erstellten Liste mit kleinen, unscharfen Profilfotos besteht? Wenn dies Freundschaft ist, dann hat Zuckerberg vermutlich Alles richtig gemacht, denn solche Freunde brauche ich nicht. Gut, hier bin ich vielleicht etwas eigen, unnormal, gesellschaftsfremd, kann nicht mit den Trends gehen. Die Welt wird globaler&#8230;schon gut. Aber wieso sollte ich mein Privatleben derart öffentlich machen?</p>
<p>Da vergeht kaum ein Tag, an dem Datenschützer nicht rumjammern, dass unsere Privatsphäre im Netz zu unsicher sei, das große Firmen sozusagen im Dauereinsatz sind, Informationen über uns zu sammeln und alle Welt jubelt es ihnen im Chor nach. Was wird nicht Woche für Woche auf der Datenkrake Google herumgehackt, selbst ich muss mich nicht selten rechtfertigen, einen Mailaccount bei Google zu nutzen &#8211; und demgegenüber steht dann eben diese halbe Milliarde an Menschen, die ohne darüber nachzudenken, ohne große Sorge und schlechtes Gewissen freiwillig jede kleinste Kleinigkeit Herrn Zuckerberg überantworten! <strong>Wenn Google eine Datenkrake ist, dann ist Facebook der Holocaust des Privatlebens!<br />
</strong><br />
Freundschaft ist nicht mehr das, was sie mal war. Früher zumindest verstand man darunter doch das gesellige Beisammensein, persönliche Hilfe &#8211; in guten wie in schlechten Zeiten zusammenstehen. Was hat Facebook in diesem Zusammenhang dann also noch mit Freundschaft zu tun? Viele meinen, soziale Netzwerke bringen einander näher. Ist das wirklich so? Wirkt Facebook nicht viel eher als Trennung &#8211; getrennt sein von Mensch und Welt? Wo ist das Soziale in einem sozialen Netzwerk. Wo liegt in der Kommunikation zwischen Avataren bei Facebook noch ein Unterschied zu Second Life oder anderen virtuellen Welten? Mit jedem weiteren hinzugeklickten Freund auf Facebook entfernt man sich ein Stück weit mehr aus der uns umgebenden Welt. Facebook ist nicht Teil dieser Welt, Facebook ist eine eigene Welt, ohne Menschen, ohne Freundschaften &#8211; Computer und Internet sind nur die Schnittstelle zwischen beiden Welten. Mark Zuckerberg ist voran gegangen, egomanisch, kaltschnäuzig und soziopathisch, und auf diesem Weg, eine Plattform für Freundschaften zu schaffen hat er nahezu jede echte Freundschaft aus seinem früheren Leben verloren. Viele Nutzer scheinen nun den gleichen Weg beschreiten zu sollen. Soziale Kontakte verkümmern, stattdessen verkriecht man sich, sozusagen ganzjährig, zum zwischenmenschlichen Winterschlaf vor den Monitor, welch´herzliches Ambiente!</p>
<p>Leute wie ich, werden inzwischen nicht mehr dafür belächelt, dem Ganzen nichts Brauchbares abgewinnen zu können &#8211; vielmehr sorgt die Erwähnung, man habe keinen Facebook-Account zu glaubhaftem Entsetzen. Mein eigenes Entsetzen, als ich neugierig angetrieben selbst mal einen Account anlegte, nur um zu sehen, was für so viele Menschen inzwischen so unverzichtbar ist, war jedoch um Welten größer: Ich hatte nach der ersten Anmeldung noch keine Suche nach &#8220;Freunden&#8221; unternommen, hatte zudem mein Profil zu unpersönlich wie nur irgendwie möglich gehalten, hatte in Sachen Wohnort und Geburtsdatum gar falsche Angaben gemacht. Die einzig personalisierte Angabe, die ich gemacht hatte, war meine Emailadresse und dies genügte offenbar schon, damit ich nahezu jeden mir bekannten Email-Kontakt aus meinem näheren Umfeld als Freund vorgeschlagen bekam. Dies mag für den Einen oder Anderen vielleicht absolut toll und einstiegserleichternd sein, ich war und bin jedoch ernsthaft besorgt und beunruhigt. Der Facebook-Account wurde umgehend deaktiviert, wenngleich mir klar ist, dass meine Daten auf alle Zeit bei Herrn Zuckerberg verbleiben werden. Wie dem auch sei, ohne Facebook geht das Leben auch weiter, m.E. sogar viel schöner, persönlicher, freundlicher, herzlicher. Deshalb kann ich auch ruhigen Gewissens behaupten: Ohne Facebook-Anmeldung besteht auf meiner Seite keinerlei Mangel, sondern bei denen, die Facebook nutzen. Ich habe mein Privatleben noch, ich habe meine Freunde noch! Es besteht natürlich wenig Hoffnung, dass die Welt irgendwann dahinter kommt, und feststellt, Facebook war nur Zeitverschwendung, hielt von Nützlichem, Wesentlichem, kurz: vom Leben ab. So wie in Millionen von Haushalten abends nach der Arbeit wie von automatischer Selbstverständlichkeit getrieben der Fernseher angeschaltet wird, ohne darüber nachzudenken, wie man sich nicht der eigenen Aktivität durch Medien berauben lassen könnte, so leistet auch Facebook einen entscheidenden Beitrag dazu, vom eigenen Denken und Nachdenken über das Leben abzulenken. Gut, dass man dann 2000 Freunde bei Facebook hat, mit denen man gemeinschaftlich über nichts mehr Denken muss. Was Neil Postman einstmals über Medien, im Speziellen über das Fernsehen mit seinem Buch <a href="http://www.amazon.de/Wir-am%C3%BCsieren-Tode-Urteilsbildung-Unterhaltungsindustrie/dp/3596242851/ref=sr_1_1?ie=UTF8&#038;qid=1292596315&#038;sr=8-1">&#8220;Wir amüsieren uns zu Tode&#8221;</a> zum Ausdruck brachte, lässt sich nun in abgewandelter Form auf Facebook erweitern: Wir vernetzen uns zu Tode.</p>
<p>Goethe sagte mal, man solle jeden Tag wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen und, wenn es möglich zu machen wäre, einige vernünftige Worte sprechen. Hieran sollte es doch ein Leichtes sein, anzuschließen, um für sich selbst zu entscheiden, was das Leben an jedem einzelnen Tag etwas angenehmer machen könne. Facebook gehört sicherlich nicht dazu, um das Leben schöner zu machen. Jeder, der Facebook für nützlich und unverzichtbar hält, hat doch irgendwie schon aufgehört zu leben. </p>
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		<title>INCEPTION &#8211; Traum vom Träumen</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Aug 2010 07:30:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver</dc:creator>
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		<description><![CDATA[10 Jahre arbeitet Christopher Nolan nun schon an diesem Film, der seit dem 28.7.2010 nun endlich auch hierzulande in den Kinos gesehen werden kann. Lohnswert ist der Film allemal, Anderes hätte man von einem Regisseur wie Nolan auch nicht erwartet. Weshalb sich aber einige Kritiker und die oftmals unkritischen Forenschreiber derart überschlagen und von einem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>10 Jahre arbeitet Christopher Nolan nun schon an diesem Film, der seit dem 28.7.2010 nun endlich auch hierzulande in den Kinos gesehen werden kann. Lohnswert ist der Film allemal, Anderes hätte man von einem Regisseur wie Nolan auch nicht erwartet. Weshalb sich aber einige Kritiker und die oftmals unkritischen Forenschreiber derart überschlagen und von einem Meisterwerk sprechen, mag sich nicht ganz erschließen. Großartig ist dieser Film, wie gesagt, aber auch nicht derart herausragend, wie er mancherorts im Netz bejubelt wird. Gleichsam hat dieser Film natürlich die Eigenheit, gegen nahezu jede Kritik ordentlich gewappnet zu sein.</p>
<p>Dies begann schon auf der Pressevorführung in Berlin, die mit deutscher Pünktlichkeit begann, obwohl etliche Kritiker noch vor der Tür in der Schlange standen. Aber was solls? Dem Film kommt es zugute, handelt er doch massgeblich, um nicht zu sagen ausschließlich, vom Träumen &#8211; er ist selbst nichts anderes als ein Traum, wie das Kino ja sowieso. Und in eben diesem Film wird an einer Stelle bemerkt, dass man sich oftmals nicht an den Anfang eines Traums erinnern kann. Die Kritiker, die an besagtem Mittwoch in Berlin vor der Tür standen, erlebten somit &#8211; sozusagen bei vollem Bewusstsein mit, wie es ist, einen (Kino-)Traum zu erleben, an dessen Anfang man sich beim besten Willen nicht erinnern kann. Abgesehen davon kann man dem Film auch einige Ungereimtheiten, Leichtfertigkeiten und Paradoxien vorwerfen, aber was solls? Träume müssen nicht den Gesetzen unserer Welt entsprechen, sie haben ihre eigenen Regeln, und dies scheint Nolans Traum, ähm Film, vor allen Einwänden zu schützen! Aber nunmal langsam, Schluss mit dem Gequatsche, erstmal aufwachen und Fakten sammeln:</p>
<p>Leonardo Di Caprio spielt Cobb, ein Spezialist in Sachen Industriespionage, nur seine Methoden dafür sind einzigartig. Er stielt die Ideen anderer Menschen in deren Träumen. Nun hat er jedoch genug von diesem Leben, will nach hause zu seinen Kindern und glaubt dies, mit einem letzten Auftrag erreichen zu können. Dieses Mal soll er keine Idee stehlen, sondern im Traum eine Idee, einen Gedanken, dem Opfer &#8220;einpflanzen&#8221;.</p>
<p>Es ist schon faszinierend, wie sich der Film in verschiedene Erzählstränge, die allesamt parallel weiterlaufen und weitererzählt werden, aufteilt. Es gibt Momente, das befinden wir uns über mehrere Minuten in einem Traum, der in einem Traum stattfindet, der in einem Traum stattfindet, usw. Schade nur, dass &#8211; entgegen einiger Kritikermeinungen &#8211; dies alles sehr geradlinig erzählt wird. So verwirrend dies auf den ersten Blick klingen mag, so gut kann man sich letztlich dann doch während des gesamten Films orientieren. Jede Traum- und Unterbewusstseinsebene ist klar und deutlich von den Übrigen getrennt, Nolan nimmt uns die ganze Zeit über mit den klassischen, hinlänglich bekannten filmischen Mitteln an die Hand, damit auch wirklich niemand den Überblick verliert. An die bizarren, beängstigenden Traumwelten eines David Lynch reicht Nolans Traumwelt daher bei Weitem nicht heran. Allein hier hätte man sich mehr erhofft, zumal Nolan mit Following ja bewiesen hat, dass er es besser kann. Vielleicht durfte er bei &#8220;Inception&#8221; doch nicht sämtliche Freiheiten bei Warner genießen und diese eher konventionelle Erzählweise ist ein Zugeständnis des Regisseurs an sein Studio?</p>
<p>Egal, denn wie schon gesagt: Alles, was man dem Film vorwerfen könnte, weist der Film zugleich, dank seiner Traumthematik gekonnt von sich. Und der ganze Rest? Dem ist dann sowieso nichts mehr vorzuwerfen und trotz einiger Ecken und Kanten kann sich auch dieser Nolan-Film durchaus sehen lassen. Zugegeben, die Charaktere des Films sind allesamt nicht wirklich tief gezeichnet, einige Handlungsmomente, wie etwa die Einführung von Ariadne in die Traumwelten, werden etwas zu schnell abgehandelt, als das sie tatsächlich glaubhaft inszeniert zu werden. Aber was ist in einem Traum schon glaubhaft, mit wie vielen Charaktereigenschaften sind die Personen unserer Träume schon ausgestattet &#8211; besser gefragt: an wieviel davon erinnern wir uns am morgen danach noch? Clever gemacht Herr Nolan, so könnte man das stehen lassen.</p>
<p>Nun aber mal zu den Stärken des Films. Die Bilder! Zugegeben, dies ist für einen echten Filmfreund natürlich kein Argument. Eher im Gegenteil. Selbst Nolan ist der Ansicht, dass mit dem zunehmenden Einsatz von Computereffekten das Kino eher etwas verloren, als dazu gewonnen hätte &#8211; und recht hat er. Wo man früher noch aufwändig bauen und Welten erschaffen musste, macht man es sich heute nur allzu leicht und viele Filme &#8211; leider zu viele &#8211; können dieses Schwäche des &#8220;Einfach-gemacht-sein&#8221; einfach nicht von sich weisen. Nolan versucht daher, und dies sieht man seinen Bildern an, so Vieles wie möglich ohne Computer zu machen. Und wenns dann doch mal notwendig ist, dann sieht es dennoch atemberaubend und dennoch nicht zum Selbstzweck verkommen aus. Man denke hierbei nur an die fantastische Sequenz, wenn Ariadne die Strassenzüge von Paris wie ein Blatt Papier übereinanderfaltet. Dennoch: tolle Bilder sind nicht Alles in einem Film. Das Thema ist der eigentlich sehenswerte Teil des neuen Nolan-Films.</p>
<p>Oftmals, leider viel zu oft, stellt man fest, das viele Leute ins Kino gehen, um abzuschalten, sich zu unterhalten und der Meinung sind, dass Filme nichts mit der Welt &#8220;da draussen&#8221; vor dem Kino zutun hätten. Ein grober Fehler. Filme beeinflussen uns viel mehr und schon viel länger, als dies manch einem von uns wohl bewusst ist. Unsere Ängste, und nicht zuletzt unsere Träume, wären sicherlich heute ganz andere, wenn es Filme, wenn es Medien im Allgemeinen nicht gäbe. Auch darum geht es in &#8220;Inception&#8221;. Ist das Kino nicht schon seit seiner Geburt damit beschäftigt, uns Gedanken, Ideen, aber auch Ängste ins Gehirn zu pflanzen. Ein Film, der über das Träumen erzählt, erzählt daher zwangsläufig auch eine Geschichte über sich selbst, über den Film, über Hollywood, die Fabrik der Träume, die Traumfabrik. Und so wird Cobb, der einem mächtigen Industrieerben eine Idee im Traum in den Kopf &#8220;setzen&#8221; soll, letztlich zum Stellvertreter des Kinos, ja des Medium Film.</p>
<p>Wer den Film verstanden hat, wird aus dem Kino gehen und sich die Frage stellen, wieviele Gedanken im Leben man hat, nur weil es das Kino gibt. Keine Kulturwissenschaft zweifelt daran, dass der Mensch nachdem er sich der Fähigkeit Feuer zu machen bemächtigt hat, fortan ein anderer war, als der Mensch ohne Feuer. &#8220;Inception&#8221; ist in dieser Hinsicht vielleicht ein gutes Argument dafür, dass Menschen mit Filmen, andere sind, als Menschen ohne Filme. Jeder, der denkt, er gehe nur ins Kino zur Unterhaltung und käme unbeschadet wieder aus dem Saal heraus, irrt sich gewaltig. Es bleibt doch etwas hängen, oftmals merken wir es nur nicht, wir waren ja doch gerade nur in einem großen, dunklen Raum und haben zwei Stunden mit offenen Augen geträumt&#8230;</p>
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