Was heißt denn hier FilmDenken? Meint dies ein menschliches Nachdenken über das Medium Film, so wie es tagtäglich tausendfach in all den Foren, Webblogs und Filmseiten des Internets praktiziert wird? Sicherlich auch, aber nicht nur! Natürlich geht es nicht ohne den Menschen, tatsächlich ist auch dieser Text hier von Menschenhand geschrieben, wohldurchdacht und in seinem Gerichtet sein auf den Film wohl auch schon ein FilmDenken, jene Disziplin, die diese Webseite zum Thema macht. Was ist denn aber sonst noch FilmDenken, wenn es nicht nur der Mensch ist, der über Filme nachdenkt und das Gedachte, wie hier beispielsweise, niederschreibt?
Die Antwort ist simpel und schwierig zugleich: Es sind die Filme die Denken und es ist überdies das Denken der Filme, welches im Kino, auf DVD, im Fernsehen – kurz – überall wo Filme zu sehen sind, beobachtet werden kann. Die äußerst schwierige Frage danach, was denn eigentlich ein guter Film sei, müsste eigentlich gar nicht so schwierig sein, wollte man sich damit zufrieden geben, dass Geschmack bekanntermaßen verschieden ist und daher jeder für sich selbst entscheiden könne, wann ein guter Film ein guter Film ist. Nun wird es aber tatsächlich ein wenig komplizierter. Wenn ich auf dieser Webseite fortan gute Filme vorstelle, weil mir diese gefallen und sie daher, auf Grund meiner persönlichen Vorlieben, von mir hier als gute Filme beschrieben werden, welches Kraft hat dann diese Aussage im Sinne einer Allgemeingültigkeit, entspringt sie doch einzig und allein ganz subjektiven Präferenzen? Die Seite wäre wertlos, wollte man gute Filme allein daran bemessen. Was sind dann aber gute Filme?
Vielleicht sind es die Filme, die von vielen Menschen gesehen werden. “Transformers” von Michael Bay zum Beispiel: Die Produktionskosten liegen laut the-numbers.com bei 151 Mio. US-$. Eingespielt hat der Film zuweilen – ohne DVD-Verkäufe – über 700 Mio. US-$. Das muss ein guter Film sein, soviele Zuschauer können doch schließlich nicht irren. Aber ist “Transformers” ein guter Film? Dann ist “Mullholland Drive” folglich kein guter Film: Kosten von 15 Mio. US-$ stehen Einnahmen von etwas mehr als 11 Mio. US-$ gegenüber. Wer schon einmal einen guten Film gesehen hat, wird bemerkt haben, dass ökonomische Faktoren keine zuverlässige Quelle zur Beurteilung der Güte von Filmen sind, denn “Transformers” ist kein guter Film. Es ist genau genommen noch nicht mal ein Film, es ist eine gut gemachte Computeranimation, die so tut als sei sie Film. Wir sind wieder am Anfang: Was ist denn nun ein guter Film?
Die Antwort: Die Filme selbst bestimmen darüber, wann ein Film ein guter Film ist. Ihr wechselseitiges andauerndes Verweisen untereinander, ihr Zitieren, ihr Selbstreflexivwerden – all dies hat im Laufe der Jahre einige Filme und mit ihnen Attribute herauskristallisieren können, die uns Hilfmittel an die Hand geben, um gute Filme erkennen zu können. FilmDenken.com will diese Suche nach immer neuen guten Filmen weiter vorantreiben. Filme, die sich selbst als Film begreifen und als solche erfahrbar machen; Filme, die in diesem unüberschaubaren Medienreferenzsystem, welches der Film nun einmal ist, die Zeit überdauern, gilt es aufzuspüren und näher zu erkunden. Dann erst, wenn man dieses den Filmen inhärente Denken über sich selbst erkannt hat, kann das menschliche Nachdenken über das filmische Nachdenken einsetzen. Was hier betrieben wird, ist demnach schon ein nachrangiges Denken über den Film, ein Denken zweiter Ordnung, wenn man so will. Denn Filme denken auch ohne uns, immer schon und immer noch und, vor allen Dingen, immer weiter und weiter und weiter…
…Kino kann so schön sein…
ot
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[...] vielen US-Amerikaner schon über die Qualität eines Filmes aussagen, mag der geneigte Leser von FilmDenken nun einwenden und er oder sie hat natürlich recht. Doch solch ein fulminanter Start eines Films, [...]